<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297</id><updated>2011-07-30T20:08:27.231-07:00</updated><title type='text'>Hackensberger Blog</title><subtitle type='html'>Arabische Welten</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>36</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-8183552015913707758</id><published>2011-07-05T19:08:00.000-07:00</published><updated>2011-07-05T19:15:35.517-07:00</updated><title type='text'>Die Rebellen beginnen ihren Marsch auf Tripolis</title><content type='html'>Al-Galaa ist die letzte Bastion der Rebellen: Mit viel Enthusiasmus und schlechter Ausrüstung bereitet die Opposition in den Nafusa-Bergen eine Offensive vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist er schon wieder: Dieser unverwechselbare Donnerhall vom Abschuss der Grad-Raketen, dem ein bedrohliches Surren folgt, mit dem die aus Leichtmetall gebauten Flugkörper durch die Luft rauschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Adil, der gerade beim Bäcker nach Brot fragt, hebt nur kurz den Kopf, abwartend, wie nah der Einschlag erfolgt. Es trifft ein kleines Wohnhaus, keine 300 Meter entfernt. Der weiße Rauch der Explosion steigt in den Himmel. Wortlos fährt Adil mit seinem frischen Brot davon, als wäre nichts passiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Raketen-Einschläge gehören zum Alltag&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grad-Einschläge sind für ihn eine Alltäglichkeit. Seit mehr als zwei Monaten steht seine Heimatstadt al-Galaa unter dem Beschuss dieser bis zu drei Meter langen Raketen russischen Fabrikats. Sie können mehrere Häuserwände durchschlagen und hinterlassen riesige Löcher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst die Moschee ist schwer getroffen. „Mal sind es 20, mal 40 Stück pro Tag “, sagt Mohamad Glaawit, ein eloquenter, älterer Herr mit grauem Bart, der zum lokalen Übergangsrat gehört. „Als uns Gaddafi-Truppen eingekesselt hatten, war es am schlimmsten, aber besiegen konnten sie uns nicht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Al-Galaa ist die letzte Bastion der Rebellen, die äußerste Frontlinie im Herzen der Nafusa-Berge, einem Hochplateau rund 230 Kilometer von der tunesischen Grenze entfernt. Ende Mai hatte in dieser hauptsächlich von Berbern bewohnten Bergregion der bewaffnete Aufstand gegen das Gaddafi-Regime begonnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gaddafi kämpft um Tripolis bis zu seinem Tod&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Strafaktion wurden zuerst die Wasser- und die Stromzufuhr gekappt. Im April folgte die libysche Armee, die einen brutalen Krieg gegen die Bevölkerung begann und mehrere Städte besetzte. Es war eine Orgie der Gewalt und Verwüstung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Dschefran, nur wenige Fahrtminuten von al-Galaa, entfernt, sind die Fensterscheiben der Wohnhäuser zerschossen, alle Geschäfte geplündert, demolierte Stühle, Tische, Computer und zerschnitten Matratzen liegen verstreut auf den Straßen. „Sogar Pferde und Esel haben diese Kerle erschossen“, schimpft Abdelhamid, der uns kopfschüttelnd durchs Stadtzentrum fährt. Verwesungsgeruch liegt in der Luft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geisterstadt: Nur die Männer sind geblieben, um zu kämpfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine Geisterstadt, Frauen und Kinder sind geflüchtet, nur die Männer sind geblieben, um zu kämpfen. Zwei Monate war Dschefran in der Hand von Gaddafi-Soldaten, bis es befreit werden konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rebellen mussten dazu eine Verbindungsstraße auf der 1500 Meter tiefer gelegenen Ebene erobern, die unter der Kontrolle der libyschen Armee stand. Schwer bewaffnete Kämpfer mit Maschinengewehren und Raketenwerfen auf Pickup-Trucks sichern nun diese lebenswichtige Verbindung. Ihr Lager liegt an einer Kreuzung, die übersät ist mit Metallresten der 122 Millimeter starken Grad-Rohre. Von hier aus sind es noch 100 Kilometer in die Hauptstadt Tripolis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rebellen sind guter Laune, obwohl sie schon stundenlang in der brütenden Hitze Wache schieben und der Wind so heiß ist, dass er in die Haut beißt. Sie winken lachend und halten zum Gruß die Hand mit zwei ausgestreckten Fingern in die Höhe. Dies sei jedoch nicht das bekannte Victory-Zeichen, wie Abdelhamid auf dem Weg zum Wagen erklärt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Der Zeigefinger steht für das Leben und der große Mittelfinger symbolisiert den Tod, den Eingang ins Paradies.“ Das gehe auf Omar Mouktar zurück. Der Freiheitskämpfer gilt bis heute als Nationalheld und Märtyrer in Libyen. Straßen und Plätze sind nach ihm benannt. Anfang des vergangenen Jahrhunderts hatte Mouktar gegen die Kolonialherren aus Italien Krieg geführt, bis er 1931 gefangen und gehängt wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abdelhamid fährt wieder auf die steile Passstraße, zurück auf das schier endlos weite Gebirgsplateau. Er legt eine CD von Bob Marley ein, „Get up, stand up: stand up for your rights!“ „Ist das nicht gut?“, fragt er und drückt aufs Gas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kalaschnikows sind auch beim Mittagessen in Reichweite&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In al-Galaa gibt es Mittagessen. In einem zur Kaserne umfunktionierten Gebäude des libyschen Roten Halbmondes sitzen die Kämpfer an langen Tischen. Ihre Kalaschnikows sind stets in Reichweite. In großen Blechschüsseln werden Makkaroni mit Kichererbsen in scharfer Tomatensoße serviert. Der Koch bringt noch Salat mit Oliven.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Oh, frische Vitamine gab es schon lange nicht mehr“, sagt Khaled, einer der Kämpfer am Tisch. Seit die Rebellen Warsan, den libyschen Grenzübergang zu Tunesien, Ende April besetzen konnten, kommen Grundnahrungsmittel, aber auch hin und wieder Obst und Gemüse in die Bergregion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Khaled ist einer der wenigen, der feste Schuhe trägt und in Olivgrün gekleidet ist. „Nein, nein, ich war kein Soldat in der Armee“, beteuert der 29-Jährige. „Ich arbeitete als Informatiker bei einer US-Firma in Tripolis.“ Fast alle seiner Kameraden hatten vor dem Aufstand gegen Staatschef Muammar al-Gaddafi normale Berufe. „Ich war Bankangestellter“, ruft ein schmächtiger Kerl über den Tisch. „Ich war Ingenieur bei einer Erdölfirma“, meint ein anderer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine bunte Mischung aus Bauern, Arbeitern, Akademikern und Angestellten, die jetzt gemeinsam aus großen Schüsseln ihr Essen löffeln und jeden Tag sterben können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wir wollten diesen Krieg nicht"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was bleibt uns anderes übrig?“, fragt Khaled, der Computerspezialist, und er spricht für alle. „Wir wollten diesen Krieg nicht, aber Gaddafi hat ihn uns aufgedrängt. Wir müssen für unsere Freiheit kämpfen, sonst werden wir von diesem Verbrecher getötet oder verrotten in seinen Gefängnissen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Islam, ein 20-jähriger Student, steht plötzlich auf und schießt mit einer imaginären Kalaschnikow auf vermeintliche Gaddafi-Soldaten. Er macht „Bumm, Bumm“ und wiegt in den Hüften, als würde er feindlichen Kugeln ausweichen. Alle lachen laut, manche klopfen sich dabei auf die Schenkel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz aller Heiterkeit: Den Kämpfern steckt die Müdigkeit sichtlich in den Knochen. Sie sind gerade von der Front zurückgekommen. Vergeblich hatten sie versucht, Safit, einen strategisch wichtigen Berg einzunehmen, von dem man das ganze Gebiet überblicken und kontrollieren kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darunter auch die Straßenverbindungen, die an die Mittelmeerküste und in die Hauptstadt führen. Schon einmal hatten die Rebellen den Berg gestürmt, am 11. Mai. Einer der Rebellen holt ein Handy hervor, das er damals dort oben sichergestellt hat, und zeigt einen kleinen Film darauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er zeigt Handy-Besitzer Mohammed, ein Offizier der libyschen Armee, der in der Pose eines Feldherrn stolz hinter einem Flugabwehrgeschütz steht und eine Ansprache an seine Soldaten hält: „Glaubt mir, wir werden all diese Ungläubigen aus diesem Gebiet vertreiben!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle in zivil, scheinbar auf Urlaub&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein anderes Video zeigt den Offizier mit Kameraden auf der Fahrt nach Tripolis. Alle in zivil, scheinbar auf Urlaub. Sie singen zusammen im Auto, froh, die Front hinter sich gelassen zu haben und bald bei ihren Familien zu sein. Der letzte Eintrag auf dem Handy stammt vom 11. Mai. Offizier Mohammed, von dem kein Nachname bekannt ist, wird im Kampf erschossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit ihm der Flakschütze Saleh Mohammed Omar, bei dem eine libysche Aufenthaltsgenehmigung gefunden wird, die ihn als „Arbeiter“, geboren 1980 im Sudan, ausweist. Wenige Tage später rücken die Gaddafi-Truppen in Kompaniestärke vor und vertreiben die Rebellen von dem Berg Safit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den Rebellen-Gebieten der Nafusa-Berge wird überall von einer großen Attacke auf Tripolis gemunkelt, die bald bevorstehe. Darüber sprechen will keiner der Rebellen-Militärs. „Wir können nicht an eine große Offensive denken“, sagt Dschamal Hadi Bouasis, ein pensionierter Oberst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er hat, wie viele andere zu den Rebellen übergelaufenen Offiziere, noch im seines Landes gegen den Tschad (1978-1987) gedient. Eine Erfahrung, die für die Rebellen unverzichtbar ist. „Wir haben zwar genügend Kämpfer, aber nicht ausreichend Waffen für sie“, erklärt der Oberst. Es fehlt vor allem an schweren Waffen. Und die Nato helfe ihnen nicht wirklich: „Sie haben mal ein Munitionsdepot bombardiert, aber seit drei Monaten wurden keine Angriffe mehr geflogen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der ostlibyschen Stadt Bengasi, dem Sitz der Übergangsregierung der Rebellen, gäbe es Militärberater aus dem Ausland. „Nur bei uns haben wir noch keinen einzigen zu Gesicht bekommen“, sagt Bouasis sichtlich enttäuscht. „Wir wissen nicht, warum man uns völlig alleine lässt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Nato enttäuscht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An der Frontlinie in al-Galaa ist man nicht weniger von der Nato enttäuscht. „An manchen Tagen kann man zwar ihre Flugzeuge kreisen hören“, erzählt Mohammad Glaawit vom städtischen Organisationsrat, „aber Bomben fallen keine.“ Dabei müssten doch die Panzer und Militärfahrzeuge der Gaddafi-Truppen ganz leicht aus der Luft zu erkennen sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Die Passivität der Nato macht uns das Leben schwer“, resümiert der sympathisch wirkende ältere Herr. Täglich fallen allein hier manchmal bis zu fünf Rebellen. In den anderen Städten der Region, Sintan, Nahlout, Bir Ayyad oder Kila sind es nicht weniger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich wolle man möglichst bald in die Hauptstadt, aber unter den gegenwärtigen Umständen sei das schwierig. Angedacht ist eine Zangenbewegung, mit der man auf Tripolis vorstößt: aus dem Osten von Bengasi und vom Westen her aus den Nafusa-Bergen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Aber bevor wir uns darüber den Kopf zerbrechen, müssen wir hier zuerst einmal dringende Probleme lösen“, fügt Glaawit ernst an. Er zeichnet einen Plan auf ein loses Blatt Papier und erläutert die militärische Lage. „Al-Galaa ist von drei Seiten von Gaddafi-Truppen eingeschlossen. Hier, hier und hier“. Er malt drei Kreuze aufs Papier. „Wir müssen unbedingt einen zusätzlichen Zugang öffnen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie man das machen werde, könne er jedoch nicht verraten. „Militärgeheimnis“, meint Glaawit schmunzelnd. Aber das Ratsmitglied, das seine Stadt in Bengasi in der Nationalen Übergangregierung vertreten soll, braucht nichts mehr zu erklären. Das ehemalige Gebäude des libyschen Roten Halbmonds ist voll mit Kämpfern, die aus der Gegend zusammengezogen wurden. Im Hof fahren ständig Militärfahrzeuge vor. Es herrscht eine seltsame Spannung, als könnte es jeden Augenblick losgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;100 Rebellen warten im Hinterhof einer Schule auf ihren Einsatzbefehl&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und am nächsten Morgen ist es auch schon soweit. Kurz nach Sonnenaufgang warten rund 100 Rebellen im Hinterhof einer Schule auf ihren Einsatzbefehl. Kalaschnikows werden noch schnell mit Spray geölt, die zwölfrohrigen Raketenwerfer gefettet, Patronen mit dem Pinsel vom Staub gesäubert und in die 100 Schuss fassenden Magazinboxen eingelegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus einem Waffendepot in der Schule holt man Panzerfäuste und französische Milan-Panzerabwehrraketen, die das Golfemirat Katar an die Rebellen geliefert hat. Einige der Kämpfer sitzen noch beim Frühstück am Boden neben ihren Fahrzeugen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt Datteln und Milch. Angst vor dem Tod oder auch nur Nervosität ist bei den meist jungen Kämpfern, die überwiegend in Jeans, T-Shirt und leichten Sommerschuhen in den Krieg ziehen, nicht zu spüren. Lässig haben sie sich die Reservemagazine für ihre Kalaschnikows in die Hosentaschen gesteckt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass manche ihrer Gewehre über 30 Jahre alt sind, stört sie wenig. „Hauptsache sie funktionieren“, sagt ein großer, muskulöser Typ, der sich beschwert, wegen des Kriegs keine Zeit mehr für das Fitnessstudio zu haben. „Hoffentlich geht es bald los“, sagt er mit einem breiten Schmunzeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Voller Ungeduld und Vorfreude&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle scheinen voller Ungeduld, ja Vorfreude zu sein, die Handlanger Gaddafis aus ihrer Stadt, von ihrer Erde vertreiben zu können. Um acht Uhr erfolgt unter einem lauten „Gott ist groß“ der Abtransport an die Front. Nach einem kleinen Fußmarsch sind sie um 8.30 Uhr am Fuß des Safit-Berges, hinter dem die Straße nach Tripolis liegt, in Position.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sofort wird die etwa 100 Mann starke Gaddafi-Kompanie oben am Hügel mit schwerem Feuer belegt. Die 14,5-Millimeter-Flugabwehrbatterien machen einen höllischen Lärm. Gleichzeitig gehen die 106-Millimeter-Raketenwerfer los. Die Truppen Gaddafis antworten mit Panzern und Mörsern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Scharfschützen warten darauf, dass anstürmenden Rebellen in ihre Schusslinie kommen – die Kampfmoral der Gaddafi-Truppen ist offenbar nicht besonders groß, sie versuchen, die Angreifer auf Distanz zu halten und direkte Kämpfe zu vermeiden. Hinter der ersten Frontlinie stehen Krankenwagen im Schutz eines Erdwalls. Nach zwei Stunden treffen die ersten verletzten Rebellen ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Windschutzscheibe hat ein Einschussloch&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ab Mittag gibt es erste Munitionsengpässe. Ein Fahrer rast in Richtung Stadt los. Die Windschutzscheibe hat ein Einschussloch und das Glas droht durch den Fahrtwind ins Wageninnere zu bersten. Auf dem kleinen Bergpass hinunter nach al-Galaa nehmen Gaddafi-Soldaten das Auto ins Visier. Einen Meter hinter dem Wagen schlägt die Granate ein. Der Fahrer lacht kurz und zeigt auf den Rauch hinter dem Wagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Kaserne werden erneut Panzerfäuste, Panzerabwehrraketen und Maschinengewehrmunition geladen. Am frühen Nachmittag kommt der Sturm auf den Hügel zum Stocken. Ein Teil der Kämpfer nimmt Deckung in einem alten, leerstehenden Haus. Keiner sagt ein Wort, aber man sieht sofort: Nach sechsstündigen Gefechten im Staub und Dreck, bei brütender Hitze von mehr als 30 Grad ist die Stimmung trübselig, vom Anfangselan kaum mehr etwas übrig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Stunden später trifft Verstärkung ein. Neue Flugabwehrbatterien lassen ihre Geschosse unaufhörlich auf die Stellung der Gaddafi-Soldaten niederregnen. Gegen 18 Uhr ist es endlich vorbei. Der Hügel ist gestürmt, die Soldaten Gaddafis haben sich zurückgezogen. Freudensalven sind durch das Tal zuhören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sieg teuer erkauft&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber der Sieg ist teuer erkauft. Drei der Rebellen sind tot, 33 zum Teil schwer verletzt. Vier Gaddafi-Soldaten verhaftet, wovon einer am nächsten Tag nach der Operation im Krankenhaus stirbt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Tod und Leiden an der Front haben die jungen Freiwilligen, die in den Ausbildungslagern der Rebellen gedrillt werden, noch keine Ahnung. Mit Enthusiasmus marschieren sie, robben im Sand oder klettern Wände hoch. „Ich möchte in den Kampf“, sagt Omar, einer der Rekruten, „um Gaddafi so schnell wie möglich zu Fall zu bringen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die anderen jungen Männer nicken heftig. Sie rufen „Gott ist groß“ und recken die Hand mit dem V-Zeichen in die Luft: Leben oder Tod. Wie viele von ihnen den Fall des Diktators Gaddafi noch erleben werden, wisse nur Gott allein, sagt einer der Ausbilder.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-8183552015913707758?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/8183552015913707758/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=8183552015913707758' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8183552015913707758'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8183552015913707758'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2011/07/die-rebellen-beginnen-ihren-marsch-auf.html' title='Die Rebellen beginnen ihren Marsch auf Tripolis'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-8457089879757738689</id><published>2011-03-05T18:29:00.000-08:00</published><updated>2011-03-05T18:31:37.010-08:00</updated><title type='text'>Nächster Stopp: Europa</title><content type='html'>Das tunesische Regime ist gestürzt. Und trotzdem flüchten Tausende von TunesierInnen mit dem Boot Richtung Italien. Weshalb? Auf der Suche nach Antworten in der Küstenstadt Sfax.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Hauptstrasse in Habib, einem Vorort von Sfax, führt der Weg irgendwann rechts auf eine holprige Piste, entlang einem Abwasserkanal über Müllreste, Metallteile und Plastik­tüten, die der Wind vor sich hertreibt, bis zum Bahndamm einer stillgelegten Bahnlinie. Vorne am Wasser ragt eine Müllhalde in die Höhe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nisar bekommt grosse Augen voller Hoffnung, wenn er mit dem Finger dorthin zeigt. Als würde das Glück dort drüben im Sand vergraben liegen. «Hier verstecken sie sich nachts im Schilf, bevor sie an Bord gehen», sagt der 23-Jährige. Er trägt einen Trainingsanzug des englischen Fussballklubs Chelsea. «Manchmal müssen sie zum Boot schwimmen. Dann wird vorher kräftig Alkohol getrunken, um das eiskalte Wasser nicht zu spüren», sagt er lachend. Wenig später startet das Motorboot dann jeweils Richtung Italien. Ob es dort ankommt, hängt vom Wetter und dem Geschick des Steuer­manns ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Süden kostets mehr&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bisher hat Nisar nur andere für die Fahrt vermittelt. Nun will er endlich selber gehen, sobald das Wetter stimmt, und das könnte schon sehr bald sein. «Vielleicht schon heute Nacht», meint er hoffnungsvoll. «In Tunesien hält mich nichts zurück. Es gibt keine Arbeit, keine Zukunft. Daran ändert auch die neue Regierung nichts.» Nisar ist ausgebildeter Mechaniker. Doch er habe in den letzten vier Jahren keine feste Arbeit gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die 1000 Dinar, umgerechnet 670 Franken, die Nisar für die Überfahrt bezahlen müsste, hat er nicht. Der Chelsea-Fan will als «Joker» auf ein Boot kommen. Als kostenloser Passagier. Dafür muss er drei, vier Passagiere anheuern. Und das hat er nun gemacht. Doch den Versprechungen der Organisatoren traut er nicht. «Einige sind Kriminelle, die im Gefängnis sassen, andere Fischer, die ihre Chance wittern und selbst ernannte Businessleute.» Notfalls werde er sein Recht auf einen Platz mit dem Messer erkämpfen, sagt der 23-Jährige.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sfax liegt gut 330 Kilometer südlich von Tunis, und ist mit 340 000 EinwohnerInnen die zweitgrösste Stadt des Landes. Täglich kommen hier neue Menschen an, die auswandern wollen. Überall am Strand streifen Gestalten umher, die nach Kontakten suchen. Der Tarif von 1000 Dinar ist günstig. Weiter unten im Süden, bei Gabes und Sarsis, kostet ein Platz fast das Doppelte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von dort fuhren die meisten der rund 6000 TunesierInnen los, die letzte Woche auf den lampedusischen Inseln vor Sizilien landeten. Eine Massenankunft, die den italienischen Hilfsorganisationen ein logistisches Chaos bescherte. Aber es ist nicht nur der niedrige Tarif, der die Fluchtwilligen nach Sfax bringt: Die tunesische Küstenwache hat ihre Patrouillen in den letzten Tagen drastisch verstärkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letzte Woche hatten die Behörden die Dinge einfach laufen lassen. «Die Polizei und das Militär waren quasi nicht existent», erzählt Essedine Saidi, der sich einige Tage in Sarsis aufgehalten hatte, um den Cousin seiner Frau von der Überfahrt abzuhalten. «Die Polizei sass in der Wache und hat zugesehen, wie die jungen Leute mit einem Boot nach dem anderen in See stachen. Wie an einem Busbahnhof. Nächs­ter Halt Italien!» Saidi, Vater von zwei Kindern, versuchte einige der jungen Männer von der gefährlichen Reise, 120 Kilometer quer übers Mittelmeer, abzubringen. «Sie haben Träume im Kopf. Glauben, bald mit einem neuen Auto und viel Geld aus Europa zurückzukehren.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Saidi fand den Cousin seiner Frau nur noch tot. Der Verwandte war einer der fünf Passagiere, die bei einer Kollision mit einem Schiff der Küstenwache ums Leben kamen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Die gleichen Diebe wie vorher»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Café Cactus, in Habib, stellt Nisar seine fünf Freunde vor. Aufgeregt sitzen sie an einem runden Tisch. Sie haben alle ihr Ticket nach Italien bereits gebucht. Revolution hin oder her. Walid verdient mit seiner Arbeit bei einer Erdölfirma monatlich umgerechnet 450 Franken. «Wir haben kein Vertrauen in die neue Regierung. Das sind die gleichen Diebe wie vorher.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die neue Generalamnestie für die politischen Häftlinge in seinem Land interessiert Walid ebenso wenig wie der Zustand des ehemaligen Diktators Zine al-Abidine Ben Ali, der in einem Krankenhaus in Saudi-Arabien im Koma liegen soll. Für Walid bedeutet die neu gewonnene Freiheit nur eines: endlich nach Europa auswandern. Unter Ben Ali war das fast unmöglich. Die Küsten wurden streng bewacht, Auswanderungsversuche mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Wir wissen, dass Europa kein Paradies ist», platzt Haytam heraus. «Aber wir müssen unsere Chance nutzen.» Der 25-jährige Universitätsabsolvent ist seit drei Jahren ohne Arbeit. Erst vergangene Woche habe er sich bei der Polizei beworben; nur mit einem saftigen Schmiergeld hätte er jedoch eine Chance ge­habt. Beim Stichwort «Polizei» berichtet Mohammed erzürnt, dass Beamte ihn am Donnerstag auf der Strasse geschlagen hätten, weil er seinen Personalausweis zu Hause vergessen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es genügend Arbeit, höhere Löhne, keine Korruption und keine Polizeiübergriffe mehr gäbe, dann würden sie wahrscheinlich in ihrer Heimat bleiben. Aber daran will keiner glauben. «Bis dahin wird es länger als eine Ewigkeit dauern», sagt der 26-jährige Mohammed spöttisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die sechs jungen Leute aufbrechen, ist die Stimmung euphorisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;WOZ vom 24.02.2011&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-8457089879757738689?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/8457089879757738689/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=8457089879757738689' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8457089879757738689'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8457089879757738689'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2011/03/nachster-stopp-europa.html' title='Nächster Stopp: Europa'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-2022108481536559915</id><published>2011-03-04T19:04:00.000-08:00</published><updated>2011-03-05T19:08:05.960-08:00</updated><title type='text'>Vom Protest zum Umsturz ists weit</title><content type='html'>Nach den Protesten in Bahrain, Libyen, im Jemen und Iran sind fürs Wochenende auch in Marokko und Algerien Demonstrationen geplant. Steht im Maghreb eine neue Revolution bevor? Auf Spurensuche in Rabat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rund tausend Demonstrierende zogen vergangenen Sonntag mit lauten Rufen die Avenue Mohammed V. im Zentrum der marokkanischen Hauptstadt Rabat rauf und runter. Doch die BesucherInnen in den Terrassencafés am Strassenrand zeigten sich davon wenig beeindruckt. «Arbeitslose», kommentierte ein Kellner lapidar und zuckte mit den Schultern. «Solche Proteste gibt es in den letzten Wochen fast jeden Tag», fügte ein Mitarbeiter des Goethe-Instituts hinzu. Uniformierte Polizisten standen in den Nebenstrassen, und weit abseits der Demonstration, mit ihren Funkgeräten beschäftigt, Beamte in Zivil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Derzeit finden in Marokko täglich zwanzig Protestveranstaltungen statt», meldete sich Kommunikationsminister Chalid Naciri kürzlich zu Wort, «nicht mehr oder weniger als im Vorjahr.» Man habe nicht den Eindruck, dass «die Spannungen in anderen Ländern» in Marokko eine Rolle spielten. Nach aussen hin gibt sich die Regierung gelassen. In Wahrheit ist sie aber nervös. «Ereignisse wie in Tunesien und Ägypten sind in Marokko zwar unwahrscheinlich, aber wer mag in diesen Zeiten schon Prognosen stellen», sagt Raschid Meknassi, Jura-Professor an der Universität Rabat. «Den Sturz des tunesischen und ägyptischen Präsidenten hatte auch niemand für möglich gehalten.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reform oder Revolution?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kopfzerbrechen bereitet den marokkani­schen­­­ Behörden die für diesen Sonntag an­­ge­­setzte Protestveranstaltung in der Haupt­stadt.­ «Dazu aufgerufen haben die islamisti­sche ‹Adl wa al-Ihsaan› (Gerechtigkeit und Wohl­fahrt) sowie Gruppen der extremen Lin­­ken und diese Jugendorganisation aus dem Internet», sagt Lahsen Daoudi von der starken islamischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung PJD. Der Vizepräsident des ma­rokkanischen Unterhauses empfängt in seinem geräumigen Büro im Verwaltungsflügel des Parlamentsgebäudes. «Nein, nein, wir nehmen am Protest nicht teil», versichert der 64-Jährige entschieden. «Wir sind eine po­li­tische Partei und arbeiten innerhalb des Parlaments an politischen Veränderun­gen – Schritt für Schritt.» Daoudi weiss sehr gut: Die­ DemonstrantInnen, die am Sonntag auf die Strasse gehen, haben kein Verständnis für seine abwartende Haltung. Ihnen kann es nicht schnell genug gehen. Dazu meint er: «Ach ja, gerade diese Jugendbewegung möchte alles – und am besten noch heute. Aber wir brauchen keinen Sturm, der alles verwüstet, nur eine erfrischende Brise.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Jugendgruppen nennen sich «Bewegung für Wohlstand und Freiheit» oder «Marokkanische Jugend gegen Korruption und Tyrannei». Vorerst sind sie nur virtuell als Face­book-Gruppen existent, mit einer Mitgliederzahl von etwas über 10 000. Wie viele es zusammen mit den anderen Gruppierungen genau sind, die sich für einen raschen Wandel einsetzen, ist nur schwer zu sagen. Wie schon in Tunesien werden im Internet Informationen ausgetauscht, diskutiert und vor allen Dingen für die Demonstration am Samstag mobilisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu wurde am Mittwoch auch ein Video auf YouTube gestellt. In dem zweiminütigen Spot erklären vierzehn «normale Marokkaner», warum sie demonstrieren wollen: «Ich gehe am 20. Februar auf die Strasse, weil ich ohne polizeiliche Übergriffe und Korruption leben will.» Sie fordern das Recht auf Bildung, Arbeit, eine kostenlose medizinische Versorgung, ein Leben ohne Ausbeutung und eine neue demokratische Verfassung. Es ist ein Spot, der an einen kommerziellen Werbeclip erinnert, jedoch alle aktuellen Probleme der marokkanischen Gesellschaft zu thematisieren versucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der überwiegende Teil der Marokkaner­Innen dürfte sich von solchen Forderungen angesprochen fühlen. Korruption ist omnipräsent, sei es bei Verkehrskontrollen oder bei Behördengängen. «Bakschisch» bezahlt man überall. Von Millionensummen, die bei grossen Bauvorhaben gezahlt werden, ganz zu schweigen. Laut Weltbank verliert das Land jährlich fünf bis zehn Prozent des potenziellen Bruttosozialeinkommens durch Korruption. Und noch immer schlägt die Polizei zu, bevor sie Fragen stellt. Fünfzig Prozent der Bevölkerung leben von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Und die Arbeitslosigkeit liegt wesentlich höher als bei den offiziellen dreizehn Prozent.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem werden diese Probleme kaum Hunderttausende auf die Strassen von Rabat bringen. Davon ist auch Abdellatif, ein Taxifahrer aus Tanger, überzeugt. «Was bringt das auch. Uns geht es doch heute unter König Mohammed VI. viel besser als noch unter seinem Vater Hassan II. Überall wird gebaut, neue Strassen, Schienen, ein Hafen in Tanger. Der König tut etwas – und wir können reden, was wir wollen.» Der 38-jährige Vater von zwei Kindern, der monatlich etwa 3500 Dirham – umgerechnet gut 400 Schweizer Franken – verdient, repräsentiert einen durchschnittlichen Marokkaner. Natürlich hätte man gerne etwas mehr, aber beklagen will man sich nicht. Und König Mohammed VI., der 1999 nach dem Tod seines Vaters den Thron bestieg, ist für die Bevölkerung kein Feindbild. Im Gegenteil: «Das ist ein guter Mann», sagt Abdellatif, auch wenn er im Überfluss lebe. «Er ist nun mal ein König.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Angst vor dem Bürgerkrieg&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anders ist die Lage in Algerien. Dort regiert kein König, der sich auf eine jahrhundertealte Dynastie berufen kann. Präsident Abdelasis Bouteflika kam 1999 als «Mann des Militärs» ins Amt. Die Armee hatte sich acht Jahre zuvor an die Macht geputscht, um einem Wahlsieg der islamistischen Heilsfront zuvorzukommen; damit löste sie einen mehr als zehn Jahre dauernden Bürgerkrieg mit den IslamistInnen aus, in dem mehr als 120 000 Menschen getötet wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Parallel zur Revolte in Tunesien ist es auch in Algerien zu Protesten gekommen. Anfang Januar wurden Polizeistationen und Regierungsgebäude niedergebrannt. Als Ursache wurden immer wieder die Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Zucker oder Olivenöl genannt; eine durchschnittliche Familie muss vierzig Prozent ihres Einkommens dafür aufwenden. «Das alleine als Auslöser anzusehen, ist etwas zu kurz gegriffen», meint jedoch Alexander Knipperts, der Leiter der Friedrich-Naumann-Stiftung in Algier. «Da geht es auch um die allgemeine Unzufriedenheit mit dem algerischen Staat, um Korruption oder auch Arbeitslosigkeit.» Algerien nimmt jährlich 55 Milliarden US-Dollar mit Öl- und Gasexporten ein – doch die Bevölkerung sieht von diesem Geld kaum etwas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie in Marokko hat auch in Algerien ein Bündnis von politischen Parteien, Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen zu einem Protestmarsch in Algier aufgerufen. Für Samstag, zum zweiten innerhalb von vierzehn Tagen. Vor einer Woche hatten sie, nach eigenen Angaben, rund 10 000 Menschen auf die Strasse gebracht. «Von Mal zu Mal werden es mehr Leute sein», glaubt Rabah Boucetta vom «Bündnis für Kultur und Demokratie». Man werde weiterkämpfen, auch wenn 30 000 Polizisten den Protestmarsch am Samstag mit Gewalt stoppen sollen. «Und geht die Repression weiter, werden wir irgendwann den Generalstreik ausrufen», fügt der Oppositionelle hinzu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Versprechungen von Präsident Bouteflika, den seit neunzehn Jahren bestehenden Ausnahmezustand aufzuheben, hält Boucetta für ein Ablenkungsmanöver. «Wir wollen viel mehr: Einen kompletten Machtwechsel, die Auflösung aller gewählten Institutionen und Neuwahlen unter internationaler Aufsicht.» Der richtige Moment für Veränderungen sei gekommen. «Die Ereignisse in den anderen arabischen Ländern bestärken uns. Die internationale Öffentlichkeit ist auf unserer Seite.» Allerdings werde der friedliche Übergang zur Demokratie «in Algerien nicht nur ein paar Wochen dauern, wie in Tunesien oder Ägypten. Es werden Monate.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herrscht da nicht etwas zu viel revolutio­näre Euphorie vor? Die schrecklichen Ereignisse aus der Zeit des Bürgerkriegs sind nicht vergessen. Sie nähren in der Bevölkerung die Angst, Umwälzungen könnten erneut zu Gewalt führen. «Als Mitte Januar die Unruhen ausbrachen und sich Jugendliche aus den Vorstädten mit der Polizei schlugen», erinnert sich Alexander Knipperts, «schloss die Bevölkerung einfach die Fensterläden.» Und nachdem die Regierung die Lebensmittelpreise wieder gesenkt hatte, sei es sofort wieder ruhig auf den Strassen geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;WOZ vom 17.02.2011&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-2022108481536559915?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/2022108481536559915/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=2022108481536559915' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2022108481536559915'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2022108481536559915'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2011/03/vom-protest-zum-umsturz-ists-weit.html' title='Vom Protest zum Umsturz ists weit'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-7786968429461888674</id><published>2010-02-23T16:39:00.000-08:00</published><updated>2010-02-23T16:40:41.786-08:00</updated><title type='text'>'El yihad de género'</title><content type='html'>al servicio de los derechos de las mujeres&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;La escritora norteamericana de 44 años Asra Nomani está considerada como una destacada representante del “Yihad de género”. Para la antigua periodista del Wall Street Journal, no hay contradicción entre Islam y feminismo, tal y como afirma en la entrevista con Alfred Hackensberger. Asra Nomani, periodista musulmana indio-americana, escritora y activista:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"El Profeta Mohammad fue un feminista”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tanto en los países occidentales como en las sociedades musulmanas Islam y feminismo se ven mayoritariamente como opuestos irreconciliables. ¿Por qué no son compatibles?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Asra Nomani: Sí, escucho siempre esta opinión en mis conferencias, pero yo creo que están estrechamente unidos y que el Islam fue en su origen una religión feminista. El Profeta Muhammad fue un feminista, como su primera mujer Jadiya, su hija Fátima y su mujer Aisha. Ninguna de ellas permitió ser excluida, y todas ellas expresaban abiertamente sus opiniones. Por ello, no creo que feminismo islámico sea una contradicción en término.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;En realidad, me reúno con feministas religiosas en todo el mundo: mormonas, católicas, maronitas, judías ortodoxas, protestantes… Mi experiencia es que las mujeres tienen que luchar contra el poder masculino en el Islam y afrontar los mismos problemas que existen en el resto de religiones.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Cuando mencioné tu nombre delante de un colega, la respuesta fue: ”ah, yihad de género”. ¿Qué supone llevar esa etiqueta?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Tengo que confesar que algo muy positivo. Estoy muy orgullosa de ser una soldado en este frente.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Y ¿para qué lucha esta soldado?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Por los derechos de la mujer, y al mismo tiempo, por la justicia social. Las mujeres no deberían ser el refugio del honor y la pureza ni ser castigadas por su género a quedarse en la parte trasera y las esquinas de las mezquitas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Las mujeres no deberían ser amordazadas, solamente porque llevan al hombre a la tentación. Todo esto son únicamente instrumentos de control para tratarnos a las mujeres como ciudadanos de segunda clase.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;¿Cuál es tu opinión sobre el velo femenino?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: si cubres la cara de una mujer, le quitas su personalidad. La eliminación del velo es un elemento fundamental del yihad de género, porque con ello combatimos la ignorancia.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ahora estamos recibiendo apoyo sobre este asunto de una de las más altas autoridades del Islam sunni. Mohammed Sayed al-Tantawi, gran Sheikhk de la Universidad Al Azhar, ha descrito el niqab (velo facial) como anti-islámico y ha decretado su prohibición en esta institución de enseñanza.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: efectivamente, es muy importante para nosotras el que la Universidad Al Azhar asuma una posición de liderazgo en esta cuestión. Necesitamos que los líderes del Islam mayoritario introduzcan un poco de cordura de nuevo en esta religión. Estoy muy contenta de que al-Tantawi se enfrente a una ideología que es realmente aterradora.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;¿Cuál es el problema en que alguien quiera lleva un velo facial, incluso cuando sólo deje una raja para poder ver?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: esto es exactamente la clase de corrección política occidental que justifica el niqab como una elección individual. Esta actitud olvida fácilmente que es el símbolo de una interpretación del Islam profundamente puritana y peligrosa.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Se justifican así la violencia contra las mujeres y los ataques suicidas con una interpretación supuestamente literal del Qur’an, sugiriendo que un musulmán debería evitar, por todos los medios posibles, tener amigos judíos y cristianos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deberíamos recordar que no está permitido a nuestras iglesias predicar a favor del racismo. El Islam debería regirse por los mismos principios. Los miembros del Ku-Klux-Klan no pueden obtener sus permisos de conducir con capuchas sobre sus cabezas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Muchas mujeres musulmanas se horrorizarán con lo que dices. Llevan el niqab o el hiyab con orgullo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: La interpretación puritana del Islam ha presentado el niqab y el hiyab como una elección libre. Las jóvenes mujeres americanas creen que son fuertes e independientes si se cubren el pelo o la cara. Con ello, pasan por alto el hecho de que es la sexualización y demonización de la mujer lo que aparentemente distrae a los hombres del camino recto.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;He escuchado decir a muchas mujeres musulmanas que cubrir sus cabezas actúa como una especie de protección contra las insinuaciones sexuales de los hombres.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: En Egipto, el Center for Women's Rights publicó un estudio en 2008 que mostraba que las mujeres que respetaban el código de vestimenta islámica sufrían un mayor acoso sexual. Yo misma lo he experimentado cuando estaba en el norte de la India, una de las regiones musulmanas más conservadoras del mundo. Mi hiyab no me protegió contra el acoso sexual. Esto un mito que se ha difundido y que las mujeres están asimilando.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Al-Tantawi afirma que el niqab es solamente una tradición que no tiene nada que ver con el Islam. ¿Cómo ha llegado a asociarse el niqab al Islam?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: te daré un ejemplo de cómo funciona. Hay traducciones del Corán realizadas en Arabia Saudí en las que los pasajes sobre el niqab se han añadido para venderlo como algo simplemente islámico. Ocurre lo mismo con el hiyab. Se ha convertido en una obligación, aunque todo se basa solamente en interpretaciones.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;¿Qué dice el Qur’an sobre la vestimenta femenina? ¿Hay normas sobre lo que debería llevar la mujer?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: No existe ningún decreto de que deba cubrir su cara o pelo. No hay ninguna norma sobre el chador, el pañuelo en la cabeza, el velo, nada sobre colores, si debería ser rosa o negro. Tampoco se dice en ningún sitio que las manos deban cubrirse, o que ella puede sólo mostrar sus ojos. Esto son todo normas masculinas. De acuerdo a la interpretación que considero válida, la mujer debe ser simplemente discreta en la elección de su vestimenta.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dices que, en las ediciones del Qur’an realizadas en Arabia Saudí, país que ha realizado una campaña misionera en las mezquitas de todo el mundo durante la última década, las cosas son muy diferentes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Sí, y como mujer musulmana me preocupa mucho todo esto. El gobierno de Arabia Saudí fue capaz de propagar a nivel internacional -prácticamente sin comprobación- un modelo rígido, inviolable y monolítico del Islam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Por ser el país donde se encuentran los lugares sagrados del Islam, realiza las traducciones del Qur’an y las distribuye a millones de peregrinos que viajan a la Meca durante el Hajj. Las traducciones son sexistas e intolerantes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Estoy continuamente recibiendo traducciones del Qur’an que dicen que no debería ser amiga de judíos o cristianos, que debería cubrir mi cara, excepto un ojo que puede quedar visible. Otra vía de difusión son las mezquitas que ha fundado en todo el mundo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Así que Arabia Saudí es responsable de la propagación de una interpretación restrictiva del Islam. Uno podría incluso decir que es un negocio lucrativo, cuando uno piensa en la guerra contra el terror y el creciente precio del petróleo, que está haciendo a Arabia Saudí un país más rico que nunca.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Eso es absolutamente cierto, pero no estamos responsabilizando al gobierno saudí por su complicidad en la creación de esta peligrosa ideología.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Primero fue exportada a Pakistán, país que es actualmente un refugio para los radicales islámicos. Posteriormente se establecieron fieles en todo el mundo. Y no me refiero a algunos pueblos en Pakistán, sino a mi ciudad natal: Morgantown en West Virginia.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;¿Cómo trabajan?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: se hacen con el poder en las mezquitas y luego predican ideología wahhabi o salafista, y el resto de fieles tienen que seguir la línea marcada. Lo hacen muy bien. Los hombres se dejan crecer la barba hasta cierta longitud porque si no, no son considerados verdaderos musulmanes. Y las mujeres llevan velo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pero tiene que haber algo más. La propaganda sola no es suficiente. ¿Se trata de un sentido de comunidad, de ir a la moda, de ser guay?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Claro que hay algo más. Eres guay si practicas una religión que deja a un lado las interpretaciones occidentales. Es por ello que las mujeres jóvenes creen que son rebeldes al llevar el hiyab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;¿Un movimiento de protesta basado en una moda muy extendida?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: creo que la religión aquí es una industria de bienes de consumo. Es un negocio vendiendo tanto ideas conservadoras como liberales dentro del Islam. La industria tiene también una sección de moda: un abaya (una especie de túnica o chilaba tradicional árabe) por 10.000 dólares en una boutique del Golfo, ropa para los peregrinos o trajes de baños islámicos discretos disponibles en Internet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;En el sector liberal, por ejemplo, esto sucede con camisetas que llevan impresos eslóganes como: "Así es el aspecto de un radical islámico". La verdad es que no dejo de sorprenderme sobre cómo y qué se vende como producto islámico.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Actualmente es la música islámica. La cosa más divertida que he visto recientemente fue ropa interior femenina. Un tanga con la palabra 'bismillah' (en el nombre de Allah) visible en la parte de atrás.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bien sea un movimiento o una moda, tiene que terminar en algún momento. ¿Cuánto tiempo más va a durar?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Creo que el tipo de Islam que fuerza a las mujeres a llevar velo o pañuelo desaparecerá en 20 años. Mohammed Sayed al-Tantawi es uno de los primeros líderes en decir, indirectamente, que ya es suficiente. Esto es una buena señal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;¿Tendrán que seguir sufriendo hasta entonces las mujeres musulmanas?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Durante algún tiempo todavía, seguramente. Pero tienes que recordar que no es sólo la mujer la que sufre, los hombres también se ven afectados. Los talibanes exigieron que los hombres tuvieran la apariencia, pensaran y actuaran de cierta manera, o en caso contrario no serían considerados como verdaderos musulmanes. Los mecanismos de control no se limitan a las mujeres, se están extendiendo cada vez más.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Los talibanes prohibieron a hurtadillas a las mujeres la participación en la vida pública. Al final, este control religioso terminó con la destrucción de las estatuas de Buddha. ¿Crees que Tantawi lo hizo por eso?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Creo que se dio cuenta de que no se trata solo de poner un velo a la mujer. En cierta medida, él también podría convertirse en objetivo porque no mantiene la misma interpretación del Islam. No es sólo un peligro para las mujeres, sino para todos nosotros.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entrevista realizada por Alfred Hackensberger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Asra Nomani es profesora de periodismo en Georgetown. Es autora de "Standing Alone in Mecca", de "Islamic Bill of Rights for Women in the Bedroom", y de "Islamic Bill of Rights for Women in the Mosque".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entrevista con Asra Nomani&lt;br /&gt;Autor: Alfred Hackensberger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fuente: Qantara.de&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-7786968429461888674?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/7786968429461888674/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=7786968429461888674' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7786968429461888674'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7786968429461888674'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2010/02/el-yihad-de-genero.html' title='&apos;El yihad de género&apos;'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-5569983376071694047</id><published>2010-02-19T16:35:00.000-08:00</published><updated>2010-02-19T16:37:18.708-08:00</updated><title type='text'>Katzenjammer auf den Kanaren</title><content type='html'>Dramatische Tourismuseinbrüche auf der beliebten Inselgruppe im Atlantik&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Arrecife - Von Arrecife in die Weinregion von La Geria, im Landesinnern von Lanzarote, sind es etwa 20 Minuten. Eine Fahrt durch karge Vulkanlandschaften, die von kleinen Trichtern übersät sind, in denen, windgeschützt von halbkreisförmigen Mauern, der Wein wächst. "Eine magische Gegend", sagt Peter Helms fasziniert, obwohl er schon 20 Jahre auf Lanzarote lebt. Mit "magisch" meint der 45-Jährige auch das Klima, das Ende Januar sommerliche 25 Grad beschert. An unserem Ziel, dem Chupadero, sitzen die Gäste draußen vor dem Haus. Bei einem Glas Wein mit Tapas genießen sie die letzte Abendsonne, bevor sie zwischen Vulkanen im Meer versinkt.&lt;br /&gt;Google Anzeige&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ein kleines Paradies", meint Barbara Hendriks, die Besitzerin der Bodega, in der schon der SPD-Politiker Björn Engholm oder die verstorbene Schauspielerin Barbara Rudnik bewirtet wurden. "Aber man vergisst dabei, dass alles nicht so einfach ist, gerade jetzt in Zeiten der Krise", erzählt die geborene Dortmunderin, die mehr als zwei Jahrzehnte gebraucht hat, aus einer Bauernhausruine ihr Traumhaus mit Gastwirtschaft zu machen. Die Krise bedeutet für sie 30 und 40 Prozent Umsatzrückgang. Sie musste sparen und Personal entlassen, zum Beispiel Peter Helms. Er hatte in der Bodega als Koch gearbeitet, nachdem er - ebenfalls aufgrund der schlechten Wirtschaftslage - zuerst seine Disco und danach ein Pub in der Hauptstadt Arrecife hatte aufgeben müssen. "Wenn die Touristenzahlen drastisch zurückgehen", sagt der ehemalige Gastwirt, der nun mit einem Kleinflugzeug von Lanzarote Luftbilder macht, "dann wird es irgendwann für alle kritisch".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2009 kamen 600 000 Touristen weniger als im Vorjahr auf die Kanarischen Inseln. Ein Rückgang von rund 15 Prozent. Für eine Ökonomie, die zu 80 Prozent vom Tourismus lebt, ist das ein herber Schlag. Allein in den ersten neun Monaten 2009 mussten 5000 kleine und mittlere Unternehmen schließen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Krise ist auf Lanzarote und den anderen sechs Inseln des Archipels allgegenwärtig. Geschäfte werben mit "Preisen gegen die Krise". Beim Bäcker gibt's für Arbeitslose und Rentner zehn Prozent Nachlass aufs Brot, im Restaurant fürs Tagesmenü, und sogar Tierhandlungen reduzieren bei Katzenstreu oder einem neuen Hamster. Die Arbeitslosenquote beträgt 26 Prozent und liegt damit knapp zehn Prozent höher als auf der Iberischen Halbin-sel. Gerade unqualifizierte und schlecht bezahlte Arbeitskräfte, die vorwiegend im Tourismussektor eine Anstellung fanden, wurden entlassen. Der Anlauf bei sozialen Organisationen, die auf den Inseln kostenlos Lebensmittel und Kleidung ausgeben, nimmt ständig zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Früher waren das goldene Zeiten", schwärmt Eduardo Fiestas, der Direktor des Hotels "Costa Sal" in Matagorda, keine zehn Autominuten von Arrecife entfernt, "als Touristikunternehmen wie TUI oder Thomas Cook pro Saison Zimmerkontingente bestellten und auch bezahlten, selbst wenn sie nicht genutzt wurden." Heute werde genau abgerechnet und zudem viel weniger pro Zimmer bezahlt. "Das Geschäft ist insgesamt um 40 Prozent zurückgegangen", erklärt der Direktor etwas resigniert. Auch das Konsumverhalten der Gäste habe sich geändert. "Wer früher am Abend drei oder vier Biere trank, gibt sich heute mit einem oder höchstens zwei zufrieden. Man muss sparen, am Personal und am Service." Anstatt täglich die Bungalows zu reinigen, Handtücher und Bettwäsche zu wechseln, mache man das zuerst alle drei Tage und am Ende nur mehr alle sechs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im "Costa Sal" sei besonders der Markt aus den skandinavischen Ländern und Großbritannien eingebrochen, aber auch aus Deutschland könne man einen Rückgang verzeichnen. "Kämen im Sommer nicht mehr wie üblich die Spanier der Iberischen Halbinsel in Ferien, sähe es wirklich düster aus", erklärt der Hotelchef&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine mehrfach ausgezeichnete Kampagne mit einem Eisbären und einem Mädchen am Strand läuft seit November im deutschen Fernsehen und ist auch in Tageszeitungen zu sehen. Sie ist Teil einer groß angelegten Werbeoffensive, um die zahlungskräftigen Deutschen zurückzugewinnen - wenigstens sie.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-5569983376071694047?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/5569983376071694047/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=5569983376071694047' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/5569983376071694047'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/5569983376071694047'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2010/02/katzenjammer-auf-den-kanaren.html' title='Katzenjammer auf den Kanaren'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-7463514202473086412</id><published>2010-02-11T03:37:00.000-08:00</published><updated>2010-02-11T03:38:07.189-08:00</updated><title type='text'>Der alte Glanz kehrt zurück</title><content type='html'>Tanger ist bei Künstlern und Jetset wieder en vogue. Und Marokkos König investiert in die Hafenstadt - als Brücke nach Europa&lt;br /&gt;Alfred Hackensberger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;TANGER. Gehobene Ansprüche waren schon immer etwas teuerer. Für 12,5 Millionen Euro steht die "Villa Mabrouka", das "Haus des Glücks", in der Altstadt von Tanger zum Verkauf. 8 500 Quadratmeter Luxus, ganz in der Nähe der Kasbah, der mittelalterlichen Burg, mit Terrassengärten, Swimmingpool, Badehaus und Wasserfall sowie einem atemberaubenden 180-Grad-Panoramablick über die Meerenge von Gibraltar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist das ehemalige Anwesen von Yves Saint Laurent, dem 2008 verstorbenen französischen Modedesigner. Spontan hatte er es vor zwölf Jahren bei einem Kurzbesuch in der marokkanischen Hafenstadt an einem verregneten Winternachmittag für 1,4 Millionen Euro gekauft. Eine Villa, die sich nur die wenigsten leisten können, aber eines der letzten der ohnehin wenigen Immobilienobjekte, die in dieser Wohngegend von Tanger noch zu haben ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Stones kifften im Café Hafa&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die guten Häuser, von denen man eine Aussicht auf die Meerenge und die spanische Halbinsel hat, sind kaum mehr zu finden und wenn, dann sehr, sehr teuer", erklärt Francisco Corcuera, ein chilenischer Maler, von dessen Dachterrasse man die Altstadt von Tanger überblickt. "Hier vorn, das ist das Haus eines deutschen Fotografen, und das da hinten gehört einem französischem Schriftsteller", sagt Francisco und deutet ins weiße Häusermeer. "In den letzten Jahren kamen immer mehr Europäer, kauften ihre Traum-Immobilie und die Preise stiegen ins Unermessliche".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu diesen Ausländern gehört auch Bernard-Henry Levy, der französische Bestseller-Philosoph. Er leistete sich ein Stück weiter, an den Klippen des Mittelmeers, eine extravagante Villa für mehrere Millionen. Selbst von der Toilette aus soll man einen Blick auf die Küste Spaniens haben, sagt der Kellner des "Café Hafa", in dem schon die Rolling Stones ihr Haschisch rauchten und das direkt an Levys Haus angrenzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tanger ist wieder en vogue, was viele nicht für möglich gehalten hätten. Reisende, die in den 80er- und 90er-Jahren die Hafenstadt besuchten, erinnern sich an verwahrloste Fassaden, den Geruch von Müll in den Straßen und dazu ein Heer von selbsternannten Reiseführern, die Fremde auf Schritt und Tritt belästigten. Wer etwas vom Flair der legendären "Internationalen Zone" der 40er- und 50er-Jahre suchte, wurde enttäuscht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Kino war das besser zu sehen. Mit dem Film "Casablanca" (1942) hatte Hollywood der Stadt Tanger bereits früh ein Denkmal gesetzt. Die Hafenstadt war damals tatsächlich ein Eldorado für Millionäre, Schmuggler, Geheimagenten und Bankiers. "Jeden Tag wurde irgendwo eine große Party gefeiert", erzählte der amerikanische Schriftsteller Paul Bowles gerne, der bereits in den 40er-Jahren in Tanger wohnte und den sein Marokko-Roman "Himmel über der Wüste" international bekannt machte. Neben Paul Bowles kamen auch andere Künstler wie Tennessee Williams, Truman Capote, Francis Bacon, Jean Genet oder William S. Burroughs. Viele von ihnen waren homosexuell. Denn Tanger war nicht nur ein Vergnügungszentrum für Heterosexuelle. Im Ausgeh-Viertel rund um den Socco Chico gab es jede Menge Etablissements mit weiblichen wie männlichen Prostituierten jeder Altersklasse und für jegliche sexuelle Präferenz. Moralischen Puristen galt Tanger damals als Sündenpfuhl.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 ging es mit der Libertinage schnell zu Ende, wobei Tanger noch bis in die späten 60er-Jahre ein Treffpunkt des Jetsets blieb. Wie der Glanz dieser alten Tage ausgesehen haben mag, wurde 1989 von Malcom Forbes noch einmal zelebriert. Zu seinem 70. Geburtstag ließ der millionenschwere Verleger 800 der reichsten und berühmtesten Persönlichkeiten der Welt nach Tanger einfliegen, um in seinem "Palais Mendoub" zu feiern. Es war ein letzter schillernder Farbtupfer für eine Stadt, die schon längst in die kulturelle und politische Bedeutungslosigkeit versunken war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hassan II., der ehemalige König von Marokko, hatte für Tanger wenig übrig. In den 37 Jahren seiner Regentschaft besuchte er die Stadt ein einziges Mal und ließ sie administrativ wie finanziell vernachlässigen. Das änderte sich erst mit seinem Tod 1999. Der neue Monarch, Mohammed VI., erkannte den Wert der geopolitischen Lage als Tor zu Afrika und Brücke zu Europa. Mit ihm begannen die Umgestaltung Tangers und die Neustrukturierung des Nordens von Marokko.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer Tanger von früher kennt, wird heute überrascht sein. Die Fahrt vom neuen Flughafenterminal in die Stadt führt nicht mehr an brachliegenden Feldern vorbei, sondern an neuen Wohnhäusern, Bürotürmen und Wohnkomplexen im Rohbau, die alle, wie es auf großen Plakaten heißt, "out-standing" und "deluxe" sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer mit der Fähre aus Spanien ankommt, den empfangen die weiß glänzenden Fassaden der Avenida Espana, zudem eine neu angelegte Fußgängerzone. Überall in der Stadt wurden Plätze umgestaltet, Parks neu bepflanzt und als Ruhezonen eingerichtet. In der Bucht von Tanger entstehen Hotels und Strandbäder. An der Peripherie der Stadt werden Wohnanlagen gebaut, oft für mehrere zehntausend Bewohner. "Man versucht das Missmanagement der vergangenen Jahrzehnte zwischen Zentrum und Peripherie auszugleichen", sagt Khalid Amine von der Universität Tetouan. "Man will die Spannung aus dem Zentrum nehmen, in dem man neue urbane Zentren um die Stadt herum baut".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kritik an der Neugestaltung des öffentlichen Raums kommt gerade von den Europäern, die in Tanger wohnen. "Der Stadt verliert ihren Charme, ihre Originalität", klagt ein deutsches Ehepaar, das seit vier Jahren in der Hafenstadt lebt. "Alles wird modernisiert", fügen beide kopfschüttelnd an. Für Khalid Amine, Professor für postkoloniale Studien, ist eine solche Haltung nur ein Anlass zu schmunzeln. "Die Westeuropäer lassen ihre Konsumkultur hinter sich, um in Marokko in eine möglichst natürliche Umwelt und emotionale Intensität einzutauchen", sagt er. "Die Marokkaner dagegen wollen die Modernität, wie sie vom Westen vorgelebt wird". Es sind Haltungen, die gegensätzlicher nicht sein könnten, sich aber bei der Wahl des Wohnraums sehr gut ergänzen. Europäer beziehen die Häuser der Altstadt, die den Marokkanern zu altmodisch sind und die sie lieber gegen eine Wohnung in einem der neuen Appartementgebäude eintauschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Tanger ist die Schnittstelle zu Europa", sagt Khalid Amine. "Ob man will oder nicht, die Moderne ist hier unaufhaltsam". Allerdings müsse man aufpassen, dass in Marokko nichts aus dem Gleichgewicht gerät, wie etwa in Dubai oder Kuwait. Dort sei die Architektur eine Hymne an die Moderne oder Postmoderne und lasse die Tradition vollkommen außer Acht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine neue wirtschaftliche "Schnittstelle" zu Europa ist der im Juli 2007 in Betrieb genommene Mittelmeerhafen TangerMed und das angegliederte 500 Quadratkilometer große Industriegebiet. Der Autokonzern Renault will dort ab 2013 jährlich 200 000 neue Wagen produzieren - sofern es die globale Krise denn erlaubt. Renaults ursprünglicher Partner Nissan hat seine Beteiligung am neuen Werk angesichts sinkender Absatzzahlen bereits zurückgezogen. Das Großprojekt TangerMed soll in Zukunft insgesamt 140 000 Menschen eine neue Arbeit geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tunnel nach Gibraltar geplant&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine weitere Schnittstelle, bei der es um weit größere Dimensionen geht, ist der geplante Gibraltar-Tunnel. Er soll Afrika und Europa unter dem Mittelmeer hindurch mit einer Bahnstrecke und einem Autoshuttleservice verbinden. Die kürzeste Entfernung zwischen den Kontinenten beträgt 14 Kilometer. "Aber das Meer zwischen Tanger und Tarifa ist eintausend Meter tief, was einen Tunnelbau dort völlig unmöglich macht", erklärt Giovanni Lombardi, ein Schweizer Architekt, dessen Büro die Machbarkeitsstudie für das Projekt erarbeitet hat. Deshalb müsse ein Umweg von 40 Kilometern unter der Meerenge von Gibraltar gegraben werden. "Als erstes wird ein Sondierstollen ausgehoben", erläutert der Architekt, "und der wird kaum vor 2030 fertig sein". Die Kosten für das Megaprojekt schätzt man heute auf gut zwölf Milliarden Euro, wobei ein Termin für die Inbetriebnahme noch in den Sternen steht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Stadt Tanger würde der Gibraltar-Tunnel einen Sprung in ein völlig neues Zeitalter bedeuten. Ob dann noch auf eine Balance zwischen Moderne und Tradition Rücksicht genommen wird, wie es Professor Khalid Amine anmahnt? "Tanger erfindet sich immer wieder neu", sagt Amine hoffnungsvoll. Das habe die Stadt in ihrer wechselhaften Geschichte bewiesen&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-7463514202473086412?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/7463514202473086412/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=7463514202473086412' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7463514202473086412'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7463514202473086412'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2010/02/der-alte-glanz-kehrt-zuruck.html' title='Der alte Glanz kehrt zurück'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-8383913332823031186</id><published>2010-01-11T19:16:00.001-08:00</published><updated>2010-01-11T19:18:48.152-08:00</updated><title type='text'>Westerwelle im Land der Gotteskrieger</title><content type='html'>Auf Wunsch der Nachbarstaaten setzt sich Außenminister Westerwelle im Jemen dafür ein, al-Qaida nicht nur militärisch zu bekämpfen. Kenner des Landes geben ihm recht. Denn die Islamisten haben dort eine breite Basis, genießen den Schutz von Stammesfürsten und sind in das politische System eingebettet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Jemen solle „kein Rückzugsgebiet für Terroristen“ werden, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nach seinem Treffen mit dem jemenistischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh. Dabei setze man auf eine „politische Lösung“, nicht auf eine militärische.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit seinem Plädoyer für eine politische Lösung unterstützt Westerwelle die Nachbarländer des Jemen. Saudi-Arabiens König Abdullah und Katars Emir Hamad hatten ihn gebeten, in diese Richtung auf den Präsidenten des Jemen einzuwirken. Sie und andere Gesprächspartner des deutschen Außenministers fürchten eine Destabilisierung der gesamten Region und sehen die Gefahr eines Abdriftens des Bruderstaates in Richtung Terrorismus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Westerwelle stellte eine Konferenz für den Jemen am 27. Januar in London in Aussicht und ermahnte Saleh zu größerer Kooperation mit den Nachbarn. Er konnte darauf verweisen, dass Deutschland sich bereits seit Jahren in dem Land engagiert. Knapp 80 Millionen Euro Entwicklungshilfe fließen allein 2009/10 in den Jemen, damit steht die Bundesrepublik in Europa an der Spitze. Dazu kommen 1,5 Millionen Euro vom Auswärtigen Amt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch verfolgt die jemenitische Regierung aber eine andere Strategie – die von den USA unterstützt wird. Gerade hat eine neue Offensive gegen al-Qaida in den Provinzen Schabwa, Maarib und rund um Sanaa gestartet, mit über 10?000 Soldaten. „Es muss dem Jemen klargemacht werden, es sind Erwartungen und Bedingungen an unsere fortdauernde Unterstützung geknüpft“, hatte US-Außenministerin Hillary Clinton Anfang vergangener Woche in Washington gesagt. Dabei hatte sich der Jemen durchaus kooperativ gezeigt. Schon am 15.?Dezember startete eine Operation, bei der die jemenitische Luftwaffe vermeintliche Al-Qaida-Trainingslager bombardierte. Bei den Angriffen sollen die USA nicht nur logistische Unterstützung geliefert, sondern auch Cruise-Missiles eingesetzt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade hat die jemenitische Regierung eine neue Offensive gegen al-Qaida in den Provinzen Schabwa, Maarib und rund um Sanaa gestartet mit über 10.000 Soldaten. „Es muss dem Jemen klargemacht werden, es sind Erwartungen und Bedingungen an unsere fortdauernde Unterstützung geknüpft“, hatte US-Außenministerin Hilary Clinton bei einer Pressekonferenz in Washington Anfang vergangener Woche gesagt. Dabei hatte sich der Jemen bereits kooperativ gezeigt. Am 15. Dezember startete eine Operation, bei der die jemenitische Luftwaffe vermeintliche Al-Qaida-Trainingslager bombardierte. Bei den Angriffen sollen die USA nicht nur logistische Unterstützung geliefert, sondern auch Cruise-Missiles eingesetzt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den bekannten jemenitischen Publizisten und politischen Berater Abdulghani Al-Iryani „ist die militärische Unterstützung der USA kontraproduktiv, besonders, wenn dabei auch Zivilisten zuschaden kommen“. Das bringe den Extremisten nur Sympathien und neue Rekruten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sich alleine auf militärische Aktionen zu verlassen, sei zudem blauäugig. „Man kann nicht alle Al Qaeda Kämpfer und Sympathisanten töten“, fügte Al-Iryani an. „Stattdessen muss man die Bedingungen bekämpfen, die Terrorismus möglich machen“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Jemen ist eines der ärmsten Länder der Region, in dem die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt. „Wir hoffen“ sagte der jemenitische Außenminister Abu Bakr al-Qirbi, „dass die USA die Fehler von Afghanistan und Irak nicht wiederholen. Wir brauchen einen langfristigen Entwicklungsplan gegen Armut und für Bildung, was den Terrorismus effektiver bekämpft als militärische Aktionen".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Jemen, ähnlich wie in anderen arabischen Staaten, kam den Afghanistan-Rückkehrern aus dem Krieg gegen die Sowjetunion (1979-1989) eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung radikaler Ideologien zu. „Sie wurden als Helden gefeiert, galten als cool“, erzählt Abdulghani Al-Iryani. „Ende der 80er Jahre begannen sie mit dem Aufbau von Koranschulen und Trainingscamps. Zu Beginn der 90er Jahre kämpften sie sogar auf Seiten der Regierung gegen die Sezessionisten des säkularen Südens“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst im Jahr 2000, mit dem Attentat von al-Qaida auf den US-Zerstörer Cole im Hafen von Aden, bei dem 17 amerikanische Seeleute starben, wendete sich das Blatt. Die Regierung habe viele, aber lange nicht alle Ausbildungslager geschlossen. Die Schulen blieben in der Regel unangetastet. „Heute sind die Islamisten ins politische System des Landes eingebettet“, so der Publizist weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie weit diese Einbettung geht und wer Sympathisant oder Unterstützer ist, darüber sollte man sich besser nicht öffentlich äußern. Besonders wenn es um Personen wie Ali Mushin Al-Ahmar geht, der über einen Halbbruder mit Staatspräsidenten Ali Saleh verwandt ist. Al-Ahmar ist Militärkommandeur von Nordwestjemen, bekannt für extreme religiöse Ansichten und Beziehungen zu al-Qaida. Er soll für das Training von Dschihadisten im Jemen verantwortlich sein, bevor sie nach Afghanistan und in den Irak geschickt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine andere schillernde Figur ist Tariq Al Fadhli, ein Afghanistan-Veteran, ehemaliger Verbündeter von Osama bin Laden, mit Freunden unter den Dschihadisten. Al Fadhli war früher Verbündeter von Präsident Saleh, heute für die Sezession des Südens. Die Leibwächter des Dschihadsveterans kommen aus Somalia. Sie sollen den radikalen Al-Schabab-Milizen nahe stehen, die dort die Übergangsregierung bekämpfen und al-Qaida im Jemen im Notfall islamistische Waffenhilfe versprachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Al Ahmar und al Fadhli sind beides Typen, die in die Kategorie „Black Box“ von Ali Saif Hassan gehören. Der Direktor des „Political Development Forums“ in Sanaa benutzt diesen Ausdruck als Metapher für die Überschneidungen von Establishment und al-Qaida. „Den Inhalt der Black Box kennt man nicht genau“, erklärt Hassan. „Al-Qaida ist ja keine politische Partei oder ein Verein mit einer Mitgliederliste“, fügt er süffisant an. „Es ist eine fundamentalistische Gemeinde, von der man nicht weiß, wo sie anfängt und wo sie aufhört“. Sicher sei nur, dass sie große Unterstützung genieße und es von Vorteil sei, dazuzugehören. „Da geht es natürlich um Macht und auch um Business-Angelegenheiten“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hilfe aus dieser Black Box gab es bei der Flucht von 23 Al-Qaida-Mitgliedern aus einem Hochsicherheitsgefängnis im Februar 2006. Unter den Ausbrechern waren auch die Planer des Attentats auf die USS Cole im Oktober 2000. Ohne Beteiligung der jemenitischen Sicherheitsbehörden wäre die Flucht nicht möglich gewesen. Von den Entflohenen wurden zwar fast alle wieder gefasst oder getötet, aber drei sind weiterhin auf freiem Fuß. Darunter Nasser al-Wuhayshi, heute der Anführer von „Al-Qaida der Arabischen Halbinsel“. Ein anderer Ausbrecher, Quassim al-Raimi, soll Militärkommandeur sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Komplettiert wird die Führungsriege mit Ex-Häftlingen aus Guantánamo, die in Saudi-Arabien ein Terroristen-Resozialisierungsprogramm durchliefen, bevor man sie 2007 frei ließ. Said Ali al-Shihri ist nun Vizechef der Organisation, Abu al-Hareth Muhammad al-Oufi ein Feldkommandant. Kein Wunder, dass die US-Regierung die Überstellung der etwa 90 in Guantánamo verbliebenen jemenitischen Häftlinge in ihr Heimatland auf unbestimmte Zeit verschoben hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„In die Tausende“ soll die Zahl der Al-Qaida-Mitglieder im Jemen gehen, meint Abdulghani al Iryani. Nicht unrealistisch, wenn man nur an die 2000 Jemeniten denkt, die aus Afghanistan sowie aus dem Irak nach Hause zurückgekehrt sein sollen. Im Irak standen viele von ihnen unter dem Befehl von Ayman al-Zarqawi, der für sein blutrünstiges Kommando bekannt war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rückzugsgebiete al-Qaidas liegen im Osten des Jemen, in den die Armee jetzt vorrückt. Dort existiert keine staatliche Autorität. Wie in Afghanistan oder Pakistan haben die Oberhäupter von Stämmen das Sagen. Von ihrem Schutz ist al-Qaida abhängig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Klanchefs und Islamisten spielte Anwar al-Awlaki, ein aus den USA stammender Imam, der per Internet Attentäter rekrutiert und im Jemen untergetaucht ist. Er ´betreute“ Nidal Malik Hasan, der auf der US-Militärbasis Fort Hood im November 2009 13 Menschen tötete, aber auch Umar Farouk Abdulmutallab, den 23-jährigen Flugzeugbomber von Detroit. Anwar al-Awlaki gehört selbst zu einem einflussreichen Stamm und genießt damit für sich und auch für seine Gäste uneingeschränkten Schutz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob dieser Schutz seinen Gefolgsleuten noch lange gewährt wird, steht angesichts der Armeeoffensive, zu bezweifeln. „Gerade die Stammesoberhäupter sind sehr pragmatisch“, berichtet Ali Saif Hassan vom „Political Development Forum“. „Sie wechseln je nach Vorteilslage gerne ihre Meinung“.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-8383913332823031186?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/8383913332823031186/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=8383913332823031186' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8383913332823031186'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8383913332823031186'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2010/01/westerwelle-im-land-der-gotteskrieger.html' title='Westerwelle im Land der Gotteskrieger'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-4304992610468445728</id><published>2009-12-08T15:50:00.000-08:00</published><updated>2009-12-08T15:56:59.956-08:00</updated><title type='text'>Interview with Asra Nomani</title><content type='html'>'Gender Jihad' in the Service of Women's Rights&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The 44-year-old US writer Asra Nomani is viewed as a prominent representative of "Gender Jihad". For the former Wall Street Journal reporter, there is no contradiction between Islam and feminism. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In both western countries and Muslim societies feminism and Islam are mostly regarded as irreconcilable opposites. Why are they not compatible?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Asra Nomani: Yes, I'm always hearing that view at my lectures. But as far as I'm concerned, the two go hand in hand. I think Islam was originally a feminist religion. The Prophet Mohammed was a feminist, like his first wife Khadija, his daughter Fatima and his wife Aisha. None of them allowed themselves to be pushed aside, and they all spoke their minds. I don't think Islamic feminism is an apparent contradiction.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Actually, I meet religious feminists all over the world – Mormon, Catholic, Maronite, Jewish-orthodox, Protestant. My experience is that women have to fight male power in Islam with the same dynamics as in all other religions.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;When I mentioned your name to a colleague, the response was: Ah, gender jihad. What's it like to have such a tag?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Well, very good, I must say. I'm very proud to be a soldier on this front.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;And what is this soldier fighting for?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: For the rights of women, and at the same time for social justice. Women should not be the preserving jars of honor and purity. They should not be punished for their sexuality, by crouching in the backrooms and corners of mosques.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Women should not be gagged just because they bring men into temptation. These are all just control mechanisms to treat us as second-class citizens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;What's your view on the veiling of women?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: If you cover the face of a woman, it de-personifies her. The removal of the veil is a crucial element of gender jihad, because by doing this we dispel ignorance.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Now you've received support on this matter from one of the highest authorities in Sunni Islam. Mohammed Sayed al-Tantawi, the Grand Sheikhk of Al Azhar University, has described the niqab (face veil) as un-Islamic and issued a ban at the Cairo seat of learning.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Yes, it's very important to us if the Al Azhar University assumes a leading role in this. We need the leaders of the Islamic mainstream to at last inject some reason back into this religion. I'm really happy that al-Tantawi has tackled an ideology that really is terrifying.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;What is the problem if someone wants to wear a face veil, even if it only leaves a slit to see through?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: That's exactly the kind of western political correctness that excuses the niqab as a woman's free choice. This attitude conveniently forgets that it is symbolic of a highly puritanical and dangerous interpretation of Islam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;This justifies violence against women and suicide attacks with an allegedly literal interpretation of the Koran and suggests that a Muslim should not make friends with Jews and Christians if at all possible.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;One should remember that our churches are also not allowed to preach racism. Islam should be measured by the same standards. Members of the Ku-Klux-Klan can't collect their drivers' permits with hoods over their heads.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Many Muslim women would be appalled at what you say. They wear the niqab or the hijab (headscarf) with pride.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: The puritanical interpretation of Islam has presented the niqab and the hijab as a free choice. Young American women think they are strong and independent if they cover their hair or their faces. In doing so they overlook the fact that this is about the sexualization and demonization of women, who apparently distract men from the right path.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I've heard it said by many Muslim women that covering their heads acts as a kind of protection against the sexual advances of men.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: In Egypt, the Center for Women's Rights published a study in 2008 that showed that women adhering to the Islamic dress code suffered the most sexual harassment. I've experienced it myself, when I was in northern India, one of the most conservative Muslim regions. My hijab did not protect me from sexual harassment. That's a myth that's peddled, and women are taken in by it.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Al-Tantawi claims the niqab is just a tradition that has nothing to do with Islam. How did the niqab come to be associated with Islam?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: I'll give you an example of how that works. There are translations of the Koran from Saudi Arabia in which passages on the niqab have simply been added in order to sell it as something Islamic. It's the same with the hijab. It's made into an obligation, although it's all only based on interpretations.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;What does the Koran say about female clothing? Are there rules on what women should wear?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: There is nothing decreeing that she must cover her face or hair. There is nothing about a shawl, a headscarf or a veil, nothing about a color, whether it should be pink or black. There is also nothing to say that the hands must be covered, or that she can only show her eyes. These are all the rules of men. In accordance with the interpretation that I think is the right one, a woman should simply be moderate in the choice of her clothing.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In editions of the Koran from Saudi Arabia, which has conducted a missionary campaign in the mosques of the world over the last decade, it's all very different, you say.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Yes, and as a Muslim woman I feel very concerned about this. The Saudi Arabian government was able to internationally propagate – virtually unchecked – a rigid, inviolable and monolithic form of Islam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;As the country where the holy sites of Islam are located, Saudi Arabia produces Koran translations and distributes them to millions of pilgrims who travel to Mecca on the Hajj. The translations are sexist and intolerant.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I'm always receiving Koran translations that say I should not make friends with a Jew or a Christian and cover my face, apart from one eye that may remain visible. Another route is via the mosques that were founded all over the world.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So Saudi Arabia is responsible for the propagation of a strict interpretation of Islam. One could almost say it's a lucrative business, when one thinks of the war on terror and the increased price of oil, which is making Saudi Arabia richer than ever.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: That's absolutely right. And we're not holding the Saudi government responsible for its complicity in the creation of this dangerous ideology.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;First it was exported to Pakistan, which is currently a haven for militant Islamists. Then representative congregations were set up all over the world. And I'm not talking about some villages in Pakistan, but about my home city of Morgantown in West Virginia.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;How does that work?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: They take over mosques and teach Wahhabi and Salafi ideology, and the rest of the congregation has to fall into line. It works very well. The men grow beards of a certain length, otherwise they're not regarded as true Muslims. And the women wear veils.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;But there must be a need for it somehow. Propaganda alone can't be enough. Is it about a sense of community, of fashion, of being cool?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: Of course there's a need for it. You're cool if you practice a religion that lies beyond western interpretations. That's why young women think they're rebels because they wear the hijab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;A broad-based fashion protest movement?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: I believe that religion here is a consumer goods industry. It's a business selling both conservative and liberal ideas within Islam. The industry also has a fashion division – an abaya (traditional Arab cloak-like overgarment) for 10,000 dollars in a boutique in the Gulf, pilgrimage clothing or discreet Islamic bathing suits available on the Internet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In the liberal sector for example, this happens with T-shifts printed with slogans such as: "This is what a radical Muslim looks like." I'm continually astonished at what is sold as an Islamic product, and how.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Currently it's Islamic music. The funniest thing I saw recently was Islamic underwear. A G-string with the word 'bismillah' (in the name of Allah) visible on the back.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Whether it's a movement, or a fashion: it all has to come to and end at some point. How much longer will it go on for?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: I think the kind of Islam that wants to force women to wear a veil or a headscarf won't be around in 20 years. Mohammed Sayed al-Tantawi is one of the first leaders to say, indirectly, enough's enough. It's a good sign.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;But do Muslim women have to suffer until then?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: For some time yet, that's for sure. But you must remember that it's not just the women who suffer, the men are also affected. The Taliban demanded that men looked, thought and behaved a certain way, otherwise they were not regarded as true Muslims. Control mechanisms don't stop at women, they are extending further and further.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The Taliban stealthily banished women from public life. In the end, this religious control culminated in the destruction of the Buddha statues. Do you think Tantawi had that in mind?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani: I think he realized that it's not just about the veiling of women. At some point he could also become a target because he does not represent the same interpretation of Islam. It's not just a danger for women, but for us all.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interview conducted by Alfred Hackensberger for Qantara&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Asra Nomani teaches journalism at Georgetown University. She is the author of "Standing Alone in Mecca", of the "Islamic Bill of Rights for Women in the Bedroom", and of the "Islamic Bill of Rights for Women in the Mosque".&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-4304992610468445728?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/4304992610468445728/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=4304992610468445728' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/4304992610468445728'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/4304992610468445728'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/12/interview-with-asra-nomani.html' title='Interview with Asra Nomani'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-7833795999895096829</id><published>2009-11-23T19:14:00.000-08:00</published><updated>2009-11-23T19:18:53.802-08:00</updated><title type='text'>Marrakesch, die neue Metropole für billigen Sex</title><content type='html'>Marrakesch ist zu einem Zentrum des internationalen Sextourismus geworden. Gerade aus den arabischen Ländern am Golf kommen immer mehr Besucher auf der Suche nach schnellem Sex. Im Visier sind dabei nicht nur Frauen, sondern auch junge Männer – und das, obwohl Homosexualität in Marokko gesetzlich verboten ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Marrakesch kommen immer mehr Touristen auf der Suche nach billigem Sex. Begehrt sind dabei nicht nur junge Frauen&lt;br /&gt;    &lt;br /&gt;In einem luxuriösen Appartement in Marrakesch tanzen nackte Mädchen bis in den frühen Morgen. Danach wälzen sie sich zum Amüsement ihrer Kunden über den Fußboden, auf dem Geldscheine ausgestreut sind. Was an den verschwitzten Körpern der Frauen hängen bleibt, ist ihre Entlohnung für die Nacht, die nun erst richtig beginnt. „Dann kommt der Sex“, erklärt Fatima, eine 21-jährige Prostituierte, die sich mit ihrer Freundin Naima auf Kunden aus den arabischen Ländern am Golf spezialisiert hat. „Das ist zwar manchmal wie Sklaverei, dafür zahlen sie aber besser als andere Ausländer.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Besucher aus Saudi-Arabien, Kuwait oder den Arabischen Emiraten sind allerdings nicht nur für ihr Interesse an jungen Frauen bekannt. „Ob hier in Marokko, im Libanon oder in Ägypten“, meint ein Zigarettenverkäufer in Marrakesch, „jeder weiß doch, dass sie auch hinter Männern her sind. Je jünger, desto besser.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit diesen Vorlieben sind die Touristen aus den Golfstaaten in der ehemaligen marokkanischen Königsstadt genau richtig. Marrakesch ist heute, neben dem Atlantik-Badeort Agadir im Süden des Landes, ein Zentrum des internationalen Sextourismus. Am Platz Djamaa al-Fna, mit seinen Magiern, Akrobaten und exotischen Tieren, aber auch in Restaurants und Bars, die von Touristen besucht werden, trifft man neben weiblichen auch jederzeit männliche Prostituierte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Gauklern, Märkten und Palästen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Homosexuelle schätzen „die erotische Atmosphäre einer Männergesellschaft“, wie Stefan S. aus Deutschland bekennt. „Niemanden stört es, wenn Männer auf offener Straße Händchen halten oder sich auf die Wange küssen.“ Zum anderen wegen billigem Sex, der überall leicht zu haben sei. „Vielen Marokkanern macht das auch Spaß“, versichert der 45-jährige Deutsche. „Sie sind verheiratet, haben Kinder, aber gleichzeitig einen Freund.“ Dabei ist Homosexualität in Marokko gesetzlich verboten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Marrakesch haben viele Homosexuelle, wie andere Ausländer auch, ein altes Haus gekauft und renoviert. Bevorzugt ein Riad (Haus mit Innenhof) in der Altstadt, die heute hauptsächlich von Spaniern, Franzosen, Engländern oder US-Amerikaner bewohnt wird. In exotisch-orientalischer Atmosphäre feiert man Cocktailpartys und hält Diners.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei können die marokkanischen Hausangestellten schon mal in knappen Lederkostümen oder anderen Fantasieuniformen die Gäste bewirten. Längst hat sich um homosexuelle Touristen eine eigene Sexindustrie gebildet. Viele junge Männer aus verarmten Dörfern der Umgebung zieht es nach Marrakesch, um „leichtes“ Geld zu machen und ihre Familien zu ernähren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Faktor „Armut“ ist laut einem Bericht „Koalition gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern“ der entscheidende Faktor, der Kinder zur Prostitution bringt. Pädophilie, der Sex mit Kindern und Jugendlichen (in Marokko bis zum Alter von 18 Jahren), hat in Marrakesch erhebliche Ausmaße angenommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die marokkanische Polizei bildete eine Sondereinheit, die schon oft Ausländer verhaftete. Darunter einen Franzosen, der im Besitz von 17.000 Fotos und 140.000 Videoaufzeichnungen war, die er an pornografische Webseiten verschickte. „Die Situation ist außer Kontrolle“, sagt Najia Adib, die Präsidentin von „Touche pas à mes enfants“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Vermittler haben eine Preisliste, was ein Zehnjähriger und ein Zwölfjähriger kosten. Je jünger, desto teurer, da diese vorwiegend von den Sextouristen bestellt werden.“ Erschreckend sei zudem, dass viele der missbrauchten Kinder und Jugendlichen erzählten, sie würden es aus Vergnügen tun – „ich bekomme 500 Dirham (etwa 50 Euro), ohne Touristen ist das nicht möglich“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Marokko könnte als nächstes die Hafenstadt Tanger Opfer von Sextouristen werden. Bis 2013 will man dort, so Raschid Ihdeme, Delegierter für Tourismus in Tanger, die Zahl der Hotelgäste auf 1,2 Millionen verdreifachen, etwa 70 neue Hotels sind in der Stadt und in der näheren Umgebung entlang der Atlantik- und Mittelmeerküste geplant.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mindestens 10.000 neue Arbeitsplätze“, meint Ihdeme. Im Hafen sollen bald Kreuzfahrtsschiffe in See stechen und Yachten vor Anker liegen. Man will an das Tanger der Internationalen Zone (1923–1956) anknüpfen, das damals Zielpunkt so vieler Künstler und Schriftsteller war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Dachterrasse von Baron Francisco Corcuera, einem argentinischen Maler, hat man einen guten Blick über Tanger. „Dort ist die Villa von Yves Saint Laurent“, sagte der Baron und zeigt mit dem Finger auf einen kleinen blauen Punkt im Häusermeer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hier vorne das Haus eines deutschen Fotografen, und das hier hinten gehört einem französischem Schriftsteller. Die guten Häuser, von denen man eine fabelhafte Aussicht auf die Meerenge von Gibraltar hat, sind alle weg“, erklärt der Baron. Die Immobilien seien heute unerschwinglich. „Wegen all der Ausländer, die übrigens zu 90 Prozent homosexuell sind.“ Die meisten davon seien in dieselbe Falle getappt, meint er mit einem spöttischen Unterton. „Sie haben einen Freund, der plötzlich heiratet, Kinder bekommt, und dann bezahlen sie für die ganze Familie, was bis ans Lebensende gehen kann.“&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-7833795999895096829?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/7833795999895096829/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=7833795999895096829' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7833795999895096829'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7833795999895096829'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/11/marrakesch-die-neue-metropole-fur.html' title='Marrakesch, die neue Metropole für billigen Sex'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-7204334901797151420</id><published>2009-11-23T19:11:00.000-08:00</published><updated>2009-11-23T19:13:23.883-08:00</updated><title type='text'>Saudis gehen militärisch gegen jemenitische Rebellen vor</title><content type='html'>Angriffe im Grenzgebiet gegen Schiitenmiliz&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tanger/Sanaa - Immer wieder stiegen dicke Rauchwolken rund um den Gipfel des Jebel al-Dukhan auf. Der 2000 Meter hohe Berg in der Nähe der Stadt Khubah markiert die Grenze zwischen dem Königreich Saudi-Arabien und der Republik Jemen. Saudische Luftwaffe und Artillerie beschossen Stellungen der Huthi-Rebellen, die angeblich vom Norden des Jemen in saudisches Territorium eingedrungen waren. Nach fünftägigen Kämpfen sei es endlich gelungen, so Prinz Khaled Bin Sultan, der stellvertretende Verteidigungsminister Saudi-Arabiens, das Gebiet von den schiitischen Rebellen wieder zu säubern. Mohammed Abdel-Salam, der Sprecher der Huthis, nannte die saudische Operation "eine ungerechtfertigte Aggression". Gleichzeitig warf man Saudi-Arabien vor, Angriffe auf jemenitischem Staatsgebiet durchgeführt zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wir kümmern uns nur um unser Territorium", entgegnete das saudische Verteidigungsministerium, "und greifen nicht innerhalb des Jemen ein." Nachzuvollziehen wäre es allerdings, wenn Saudi-Arabien der jemenitischen Regierung unter Präsident Ali Abdullah Saleh militärisch zu Hilfe kommen würde, auch auf jemenitischem Territorium. Am 11. August hatte Saleh die Operation "Verbrannte Erde" gestartet. Das vorgegebene Ziel waren die Huthi-Terroristen, die einen Staatsstreich planten und eine schiitische Republik gründen wollten, ein für alle Mal "auszurotten, wo und wie auch immer". Seit 2005 war es immer wieder zu kriegerischen Konflikten zwischen dem Staat und den Huthis im Norden des Landes gekommen. Bisher war jedoch der Aktion der "verbrannten Erde" wenig Erfolg beschieden. Stattdessen hat sie die ökonomische Krise und die politische Instabilität des Landes verstärkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den Nachbarn Saudi-Arabien, der den Jemen bei seiner Operation mit Geheimdienstinformationen unterstützt hatte, ein Anlass zur Besorgnis. Al-Qaida könnte das Machtvakuum ausnützen und den Jemen "zu einem Schlachtfeld der Dschihadisten und zu einer potenziellen Basis machen", wie es Dennis Blair, der US-Geheimdienstdirektor, bei einer Anhörung des Kongresses in diesem Jahr formulierte. Zum anderen gibt es Befürchtungen, je länger der Konflikt andauert und die Huthis der jemenitischen Armee standhalten, dass der Iran und seine Eliteeinheit der Republikanischen Garden sich entschließen, den schiitischen Rebellen zur Hilfe zu kommen. Gerüchte über eine Unterstützung aus dem Iran gibt es seit dem Beginn der Großoffensive. Vor zwei Wochen wurde dann ein Schiff, das Waffen für die Rebellen geladen hatte, von den jemenitischen Behörden an der Westküste des Landes aufgebracht. Laut Informationsminister Hassan Al-Lawzi habe man Beweise an die Islamische Republik Iran weitergeleitet, die zeigten, dass iranische religiöse Gruppen die Huthis unterstützten. "Die zuständigen Behörden", so Hassan Al-Lawzi, "überprüfen die fünf Besatzungsmitglieder des Schiffs, das in verschiedenen arabischen Häfen Station machte".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem militärischen Eingreifen Saudi-Arabiens ist der jemenitische Präsident sichtlich zuversichtlich. Am vergangenen Samstag, als es zu schweren Gefechten zwischen saudischen Truppen und Huthis gekommen war, versicherte Ali Abdullah Saleh, der Krieg habe nun erst begonnen. Was sich in den letzten Jahren des Konflikts ereignet habe, sei nur ein Training für die Armee gewesen. Bis heute starben mehrere Tausenden Menschen, und insgesamt rund 150 000 Menschen wurden zu Flüchtlingen. "Nun werde die Armee", so der Präsident weiter, "ihren Angriff so lange weiterführen, bis es mit der tyrannischen, verräterischen Söldnergruppe (der Huthis) zu Ende geht."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-7204334901797151420?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/7204334901797151420/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=7204334901797151420' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7204334901797151420'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7204334901797151420'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/11/saudis-gehen-militarisch-gegen.html' title='Saudis gehen militärisch gegen jemenitische Rebellen vor'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-2744624302619547003</id><published>2009-11-23T18:40:00.000-08:00</published><updated>2009-11-23T18:43:51.525-08:00</updated><title type='text'>Niqab Debate in Egypt: Divided Scholars</title><content type='html'>Hijab, chador, burqa or niqab? – The veiling of Muslim women continues to provoke controversy. This time it is the niqab, or face veil, at the center of the conflict-charged fundamental debate within the Islamic world. By Alfred Hackensberger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grand Sheikh Tantawi had banned women from wearing the niqab in parts of the Al-Azhar mosque, saying it had nothing to do with Islam | The bone of contention is none less than the Grand Imam of Cairo University and the Al-Azhar Mosque. Mohammed Sayed al-Tantawi, one of the most senior legal scholars in Sunni Islam, declared that a veil that covers a woman's face leaving only a slit for the eyes is not religiously permissible.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;During a visit to one of the schools affiliated to Al-Azhar University early in October, the theologian was irritated by a girl's niqab. He then ordered the baffled girl, who had ironically only worn the veil in honor of the high-ranking visitor, to take it off and never put it on again. "These are traditions that have nothing to do with religion," he explained to the students. At the same time the Imam promised to ban this particular kind of veil from the school grounds.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Reasons of security&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;A few days later, female students veiled with the niqab were no longer allowed to enter the halls of residence at Al-Azhar University. Those who did not take off their niqab were sent away. The supreme council at the highest seat of religious learning in Sunni Islam had "agreed the ban on the veil," announced Mohamed Abdel-Aziz, deputy chairman of the council. The ban also applies to the girls' classrooms. It affects both teaching staff and the 500,000 girls out of a total of 1.4 million schoolchildren and students who study at the university and its affiliated educational establishments.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The decision was also approved by the Ministry for Higher Education, which announced that it plans to extend the ban to universities across the country. Minister Hany Halal explained the measure would primarily be taken for security reasons. Just recently 15 young men dressed in niqabs tried to enter the girls' dormitories, he said.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"I've been living in a student hall of residence for years," said one female student who wanted to remain anonymous to avoid potential problems with the university administration, "but I've never heard of anything like that happening."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;A frightening take on Islam&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Asra Q. Nomani says that a security risk is indeed a valid argument. The US author has just published a book titled "Standing Alone: An American Woman's Struggle for the Soul of Islam". But she says such an argument is not based on uninvited male visitors to girls' dormitories. From Islamabad to Baghdad, the niqab has been misused by militant Islamists to avoid police checkpoints or to carry out attacks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nomani says however that a much more decisive factor in any move to ban the face veil is "that it stands for a frightening take on Islam, one that preaches the literal interpretation of the Koran." And this is especially problematic in the interpretation of those verses where the meaning is in any case unclear, she adds.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Militants exploit this to justify domestic violence, intolerance or even suicide attacks," says Nomani. When she talks about "a frightening take on Islam", she is referring to the the schools of thought known as Wahhabism and Salafism, which are based in Saudi Arabia and promote ultra-conservative interpretations of Islam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;There are two sections of the Koran that make this especially clear (Sura 24, verse 31 and Sura 33, verse 59), passages that make references to the covering of the female body. Neither passage can be unequivocally interpreted as an instruction that a woman must wear a head covering, or exactly defines the parts of the body that have to be concealed.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pieces of clothing are named, such as "jilbab" and "khimar", but it remains unclear what form, color or function they had during the Prophet's era. In a German translation of the Koran commissioned by Saudi Arabia this is not taken into consideration at all, and the word "khimar" is simply translated as "Kopftücher", or "headscarves". One simply has to be aware of the subtleties of meaning can be lost in translation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"This Wahhabi and Salafi mindset came to Egypt in the 1970s," says Hala Mustafa, editor-in-chief at Al Ahram Media in Cairo. "And it has increased its hold over the last three decades." This is evident on the streets of the capital, with increasing numbers of women covering themselves from head to toe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Salafi satellite channels today propagate the message that the niqab is an obligation," explains Salem Abdel Gelil, from the Egyptian Ministry of Religious Endowments, Awqaf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The government of the Nile nation is not in the least happy about this ultra-conservative trend. The niqab ban at universities is just one of many steps Cairo is taking to counter it. The Ministry of Religious Endowments prints brochures that describe the niqab as un-Islamic. The Health Ministry plans to ban doctors and nurses from wearing the face veil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Against constitution and freedom&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sumerian temple priestesses wore veils in 5000 B.C. In 1300 B.C., Assyrian kings introduced the veil for married and wealthy women. This is similar to the Byzantines (4th to 5th centuries A.D.), the Sassanids (c. 224-652 A.D.), in Ancient Greece and old Rome, where to be veiled was a privilege reserved for high society.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grand Sheikh Tantawy based his ban on a constitutional resolution passed in 1996, which allows representatives of the educational system to decide on clothing rules for schools | So the Grand Imam of Al-Azhar University Mohammed Sayed al-Tantawi is absolutely right when he describes the niqab as a tradition from a pre-Islamic era. But this view has not made the theologian – who is known for his headstrong manner – any more popular. He has already come under fire several times for supporting the French ban on the hijab, shaking hands with the Israeli President Shimon Peres, and insisting that women pregnant from rape should have the right to abort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The conservative Egyptian cleric Youseff al-Badri described the niqab ban as "a violation of a constitution that is there to guarantee public freedom."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The Grand Mufti of Dubai holds a similar view. He spoke of a "restriction of the freedom of women," and said the move was "in total contempt of their faith, their culture and their traditions."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The Saudi Arabian Sheikh Mohammed al-Nojaimi from the Institute of Islamic Law spoke of a possible division of Egyptian society into two camps, for or against the niqab. At the same time, he contradicted his Egyptian counterpart Tantawi's claim that the face veil has nothing to do with Islam: "The niqab is mentioned in reports on the traditions of the Prophet," he said. These state that a woman should only take off her face veil during the pilgrimage to Mecca, as "this goes to prove that she wore it at all other times."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"What are wearers of the niqab supposed to do?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;For devout Muslims who wear the niqab out of conviction, the Egyptian ban is tantamount to a defeat, even if it is restricted to universities. They have become accustomed to the fact that action is taken against the headscarf or veil in western countries. And perhaps also in the few secular countries where most of the population are Muslims, such as in Turkey or Tunisia.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;But now the veil, a piece of clothing that has so often had to be defended against criticism, is being declared un-Islamic by members of the Muslim community, and furthermore by one of the most senior legal scholars in Sunni Islam. The result is helplessness.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"What are we supposed to do?" asks Sadaf Farooqi in the Saudi-Gazette newspaper. "What's really unsettling is the swift global impact of this development," writes the columnist, who lives in Karachi. "Within a few days after Mohammed Sayed al-Tantawi's comments, all kinds of groups from Italy to Canada began calling for a ban on the niqab."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Farooqi writes that such groups also include "self-proclaimed progressive Muslims." Of course these feminist Muslims now feel vindicated, after all, they have for a long time described the veil as an antiquated tradition that does not belong to Islam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"It is high time to impose a global ban on the face veil," writes US author Asra Q. Nomani. "It is the expression of an Islam that must disappear."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;For Sadaf Farooqi, who is proud to wear her niqab, this is something she finds difficult to understand. The journalist thanks God that in her country, she is allowed to leave the house in her veil, visit educational establishments and go for a walk without fear of abuse. "A luxury that our Muslim sisters in Britain, France and Canada do not enjoy," she says.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alfred Hackensberger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;© Qantara.de 2009&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Translated from the German by Nina Coon&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-2744624302619547003?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/2744624302619547003/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=2744624302619547003' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2744624302619547003'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2744624302619547003'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/11/niqab-debate-in-egypt-divided-scholars.html' title='Niqab Debate in Egypt: Divided Scholars'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-4360085099892881109</id><published>2009-10-12T19:24:00.000-07:00</published><updated>2009-11-23T19:28:39.283-08:00</updated><title type='text'>"Arabia Felix" steht am Abgrund</title><content type='html'>Regierung gegen Separatisten: Im Jemen entscheidet sich, ob das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida eine neue Basis aufbauen kann&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sanaa - "Jemen ist Arabiens unbekannter Edelstein, den es noch zu entdecken gilt", heißt es im Bordmagazin "Yemenia". Das Hochglanzblättchen empfiehlt Bergwanderungen und Trekkingtouren durch die atemberaubende Heimat der legendären Königin von Saba.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber damit lassen sich keine Abenteuertouristen mehr in den Jemen locken. "Arabia Felix", das altrömische glückliche Arabien, ist selbst für hartgesottene Reisende nach diversen Entführungen ein bisschen Abenteuer zu viel. Im Juni waren zwei deutsche Frauen und eine Koreanerin getötet worden. Der Rest der gekidnappten Touristengruppe, eine fünfköpfige Familie aus Sachsen und ein Brite, werden noch immer vermisst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Drittel des Jemen stehen nicht unter Regierungskontrolle. Separatisten herrschen dort, lokale Stämme, die al-Qaida nahestehen oder auf eigene Rechnung arbeiten. In der Provinz Saada, der nördlichen Grenzregion zu Saudi-Arabien, herrscht Krieg: Zum sechsten Mal seit 2004 versucht dort die Regierung unter Präsident Ali Abdallah Saleh die schiitischen Rebellen des Al-Huthi-Clans zu zerschlagen. Ein Konflikt, der Tausende das Leben kostete und rund 150 000 Menschen zu Flüchtlingen machte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Verbrannte Erde" nennt die Regierung ihre vor einem Monat begonnene militärische Offensive. Sie soll die al-Huthis, so Präsident Saleh, "ausrotten, wo und wie auch immer". Die "Terroristen" wollten die Regierung stürzen und eine Herrschaft unter einem schiitischen Führer (Imam) errichten. Dabei würden sie aus dem Iran und dem Irak unterstützt. "Wir können zwar nicht offiziell den Iran beschuldigen", sagte Jemens Präsident, "aber die Iraner haben uns angeboten zu vermitteln, also müssen sie Kontakte zu den Rebellen haben." Ähnlich verhalte es sich mit Muktada al-Sadr, dem radikalen Schiitenführer aus dem Irak, der sich ebenfalls als Mediator zur Verfügung gestellt habe. Clanführer Abdelmalik al-Huthi wehrt sich: "Wir verteidigen nur unsere kulturelle Identität gegen Diskriminierung, Marginalisierung und Ausgrenzung." Fast 24 Millionen Menschen leben im Jemen, etwa 30 Prozent gehören zum al-Huthi-Clan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis zur Gründung der Republik Jemen 1962 war das Land von einem Imam als Staatoberhaupt regiert worden. 1000 Jahre stand das Land unter der Domäne des Stammes der Zaiditen, zu dem der Al-Huthi-Clan gehört. Zaiditen sind eine schiitische Sekte, die nicht wie im Iran an zwölf Imame glaubt, sondern nur fünf anerkennt. Zudem lehnt sie den Führungsanspruch des iranischen geistlichen Führers Ali Chamenei als Groß-Ayatollah ab. Eine fundamentale Diskrepanz, die es unwahrscheinlich macht, dass die Islamische Republik die jemenitischen Rebellen unterstützt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Niemand weiß genau, woher die al-Huthi ihr Geld bekommen", sagt Nadia al-Sakaf, Chefredakteurin der "Yemen Times". "Es gibt Spekulationen, dass sie von einflussreichen Gruppen der jemenitischen Gesellschaft unterstützt werden." Dazu gehöre Ali Mushin al-Ahmar. "Er ist der Halbbruder des Präsidenten, Militärkommandeur von Nordwestjemen, bekannt für seine extremen religiösen Ansichten und seine Beziehungen zu al-Qaida." Al-Ahmar sei für das Training von Dschihadisten im Jemen verantwortlich, bevor sie nach Afghanistan und in den Irak gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sei auch sehr leicht, sich direkt bei der jemenitischen Armee zu bedienen. Im Korruptionsindex von Transparency International rangiert der Jemen auf Platz 141 von 180 Ländern. "Die Soldaten verkaufen Nahrungsmittel, Gewehre oder sogar Panzer", meint al-Sakaf. "Ihr Sold ist miserabel, und die Armut im Land ist groß." 40 Prozent aller Jemeniten leben von weniger als zwei Dollar pro Tag. 70 Prozent haben keine Ausbildung und keine medizinische Versorgung. Die Inflationsrate beträgt 27 Prozent. Die ökonomische Schieflage wird von rund 800 000 Flüchtlingen verstärkt, zumeist aus Somalia, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hinzu kommen politische Querelen durch eine Sezessionsbewegung im Süden des Landes, die die Wiedervereinigung mit dem Norden von 1990 rückgängig und einen unabhängigen Staat gründen möchte. Demonstranten forderten zuletzt "die Revolution". Nasser Mansour Hadi, politischer Sicherheitschef und Bruder des Vizepräsidenten, überlebte einen Anschlag nur knapp. "Die Einwohner im Süden wurden zu Menschen zweiter Klasse degradiert, politisch und sozial", erklärt Abdallah al-Faqih, Politikwissenschaftler der Universität Sanaa. "Nun wollen sie alles zurück."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die panarabische Zeitung "al-Hayat" ließ Arabia Felix in einer Karikatur bereits über eine Klippe fallen. Ein Jemen am Abgrund bereitet nicht nur dem Nachbarstaat Saudi-Arabien, sondern auch den USA Sorgen. Al-Qaida könnte den Zerfall des jemenitischen Staates nutzen. Nach der erfolgreichen Zerschlagung des Terrornetzwerks in Saudi-Arabien wurde der Jemen zum Rückzugsgebiet der militanten Islamisten. Wie einst in Afghanistan gibt es auch im Jemen Verbindungen zwischen al-Qaida und staatlichen Institutionen. Die gehen auf den Bürgerkrieg gegen die sozialistische Sezessionsbewegung 1994 zurück. Damals kämpften Islamisten Seite an Seite mit den Soldaten der Regierungsarmee.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Präsident Barack Obama weigert sich, die 100 verbliebenen jemenitischen Gefangenen in Guantánamo in ihr Heimatland zu überstellen, obwohl er damit der angekündigten Schließung des Hochsicherheitstraktes auf Kuba einen entscheidenden Schritt näher käme. In Einklang mit Saudi-Arabien sollen die Jemeniten zuerst ein Rehabilitationsprogramm im saudischen Königreich durchlaufen, in dem schon über 100 andere Islamisten erfolgreich therapiert wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Geheimdienstdirektor Dennis Blair sagte vor dem Kongress, der Jemen entwickele sich "zu einem Schlachtfeld der Dschihadisten und zur Basis für al-Qaida". "Das kann gut möglich sein", meint Nadia al-Sakaf und fürchtet noch Schlimmeres als im Irak oder Afghanistan: "Wir sind bewaffnet, Analphabeten, hungrig und arm."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-4360085099892881109?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/4360085099892881109/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=4360085099892881109' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/4360085099892881109'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/4360085099892881109'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/10/arabia-felix-steht-am-abgrund.html' title='&quot;Arabia Felix&quot; steht am Abgrund'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-8447254105320859558</id><published>2009-07-30T19:30:00.001-07:00</published><updated>2009-11-23T19:34:01.790-08:00</updated><title type='text'>King Cool</title><content type='html'>Vor zehn Jahren wurde Mohammed VI. König von Marokko. Er gilt als reformfreudiger Bürgerkönig. Doch der Weg zu einer liberalen Gesellschaft ist noch weit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuletzt noch den Marmorboden shampooniert, den schmiedeeisernen Zaun in den Nationalfarben Grün-Rot verkleidet und draußen auf der Straße die Bordsteine neu gestrichen. Die pompösen Festzelte hatte man bereits vor über einer Woche aufgestellt. Wie immer muss zum "Fête du trone", alles perfekt sein, insbesondere zum 10. Jubiläum, das Mohammed VI. heute nicht in der Hauptstadt Rabat, sondern in seinem geliebten Tanger feiert. In einem relativ kleinen Palast im Stadtteil Marshan, von dem man die Meerenge von Gibraltar überblickt. Ganz in Weiß gekleidet, reitet dann der Herrscher der Alawiten auf einem Pferd - begleitet von einem Diener, der ihm einen Sonnenschirm über den Kopf hält - durch die Elite seiner Untertanen: eine Mischung aus islamischen Theologen, Ministern, Abgeordneten und Behördenbediensteten. Sich verbeugend, schwören sie ihrem König Gehorsam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Altertümliche Traditionen, die eigentlich nicht zum öffentlichen Image von Mohammed VI. passen. Als er 1999, nach dem Tod seiner Vaters Hassan II., die Regentschaft übernahm, galt der damals 36-Jährige als "cooler King". Bekannt war sein Faible für Jetski, Sportwagen, Raï-Pop und die Freundschaft zu US-Rapper P. Diddy oder dem französischen Altrocker Johnny Hallyday. Ein Image, das sich der Monarch bis heute auch etwas kosten lässt. Alleine für den Unterhalt seines Fuhrparks, vornehmlich Ferraris und Mercedes, soll er jährlich sechs Millionen ausgeben, wie das marokkanische Wochenmagazin "Telquel" errechnete. Mohammed VI. kann sich das leisten, zählt er doch zu den 15 reichsten "Royals" der Welt. Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" setzte ihn 2008 auf Position sieben in der Rangliste, noch vor den Emiren aus Katar und Kuwait. Geschätztes Vermögen des marokkanischen Königs: 2,5 Milliarden Dollar. Fünf Mal so viel, wie ihm sein Vater Hassan II. vor zehn Jahren hinterlassen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesen unermesslichen Reichtum in einem Land, in dem laut CIA Factbook 15 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, nimmt ihm jedoch kaum jemand übel. "Selbst wenn es nicht gerecht ist", meint Said Naji, 34-jähriger Manager einer deutschen Firma in Marokko. "Das gehört zu einem König." Viel wichtiger sei es jedoch, dass im Vergleich zu früher alles wesentlich besser wurde. "Mit Mohammed VI. kam mehr Freiheit, und mit unserer Ökonomie geht es aufwärts."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich brachte der neue Regent, als er 1999 den Thron bestieg, Marokko auf Reformkurs. Als eine seiner ersten Amtshandlungen veranlasste er die Entlassung von Tausenden von politischen Gefangenen, bat im Exil Lebende persönlich zurückzukommen, und vertraute ihnen Aufgaben bei der Neugestaltung des Landes an. Zudem wurde eine "Wahrheits- und Versöhnungskommission" initiiert, die die Menschenrechtsverletzungen der "bleiernen Zeit" (1956-1999) unter Hassan II. aufarbeitete. Den Vorsitz bekam Driss Benzekri, ein ehemaliger kommunistischer Häftling. Die Anhörungen dieser Kommission wurden live im nationalen Fernsehen übertragen. "Im Vergleich zu anderen arabischen Ländern", meint Abdelhay Moudden, Politikwissenschaftler und ehemaliges Mitglied der Wahrheitskommission, "war das marokkanische Vorgehen ein unglaublicher Schritt. Keiner der Machthaber in Ägypten, Saudi-Arabien oder Syrien würde eine derartige Kommission bei sich dulden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein weiterer Meilenstein war 2004 ein neues Familiengesetz (Moudawana), das der Frau wesentlich mehr Rechte als zuvor einräumt und für andere arabische Länder revolutionär ist. Für Prinzessin Lalla Salma, die Frau von Mohammed VI., "eine Grundvoraussetzung für die Bildung einer demokratischen Gesellschaft". 2002 hatte die damals 24-jährige studierte Informatikerin den marokkanischen Monarchen geheiratet. Als erste Ehefrau eines Königs in der Geschichte Marokkos wurde sie der Öffentlichkeit präsentiert - und das ohne Schleier und Kopftuch, versteht sich. Die Prinzessin engagiert sich für den Kampf gegen Krebs und Aids, spricht als Repräsentantin Marokkos in Paris vor der Unesco-Generalkonferenz oder bei einem Treffen der Arabischen Frauen-Organisation in Tunis. Ein deutliches Signal, wie sich das Königshaus eine moderne Frau in einem liberalen Marokko vorstellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Parallel zum politischen Reformkurs wurden die Infrastruktur Marokkos ausgebaut und wirtschaftliche Großprojekte gestartet. Heute verbindet ein 1500 Kilometer langes Autobahnnetz (unter Hassan II. waren es 100 Kilometer) alle größeren marokkanischen Städte. Eine Schnellzugverbindung mit französischen TGV-Lokomotiven ist in Planung. In der Nähe von Tanger entstand für über eine Milliarde Euro ein neuer Mittelmeerhafen. Dazu eine 500-Quadratkilometer-Industriezone, in der Renault ab 2013 jedes Jahr 200 000 neue Autos produzieren will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Veränderungen seit dem Beginn der Regentschaft von Mohammed VI. sind enorm", glaubt Khalid Amine, Professor an der Universität in Tetouan. "Sie beschränken sich nicht nur auf Politik und Ökonomie, sondern sind auch sozialer Natur." Damit meint er die Alphabetisierungsprogramme für die rund 40 Prozent Marokkaner, die nicht lesen und schreiben können, sowie die Einführung einer medizinischen Basisversorgung der armen Schichten, die sich keinen Arzt leisten können. Oder auch das Programm zur Beseitigung von Elendsvierteln. Bisher sind 30 Städte für "slumfrei" erklärt worden. Bis Ende 2009 sollen weitere 50 000 dieser Hüttendörfer verschwinden und deren Bewohner in Neubauten umgesiedelt werden. Die Maßnahmen in den urbanen Randgebieten haben allerdings nicht nur soziale Motive. Die Attentäter der Bombenanschläge in Casablanca vom Mai 2003, bei denen 43 Menschen starben, kamen aus derartigen urbanen Elendsquartieren. Mit dem Ende dieser Viertel will man den radikalen Islamisten eine Rekrutierungsbasis nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bomben von Casablanca gelten als eine Zäsur auf dem Weg der Liberalisierung Marokkos. Nur elf Tage nach den Anschlägen in Casablanca wurde vom Parlament eine Verschärfung des Anti-Terror-Gesetzes verabschiedet. Menschenrechtsorganisationen protestierten scharf gegen die Gesetzesänderung, die Terrorismus wesentlich weiter fasst und die Todesstrafe für eine größere Anzahl von Delikten vorschreibt. Bis heute enttarnten die marokkanischen Behörden über 50 angebliche Terrornetze militanter Islamisten, die Attentate im In- und Ausland geplant haben sollen. Unter Hassan II. bevölkerten Kommunisten als Systemgegner marokkanische Gefängnisse, heute sind es die Islamisten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den letzten Jahren gab es auch immer wieder Verhaftungen und Verurteilungen von Journalisten. Sogar ein Jugendlicher, der "Gott, Nation und FC Barcelona (statt König)" an die Schultafel geschrieben hatte, war von den Behörden in Gewahrsam genommen worden. "Mit insgesamt 25 Jahren Haft und zwei Millionen Euro Geldstrafe sind Journalisten in den letzten zehn Jahren in Marokko bestraft worden", heißt es in einem Bericht von Reporter ohne Grenzen. Wobei allerdings nicht gesagt wird, dass einige Strafen in zweiter Instanz entscheidend reduziert oder sogar aufgehoben wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach 38 Jahren Diktatur unter Hassan II. haben einige seiner Anhänger noch nicht begriffen, dass diese rigide Ära vorbei ist. "Natürlich ist Marokko noch keine Demokratie, aber es befindet sich auf dem Weg dazu, obwohl dies einige immer wieder zu verhindern versuchen", erklärt Abdelhay Moudden. "Die Gruppe der Liberalisierungsgegner, die hinter den Kulissen sabotiert, ist sehr heterogen. Dazu gehören konservative Monarchisten im Justizwesen oder in anderen Teilen der Staatsbürokratie. Aber auch Industrielle und säkulare Militärs, die den althergebrachten Status quo verteidigen." Man brauche mehr Reformen, vor allen Dingen eine Überarbeitung des Strafgesetzbuchs, damit keine Verstöße gegen die Meinungsfreiheit mehr möglich sind. "Aber nach wie vor", fügt Moudden schmunzelnd hinzu, "kann man sich als Marokkaner, im Vergleich zu anderen arabischen Ländern, immer noch ziemlich gut fühlen."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-8447254105320859558?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/8447254105320859558/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=8447254105320859558' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8447254105320859558'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8447254105320859558'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/11/king-cool.html' title='King Cool'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-7008355799356987677</id><published>2009-07-30T19:30:00.000-07:00</published><updated>2009-11-23T19:32:43.099-08:00</updated><title type='text'>King Cool</title><content type='html'>Vor zehn Jahren wurde Mohammed VI. König von Marokko. Er gilt als reformfreudiger Bürgerkönig. Doch der Weg zu einer liberalen Gesellschaft ist noch weit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuletzt noch den Marmorboden shampooniert, den schmiedeeisernen Zaun in den Nationalfarben Grün-Rot verkleidet und draußen auf der Straße die Bordsteine neu gestrichen. Die pompösen Festzelte hatte man bereits vor über einer Woche aufgestellt. Wie immer muss zum "Fête du trone", alles perfekt sein, insbesondere zum 10. Jubiläum, das Mohammed VI. heute nicht in der Hauptstadt Rabat, sondern in seinem geliebten Tanger feiert. In einem relativ kleinen Palast im Stadtteil Marshan, von dem man die Meerenge von Gibraltar überblickt. Ganz in Weiß gekleidet, reitet dann der Herrscher der Alawiten auf einem Pferd - begleitet von einem Diener, der ihm einen Sonnenschirm über den Kopf hält - durch die Elite seiner Untertanen: eine Mischung aus islamischen Theologen, Ministern, Abgeordneten und Behördenbediensteten. Sich verbeugend, schwören sie ihrem König Gehorsam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Altertümliche Traditionen, die eigentlich nicht zum öffentlichen Image von Mohammed VI. passen. Als er 1999, nach dem Tod seiner Vaters Hassan II., die Regentschaft übernahm, galt der damals 36-Jährige als "cooler King". Bekannt war sein Faible für Jetski, Sportwagen, Raï-Pop und die Freundschaft zu US-Rapper P. Diddy oder dem französischen Altrocker Johnny Hallyday. Ein Image, das sich der Monarch bis heute auch etwas kosten lässt. Alleine für den Unterhalt seines Fuhrparks, vornehmlich Ferraris und Mercedes, soll er jährlich sechs Millionen ausgeben, wie das marokkanische Wochenmagazin "Telquel" errechnete. Mohammed VI. kann sich das leisten, zählt er doch zu den 15 reichsten "Royals" der Welt. Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" setzte ihn 2008 auf Position sieben in der Rangliste, noch vor den Emiren aus Katar und Kuwait. Geschätztes Vermögen des marokkanischen Königs: 2,5 Milliarden Dollar. Fünf Mal so viel, wie ihm sein Vater Hassan II. vor zehn Jahren hinterlassen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesen unermesslichen Reichtum in einem Land, in dem laut CIA Factbook 15 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, nimmt ihm jedoch kaum jemand übel. "Selbst wenn es nicht gerecht ist", meint Said Naji, 34-jähriger Manager einer deutschen Firma in Marokko. "Das gehört zu einem König." Viel wichtiger sei es jedoch, dass im Vergleich zu früher alles wesentlich besser wurde. "Mit Mohammed VI. kam mehr Freiheit, und mit unserer Ökonomie geht es aufwärts."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich brachte der neue Regent, als er 1999 den Thron bestieg, Marokko auf Reformkurs. Als eine seiner ersten Amtshandlungen veranlasste er die Entlassung von Tausenden von politischen Gefangenen, bat im Exil Lebende persönlich zurückzukommen, und vertraute ihnen Aufgaben bei der Neugestaltung des Landes an. Zudem wurde eine "Wahrheits- und Versöhnungskommission" initiiert, die die Menschenrechtsverletzungen der "bleiernen Zeit" (1956-1999) unter Hassan II. aufarbeitete. Den Vorsitz bekam Driss Benzekri, ein ehemaliger kommunistischer Häftling. Die Anhörungen dieser Kommission wurden live im nationalen Fernsehen übertragen. "Im Vergleich zu anderen arabischen Ländern", meint Abdelhay Moudden, Politikwissenschaftler und ehemaliges Mitglied der Wahrheitskommission, "war das marokkanische Vorgehen ein unglaublicher Schritt. Keiner der Machthaber in Ägypten, Saudi-Arabien oder Syrien würde eine derartige Kommission bei sich dulden."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein weiterer Meilenstein war 2004 ein neues Familiengesetz (Moudawana), das der Frau wesentlich mehr Rechte als zuvor einräumt und für andere arabische Länder revolutionär ist. Für Prinzessin Lalla Salma, die Frau von Mohammed VI., "eine Grundvoraussetzung für die Bildung einer demokratischen Gesellschaft". 2002 hatte die damals 24-jährige studierte Informatikerin den marokkanischen Monarchen geheiratet. Als erste Ehefrau eines Königs in der Geschichte Marokkos wurde sie der Öffentlichkeit präsentiert - und das ohne Schleier und Kopftuch, versteht sich. Die Prinzessin engagiert sich für den Kampf gegen Krebs und Aids, spricht als Repräsentantin Marokkos in Paris vor der Unesco-Generalkonferenz oder bei einem Treffen der Arabischen Frauen-Organisation in Tunis. Ein deutliches Signal, wie sich das Königshaus eine moderne Frau in einem liberalen Marokko vorstellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Parallel zum politischen Reformkurs wurden die Infrastruktur Marokkos ausgebaut und wirtschaftliche Großprojekte gestartet. Heute verbindet ein 1500 Kilometer langes Autobahnnetz (unter Hassan II. waren es 100 Kilometer) alle größeren marokkanischen Städte. Eine Schnellzugverbindung mit französischen TGV-Lokomotiven ist in Planung. In der Nähe von Tanger entstand für über eine Milliarde Euro ein neuer Mittelmeerhafen. Dazu eine 500-Quadratkilometer-Industriezone, in der Renault ab 2013 jedes Jahr 200 000 neue Autos produzieren will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die Veränderungen seit dem Beginn der Regentschaft von Mohammed VI. sind enorm", glaubt Khalid Amine, Professor an der Universität in Tetouan. "Sie beschränken sich nicht nur auf Politik und Ökonomie, sondern sind auch sozialer Natur." Damit meint er die Alphabetisierungsprogramme für die rund 40 Prozent Marokkaner, die nicht lesen und schreiben können, sowie die Einführung einer medizinischen Basisversorgung der armen Schichten, die sich keinen Arzt leisten können. Oder auch das Programm zur Beseitigung von Elendsvierteln. Bisher sind 30 Städte für "slumfrei" erklärt worden. Bis Ende 2009 sollen weitere 50 000 dieser Hüttendörfer verschwinden und deren Bewohner in Neubauten umgesiedelt werden. Die Maßnahmen in den urbanen Randgebieten haben allerdings nicht nur soziale Motive. Die Attentäter der Bombenanschläge in Casablanca vom Mai 2003, bei denen 43 Menschen starben, kamen aus derartigen urbanen Elendsquartieren. Mit dem Ende dieser Viertel will man den radikalen Islamisten eine Rekrutierungsbasis nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bomben von Casablanca gelten als eine Zäsur auf dem Weg der Liberalisierung Marokkos. Nur elf Tage nach den Anschlägen in Casablanca wurde vom Parlament eine Verschärfung des Anti-Terror-Gesetzes verabschiedet. Menschenrechtsorganisationen protestierten scharf gegen die Gesetzesänderung, die Terrorismus wesentlich weiter fasst und die Todesstrafe für eine größere Anzahl von Delikten vorschreibt. Bis heute enttarnten die marokkanischen Behörden über 50 angebliche Terrornetze militanter Islamisten, die Attentate im In- und Ausland geplant haben sollen. Unter Hassan II. bevölkerten Kommunisten als Systemgegner marokkanische Gefängnisse, heute sind es die Islamisten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den letzten Jahren gab es auch immer wieder Verhaftungen und Verurteilungen von Journalisten. Sogar ein Jugendlicher, der "Gott, Nation und FC Barcelona (statt König)" an die Schultafel geschrieben hatte, war von den Behörden in Gewahrsam genommen worden. "Mit insgesamt 25 Jahren Haft und zwei Millionen Euro Geldstrafe sind Journalisten in den letzten zehn Jahren in Marokko bestraft worden", heißt es in einem Bericht von Reporter ohne Grenzen. Wobei allerdings nicht gesagt wird, dass einige Strafen in zweiter Instanz entscheidend reduziert oder sogar aufgehoben wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach 38 Jahren Diktatur unter Hassan II. haben einige seiner Anhänger noch nicht begriffen, dass diese rigide Ära vorbei ist. "Natürlich ist Marokko noch keine Demokratie, aber es befindet sich auf dem Weg dazu, obwohl dies einige immer wieder zu verhindern versuchen", erklärt Abdelhay Moudden. "Die Gruppe der Liberalisierungsgegner, die hinter den Kulissen sabotiert, ist sehr heterogen. Dazu gehören konservative Monarchisten im Justizwesen oder in anderen Teilen der Staatsbürokratie. Aber auch Industrielle und säkulare Militärs, die den althergebrachten Status quo verteidigen." Man brauche mehr Reformen, vor allen Dingen eine Überarbeitung des Strafgesetzbuchs, damit keine Verstöße gegen die Meinungsfreiheit mehr möglich sind. "Aber nach wie vor", fügt Moudden schmunzelnd hinzu, "kann man sich als Marokkaner, im Vergleich zu anderen arabischen Ländern, immer noch ziemlich gut fühlen."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-7008355799356987677?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/7008355799356987677/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=7008355799356987677' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7008355799356987677'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7008355799356987677'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/07/king-cool.html' title='King Cool'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-5723818955489893385</id><published>2009-05-13T04:10:00.000-07:00</published><updated>2009-05-13T04:14:33.272-07:00</updated><title type='text'>Naked Lunch: In Zimmer Nummer neun</title><content type='html'>Fünfzig Jahre nach der Erstveröffentlichung des Klassikers der Beatgeneration erscheint eine deutsche Neuausgabe. In Tanger, wo William S. Burroughs sein Buch schrieb, ist heute von der damaligen Atmosphäre nicht mehr viel zu spüren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;William S. Burroughs würde sich wohl im Grabe umdrehen, bei den Kids, die sich jedes Wochenende im «TangerInn» treffen, bevor sie für den Rest der Nacht in die schicken Clubs am Strand der marokkanischen Hafenstadt verschwinden. Verwöhnte, neureiche Jugendliche: Vom Papa ein Auto zum Geburtstag, das Frühstück vom Hausmädchen und teure Privatschule sind die Eckpfeiler ihrer Welt. Dass einige von ihnen auf der Toilette der Bar Koks schnupfen, wäre da für Burroughs wenig tröstlich. Eher schon die Stricher unter den Gäs­ten, die mit ihrem unverwechselbar unschuldigen, breiten Lächeln nach europäischer Kundschaft Ausschau halten. Ein Stück homosexueller Dissidenz in einem Heer von heterosexueller Mittelmässigkeit. Aber auch diese jungen Männer wüssten nicht, wer William S. Burroughs ist, selbst wenn er sie (vorausgesetzt sie sind jung genug) anspräche. Grosse Fotos von ihm und Allen Ginsberg, der anderen Ikone der Beatgeneration, hängen an den Wänden, aber für die Geschichte des Hauses interessiert sich hier bei lauter Musik und viel Alkohol niemand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das «TangerInn» gehört zur Pension Muniria, die unmittelbar darüber liegt. Ein kleines Hotel, mit nur wenigen Zimmern in der Neustadt von Tanger, an einem Hügel zum Hafen hin. Von den oberen Stockwerken hat man einen wunderbaren Blick nach Spanien auf die andere Seite der Meerenge von Gibraltar. Nur darauf legte William S. Burroughs keinen Wert, als er von 1954 bis 1956 im «Muniria» wohnte und am Manuskript von «Naked Lunch» arbeitete. Ein Roman, der heute als Klassiker der US-amerikanischen Literaturgeschichte gilt und weltweit insgesamt über eine Million Mal verkauft wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Toleranz gehörte zum guten Ton&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Burroughs residierte im Souterrain, im Zimmer Nummer neun mit Zugang zu einem kleinen, von einer hohen Mauer umgebenen Garten, aus dem heute immer noch die von alten Fotos bekannte grosse Palme ragt. «Nein, nein, Interesse hatte der weder am Garten noch an der Terrasse», erzählte mir 1991 John, der Besitzer der Pension Muniria, kurz vor seinem Tod. «Die Fensterläden waren fast immer geschlossen, ein ruhiger Mieter, von dem man oft nicht wusste, ob er zu Hause oder unterwegs war.» Sutcliff, ehemaliger Offizier der britischen Armee in Indien, hatte sich das Hotelgebäude mit seiner Abfindung von der Armee gekauft. Er wusste natürlich von den Drogengewohnheiten seines ungewöhnlichen Mieters, aber Toleranz gehörte zum guten Ton in diesen Tagen. «Wissen Sie, damals war Tanger noch eine internationale Zone, in der man als Westler so ziemlich alles machen konnte, was man wollte. Das gehörte einfach zu dieser Stadt.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Burroughs, der Harvard-Absolvent und Industriellensohn aus dem Hause Burroughs Adding Machine, schrieb in seinem verdunkelten Zimmer monomanisch an seinen Routines, seinen literarischen Improvisationen. Im ers­ten Jahr noch unter dem Einfluss von Opiaten wie Eukodol, einem deutschen Pharmaprodukt. Monatelang will der US-Autor, nach eigenen Aussagen, kein Bad genommen, geschweige denn die Kleider gewechselt haben. «Nur jede Stunde kurz Hemd oder Hose ausgezogen, um eine Nadel ins Fleisch zu bohren.» Er tat absolut nichts und konnte «acht Stunden lang die Schuhspitzen anschauen».&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer Entziehungskur in London, die Burroughs mit 500 Dollar von seinen wohlhabenden Eltern finanzierte, ging es in Tanger weiter mit Marjoun, einer traditionellen marokkanischen Haschischmarmelade. Eine starke Paste, die gewöhnlich auch für psychedelische Eingebungen sorgt. Nicht ganz unverständlich, sagte Burroughs Jahre später, er wisse gar nicht, wie sein Roman zustande gekommen sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Arbeiten im Schichtdienst&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen vollständigen Aufschluss über die Entstehungsgeschichte von «Naked Lunch» gibt nun eine neue deutsche Ausgabe des Romans im Verlag Nagel und Kimche, die zum 50. Jubiläum der Erstveröffentlichung (1959 bei Olympia Press in Paris) erschienen ist. Zum Originaltext, von Michael Kellner neu übersetzt und dem trockenen, schnurrigen Ton Burroughs mehr Rechnung tragend, werden bisher auf Deutsch unveröffentlichte Textvarianten, Briefe des US-Autors und ein ausführliches Nachwort zur Entstehungsgeschichte geliefert. Man erfährt, dass Burroughs nicht der einzige Autor des Buches ist. Seine Freunde Allen Ginsberg, Allen Ansen und Jack Kerouac mussten in einen unübersichtlichen Wust von Mauskripten, Notizen und Briefen erst Ordnung bringen, bevor ein Buch entstehen konnte. «Wir bearbeiten riesige Mengen von Material im Schichtdienst, geben auch Sachen zum Abtippen weg, ein Teil von 120 Seiten abgeschlossen», schreibt Allen Ginsberg in der dritten Maiwoche 1957 in einem Brief an Lucian Carr. «Nun kommt der härtere Teil des Jobs, seine Briefe von 1953 bis1956 durchgehen und das Material integrieren, Autobiographisches, Routines und Erzählfragmente. Richtige Arbeit - wir ackern sechs Stunden oder mehr am Tag, blödeln rum, trinken, abends koche ich grosse Mahlzeiten.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Tanger entsteht so das erste Urmanuskript von «Naked Lunch», das von den Freunden danach in Venedig und in Paris für die Ausgabe der Olympia Press noch mehrfach überarbeitet wird. Darunter auch Brion Gysin, der als Begründer der Cut-up-Technik gilt, einer literarischen Methode, bei der verschiedene Texte neu zusammengesetzt werden und die auch in Burroughs Buch seinen Niederschlag findet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Naked Lunch» erzählt die Geschichten des Agenten William Lee, des Doktor Benway und der sprechenden Fantasiekreaturen Burroughs, den Mugwumps; die Geschichten spielen in den USA, Mexiko und Tanger. Dabei werden wild Perspektiven gewechselt und bewusst die sonst üblichen linearen Erzählstrukturen gebrochen. Das Buch beschreibt jedoch gleichzeitig auch das Ende des «Welt allmächtigen Autors», der alleine, in sich zurückgezogen, im kreativen Elfenbeinturm seine Literatur «erschafft».&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die neue Welt der Subkultur&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Naked Lunch» ist so sehr ein Produkt von Burroughs wie auch der Gruppe von Freunden, zu der er gehört, die ändern, kürzen, auswählen, weglassen und umschreiben. Ein kollektiver Prozess, der in dieser Form nur durch ein verbindendes Sendungsbewusstsein möglich war. In den vierziger Jahren hatten sich die angehenden Schriftsteller in New York gefunden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren sie dort auf der Suche nach einem vollkommen neuen Menschentypus, wie auch nach einer nicht weniger revolutionären Literatur. Zuerst fanden sie den Stricher, Dieb und Junkie Herbert Huncke in der Gegend der 42. Strasse, rund um den Times Square. Von ihm liessen sich die jungen Grünschnäbel die Sprache und Kultur des Undergrounds lehren. Er machte sie mit den Jazzclubs in Harlem vertraut, zu denen Weisse normalerweise keinen Zutritt hatten, gab Burroughs seinen ersten, wegweisenden Schuss und versorgte auch die anderen mit Drogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Initiation in die neue Welt der Subkultur der Strasse folgte die neue Literatur, die die gängigen Schemas über den Haufen warf. Man nannte sich «The Beat Generation», ein Begriff, den Jack Kerouac basierend auf Herbert Hunckes «I Am Beat» kreierte. Bekannteste Werke der Beatgeneration werden das Gedicht «Howl» (1956) von Allen Ginsberg, Jack Kerouacs «On the Road» (geschrieben 1951, veröffentlicht 1957) und später eben Burroughs› «Naked Lunch» (1959). Bei aller Mithilfe Dritter ist es einzigartig im bösen wie trockenen Ton und beinhaltet dunkle pornografische Darstellungen des Autors. Jack Kerouac war vor Erscheinen des Buches 1957 bereits überzeugt, dass Burroughs «das grossartigste Buch seit Jean Genets ‹Notre Dame des Fleurs› geschrieben» habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«Schweizer Uhren, Scotch, Sex»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;John Sutcliff, der vormalige Besitzer der Pension Muniria, erinnerte sich noch gut an die jungen «Beats», die zuerst 1957 und später noch mal 1961 (für die US-Ausgabe von «Naked Lunch») in seinem Haus Manuskripte abtippten. «Da gab es auch einen Kerl, ich glaube, der hiess Gregory Corso und fiel im ‹TangerInn› immer wieder vom Stuhl. Ich fragte ihn, was los sei, worauf er mir empfahl, ich sollte auch mal auf einen Trip gehen. Ich erwiderte ihm, was auch immer mit Trip gemeint sei, für mich ist das nichts, mich immer wieder auf dem Fussboden wälzen zu müssen.» Sonst seien alle jungen Männer höflich, zuvorkommend und nett gewesen, fügte der an den Händen zitternde alte Mann hinzu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1953 war Burroughs zum ersten Mal nach Tanger, in die «weisse Stadt» an der Meerenge von Gibraltar gereist. Zwei Jahre zuvor hatte er im Suff seine Frau in Mexiko-Stadt bei einem Wilhelm-Tell-Spiel erschossen. Er suchte nun einen Ort, an dem er endlich zur Ruhe kommen konnte. Die «internationale Zone» Tanger schien für den damals 39-Jährigen perfekt zu sein. Haschisch wurde auf der Strasse geraucht, harte Drogen gab es in der Apotheke ohne Rezept, die Polizei hielt sich bei allem möglichst im Hintergrund, Homosexualität und auch Päderastie schienen hier völlig normal zu sein. Für alle nur erdenklichen sexuellen Präferenzen gab es nicht nur massenhaft Prostituierte, die sich anboten, sondern auch Bordelle, die völlig unbehelligt betrieben wurden. Bevor Burroughs in die Pension Muniria einzog, wohnte er in der Calle de los Arcos Nummer eins, sehr praktisch, direkt über einem dieser Freudenhäuser für Männer. Einer der dort arbeitenden jugendlichen Stricher, Kiki, wurde sein ständiger Begleiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;«In Tanger gibt es diese Weltuntergangsstimmung», liest man in einem der zahlreichen Briefe Burroughs an Allen Ginsberg, «mit der Flut von Nylonhemden, Schweizer Uhren, Scotch und Sex und Opiaten, die über den Ladentisch verkauft werden. Das Böse ist hier laissez faire.»&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Mischung, die damals auch viele andere Künstler anzog. Neben Paul Bowles und seiner Frau Jane, Tennessee Williams, Truman Capote, Francis Bacon oder auch Brion Gysin, um nur einige wenige zu nennen. Allerdings hatte William S. Burroughs keinen Kontakt zu ihnen. Sie bevorzugten die Gesellschaft der Hautevolee Tangers, schicke Restaurants, Bars und mondäne Partys, von denen es täglich einige zu besuchen gab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der ungewaschene Junkie Burroughs galt mit einem monatlichen 200-Dollar-Scheck seiner Eltern als minderbemittelt, hauste in einer schäbigen Pension und kannte, ausser Apothekern, Dealern und Liebhabern, kaum jemanden. «Eine Schriftstellerkolonie gibt es nicht», schrieb der heutige Grandseigneur des Underground und der Avantgarde an seinen Freund Allen Ginsberg in New York. «Wenn ja, dann leben sie irgendwo im Verborgenen.» Der erste Kontakt mit Paul Bowles, der bis zu seinem Tod 1999 in Tanger blieb, kam erst 1961 zustande, zwei Jahre nach der Pariser Erstveröffentlichung von «Naked Lunch». Man traf sich im Hotel Muniria, zusammen mit den anderen Beats.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der unsichtbare Mann&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei seinem Aufenthalt in den fünfziger Jahren war Burroughs trotz seiner sexuellen Abenteuer ein einsamer Mann, der scheinbar unsichtbar durch die Strassen und Gassen Tangers schlich. Nicht umsonst nannte man ihn «el hombre invisible» (den unsichtbaren Mann). Zu Gesicht bekam man ihn manchmal in einem der Cafés von Tanger. Darunter das Café Hafa im Stadtteil Marshan. Dort sass er an einem der heute immer noch wackligen, blau gestrichenen Holztische, rauchte Kif (Marihuana), trank Tee, notierte oder schrieb Briefe an Allen Ginsberg. Auf den unzähligen kleinen Terrassen des direkt über den Klippen des Mittelmeers gelegenen Cafés konnte er leicht ein ungestörtes Plätzchen finden. Heute treffen sich dort tagsüber nur mehr Studentinnen und Schüler, die auf die vorbeifahrenden Schiffe und die Küste Spaniens starren. Seltsame Typen wie William S. Burroughs sieht man hier kaum noch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wochenzeitung vom 07.05.2009&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-5723818955489893385?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/5723818955489893385/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=5723818955489893385' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/5723818955489893385'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/5723818955489893385'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/05/naked-lunch-in-zimmer-nummer-neun.html' title='Naked Lunch: In Zimmer Nummer neun'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-8918047376934296399</id><published>2009-04-05T04:17:00.000-07:00</published><updated>2009-05-13T04:19:51.859-07:00</updated><title type='text'>Wie die Finanzkrise dem Koran hilft</title><content type='html'>Der Ruf nach schariagerechtem Islamic Banking in der arabischen Welt wird durch den Kollaps der Märkte lauter&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob Rocksänger Rod Stewart, Fußballstar David Beckham oder das Baywatch-Busenwunder Pamela Anderson - wer etwas auf sich hielt und die nötigen Millionen hatte, kaufte sich in Dubai ein luxuriöses Heim. Wie in keinem anderen Land prosperiert am persischen Golf der Baumarkt, den architektonischen Fantasien waren kaum Grenzen gesetzt. Mit der internationalen Finanzkrise ist es damit nun erst einmal vorbei. Mehr als die Hälfte aller Bauvorhaben (Gesamtwert: 582 Milliarden Dollar) sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingefroren. Auch die Nachbarländer traf die Krise hart. Die Börse von Kuwait fiel um 57 Prozent im Vergleich zum Juni 2008. Insgesamt sollen Investoren aus der Golfregion rund 2,5 Billionen Dollar verloren haben, schätzt die Union der Arabischen Wirtschaftskammer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Nasser Saidi vom Internationalen Finanzzentrum in Dubai ist dies die perfekte Gelegenheit, islamische Finanzmodelle anzuwenden. "Sie bieten eine bessere Haftung, mehr Transparenz und statt schnellem Profit such man nach langfristigen Finanzierungen." Der Chefökonom aus Dubai spricht vom "Islamic Banking", das auf der Scharia basiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein System, das damit arbeitende Banken vor großen Verlusten bewahrte: Kreditgeschäfte, Hypotheken, Optionen, Futures, Derivate - alles, was die Krise in den USA auslöste, ist im Islamic Banking verboten. "Wir sind nicht von Bonds und Aktien abhängig", erklärt Adnan Ahmed Jussef, Vorsitzender der Union Arabischer Banken. "Wir sind auch nicht, wie die meisten Banken, daran beteiligt, Schulden zu kaufen und zu verkaufen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon Prophet Mohammed war Kaufmann, und Handeln ist für gläubige Muslime ein gottgefälliger Beruf. Nur Zinsen dürfen nicht erhoben werden. Zudem keine Beteiligung am Glücksspiel, Schweinefleisch, Alkohol, Tabak und Prostitution. Idealerweise basiert Islamic Banking auf dem gerechten Austausch, wie es in einem Ausspruch des Propheten heißt: "Gold für Gold, Silber für Silber, Weizen für Weizen, Gerste für Gerste, Datteln für Datteln, Salz für Salz, Gleiches für Gleiches, Hand zu Hand, in gleichen Teilen; jeder Zuwachs ist 'Riba' (Zins, Wucher)."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Scharia-Expertenbeirat überwacht und prüft in der Bank, was verboten (haram) und was erlaubt (halal) ist. Dazu interpretiert er den Koran. Die fast 1400 Jahre alten Texte auf moderne Sachverhalte zu prüfen, ist für die islamischen Rechtsgelehrten nicht immer so einfach, die Interpretationen können immense Auswirkungen haben. 2008 brach der Markt der islamischen Anleihen um die Hälfte ein. Vor allem "wegen der Äußerungen des gelehrten Scheichs Taki Usmani, dass 85 Prozent aller Anleihen nicht schariakonform seien", erklärt Zaid el-Mogaddedi vom Institute for Islamic Banking in Frankfurt am Main.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem, mit Islamic Banking hätte es die Hypothekenkrise in den USA nicht gegeben. Statt Geld zu verleihen, hätten die islamischen Banken das Haus ganz oder zu 80 Prozent gekauft. Der Kunde zahlt dann jeden Monat Raten bis zur vollkommenen Tilgung. Überschusszahlungen werden nicht als Zinsen, sondern als Kompensation für die Wertsteigerungen angesehen. "Ein anderer entscheidender Faktor der Krise war der Bankhandel mit nicht vorhandenem Vermögen", sagt Steven Amos von der Islamic Bank of Britain. "Die konventionellen Banken wussten oft nicht, was sie da kauften, ob es dafür ein reales Vermögen oder Einlagen gibt. Wir dagegen müssen zuerst die Einlagen besitzen, bevor wir Geschäfte machen können". Außerdem konnte und dürfte seine Bank kein Geld an andere Institute verleihen. Kredite in Milliardenhöhe, die nicht gedeckt waren, hatten Investmentbanken wie Lehman Brothers zu Fall gebracht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Großbritannien gibt es heute fünf islamische Banken und weitere 20 bekannte Großbanken, die islamische Abteilungen eröffnet haben, was bei einer jährlichen Wachstumsrate von 15 Prozent verständlich ist. In Deutschland spielt das islamische Bankwesen noch eine untergeordnete Rolle, obwohl es mit etwa 3,5 Millionen Muslimen ein enormes Potenzial gäbe, sagt Mogaddedi. "Aber das deutsche Rechts- und Finanzsystem ist für die Entwicklung eines islamischen Finanzwesens nicht ausgerichtet. Politiker sind sehr vorsichtig."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das islamische Bankwesen ist im Vergleich zur westlichen Bankgeschichte relativ jung. 1963 und 1971 gab es in Ägypten Banken, die ohne Zinsen arbeiteten, sich aber nicht ausdrücklich als islamisch bezeichneten. 1974 wurde die Islamic Development Bank - heute 55 Mitgliedsländer - gegründet. Seit 1999 gibt es zwei islamische Marktindizes, vergleichbar dem deutschen Dax. In diese Indizes werden nur Firmen aufgenommen, die schariakonform arbeiten. Wer dies nicht tut - Zinsen erhebt oder in Schweinefleisch investiert - wird nicht aufgenommen oder gegebenenfalls ausgeschlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Publiziert in der Welt am 5.04.09&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-8918047376934296399?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/8918047376934296399/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=8918047376934296399' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8918047376934296399'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8918047376934296399'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/04/wie-die-finanzkrise-dem-koran-hilft.html' title='Wie die Finanzkrise dem Koran hilft'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-1895955343399425580</id><published>2009-04-05T04:15:00.000-07:00</published><updated>2009-05-13T04:17:40.368-07:00</updated><title type='text'>Geheime Mission: Weltrevolution</title><content type='html'>Von Bahrain über Marokko bis nach Nigeria - die islamische Welt fürchtet eine schiitische Infiltration durch den Iran&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brennende Autoreifen, Maskierte, die Steine und Molotowcocktails auf Polizisten werfen: Eine Straßenkampfszene, die man aus Berlin oder London kennt, aber nicht aus einem reichen Ölland wie Bahrain. Seit Wochen kommt der kleine Golfstaat nicht mehr zur Ruhe, nachdem die Polizei vergangenen Monat 23 Oppositionelle, darunter auch populäre schiitische Geistliche, verhaftete. "Nein zur Unterdrückung der Freiheit", fordert in der Hauptstadt Manama ein Graffito, das schiitische Demonstranten an einer Wand hinterließen. Sie fühlen sich von der sunnitischen Elite des Landes diskriminiert, obwohl Schiiten 70 Prozent der Bevölkerung der insgesamt 530 000 Bahrainer ausmachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gewalttätige Proteste und Forderung nach Gleichberechtigung sind für die ansonsten ruhige Golfregion neu und lösten bei arabischen Staatsmännern Alarm aus. Insbesondere nach den Bemerkungen von Ali Akbar Nateq-Nouri anlässlich des 30. Jahrestags der iranischen Revolution. Der Berater von Staatsoberhaupt Ayatollah Chamenei sprach von Bahrain als "14. Provinz" des Iran, die der ehemalige Schah Reza Pahlavi 1970 einfach aufgegeben hätte. Obwohl Nateq-Nouri kurz darauf betonte, nur historische Fakten referiert zu haben und keineswegs die Souveränität Bahrains infrage stellen wollte, war die Entrüstung groß. König Abdullah von Jordanien und der ägyptische Präsident Hosni Mubarak statteten Solidaritätsbesuche beim bahrainischen Regenten al-Khalifa ab. Saudi-Arabien nannte die Worte aus dem Iran "feindlich gesinnt und unverantwortlich". Marokkos König Mohammed VI. sprach nicht nur von einem "verachtenswerten" Statement und einer "Drohung", er brach kurzerhand die diplomatischen Beziehungen zur Islamischen Republik ab. "Die Reaktionen waren überzogen", sagt Adnan Abu-Odeh, Ex-Berater des jordanischen Königs. "Aber mit Berechnung".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der marokkanische Außenminister Taleb Fassi-Fihri offenbarte wenige Tage nach den Ereignissen den wahren Grund, der von Nordafrika bis in den rund 5000 Kilometer entfernten Nahen Osten Besorgnis erregt: Die islamische Welt fürchtet eine kulturelle Infiltration durch den Iran. Man habe "schiitischen Aktivismus festgestellt", so der Außenminister, "insbesondere in der diplomatischen Vertretung in Rabat", die sich gegen "fundamentale religiöse Werte Marokkos" richtete und "den sunnitischen Maliki-Glauben bedrohen". Auch Innenminister Chakib Benmoussa bestätigte, Iraner missionierten im Königreich seit 2004, und zwar über kulturelle Zentren und mittels Verbreitung von Publikationen. Zudem studierten junge Marokkaner im Iran gratis, ganz auf Kosten der Islamischen Republik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Laut der Zeitung "Al Jarida Al Aoula" wurden daraufhin Ende März Dutzende von Menschen in verschiedenen Städten Marokkos verhaftet, die mit dem schiitischen Islam sympathisierten. Bücher und Zeitschriften, die meisten im Libanon produziert, sollen beschlagnahmt worden sein. In Rabat schloss man die Irakische Schule mit der Begründung, "das Erziehungssystem ist gegen die Bestimmungen von Privatschulen". Die Direktorin der Schule habe "bestimmte religiöse Praktiken propagiert", womit natürlich schiitische Lehren gemeint sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch in Saudi-Arabien, wo der schiitische Bevölkerungsanteil bei zehn Prozent liegt, erfolgten diese Woche Razzien, 35 Personen wurden verhaftet. Der schiitische Scheich Nimr al-Nimr war allerdings nicht dabei, er tauchte vorsorglich unter. Im Februar hatte der Geistliche beim Freitagsgebet zur Abspaltung vom saudischen Königreich aufgefordert, nachdem es in der heiligen Stadt Medina zu heftigen Ausschreitungen zwischen schiitischen Pilgern und der Polizei gekommen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor der schiitischen Missionierung durch den Iran warnte Scheich Yusuf al-Qaradawi bereits 2008. Der von seiner Sendung "Scharia und Leben" auf al-Dschasira bekannte ägyptische Islam-Gelehrte hat innerhalb der vergangenen beiden Jahre beobachtet, "dass sunnitische Gesellschaften von einer organisierten schiitischen Missionarsarbeit heimgesucht sind". In Ägypten habe es noch vor 20 Jahren keinen einzigen Schiiten gegeben, aber sie hätten es geschafft, das Land zu infiltrieren. "Sie haben Leute, die in der Presse schreiben, Bücher publizieren, und sie haben ein Publikum." Das Gleiche sei im Sudan, in Tunesien, Algerien, Marokko und auch in nicht arabischen Ländern wie Malaysia, Indonesien, Nigeria und dem Senegal passiert. Realität oder die Verschwörungstheorie eines sunnitischen Geistlichen, der mit 82 Jahren bereits in die Jahre gekommen ist?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich gibt es Anzeichen einer schiitischen Mission. 2006 wurden auf der Buchmesse in Sudans Hauptstadt Khartoum Bücher beschlagnahmt, die sich über sunnitische Glaubensinhalte, den Propheten Mohammed und seine Familie lustig machen. Bücher, die über diplomatisches Gepäck der iranischen Botschaft ins Land gekommen waren. In Jordanien beklagten sich Parlamentarier, Schiiten würden versuchen, arme sunnitische Familien zu konvertieren. Und in Algerien berichtete die Zeitung "Echourok" von besorgten Eltern, die einen Brief an die Behörden schrieben, nachdem ihre Kinder in der Schule mit schiitischen Inhalten gefüttert worden waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weit schwerwiegender ist dagegen die Enttarnung des Belliradsch-Terrornetzwerks in Marokko 2008. Ein Teil der Mitglieder soll in Ausbildungslagern der schiitischen Hisbollah im Libanon trainiert worden sein. Unter den 35 Verhafteten war - neben dem Führer einer verbotenen sunnitisch-islamistischen Gruppe und einem Mitglied der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung - der Korrespondent des Hisbollah-Senders al-Manar. Für Marokko, aber auch für andere sunnitische Staaten eine erschreckende Kombination. Sunnitische Islamisten erhalten finanzielle Hilfe, militärische Ausrüstung und Training von vom Iran gesponserten schiitischen Militanten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bekanntestes Beispiel für eine derartige Kooperation ist die palästinensische Hamas, die von der Hisbollah logistisch, vom Iran finanziell und angeblich auch militärisch unterstützt wird. Ein Bündnis, das dem Iran und der Hisbollah bei den rund 1,5 Milliarden Muslimen große Pluspunkte bringt. Hassan Nasrallah, der Hisbollah-Generalsekretär, gilt als einer der beliebtesten und vertrauenswürdigsten Politiker der Region.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die bedingungslose Unterstützung der Hamas bis zum "Kollaps Israels", wie Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad gern beteuert, ist mit einer der Gründe für die Spaltung des arabischen Lagers. Zu dem Gipfeltreffen der Arabischen Liga im März in Doha wurde der iranische Präsident zuerst ein- und später wieder ausgeladen. "Wir brauchen eine gemeinsame Vision für die arabische Sicherheit und wie wir mit der iranischen Herausforderung umgehen", forderte der Außenminister Saudi-Arabiens, Prinz Saud al-Faisal. Daraus spricht die Sorge über eine Atombombe des Irans, welche die Führungsrolle der Islamischen Republik in der Region ein für alle Mal festschreiben würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine arabische Einheitsfront gegen den Iran wird es jedoch nicht geben, solange Syrien und Qatar mit dem Iran gute Beziehungen pflegen und auch aktiv die Hamas unterstützen. Sorgenvoll betrachtet man in Saudi-Arabien, Jordanien oder auch in Ägypten die Gesprächsbereitschaft von US-Präsident Barack Obama mit dem Iran. "Die USA denken, eine Einigung mit dem Iran sei der Schlüssel für die Probleme der Region", sagte Musafa Alani, Sicherheitsexperte in Dubai. "Aber das beängstigt uns. So etwas könnte zu großen Zugeständnissen führen und unsere Sicherheit untergraben."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-1895955343399425580?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/1895955343399425580/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=1895955343399425580' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1895955343399425580'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1895955343399425580'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/04/geheime-mission-weltrevolution.html' title='Geheime Mission: Weltrevolution'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-3820794297734233565</id><published>2009-04-02T04:20:00.000-07:00</published><updated>2009-05-13T04:21:57.049-07:00</updated><title type='text'>Endstation Mittelmeer</title><content type='html'>Die Katastrophe vor Libyen wird dem Flüchtlingsstrom nach Europa kein Ende setzen. Beim internationalen Menschenschmuggel spielt Staatschef al-Gaddafi eine Schlüsselrolle&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sollte eine Fahrt in eine goldene Zukunft werden. Dicht gedrängt saßen rund 350 Menschen hoffnungsvoll in einem Fischerboot, mit dem sie die 1770 Kilometer bis nach Europa auf der anderen Seite des Mittelmeers zurücklegen wollten. Aber das Holzboot, eigentlich nur für 75 Passagiere zugelassen, hatte ein Leck und sank sehr schnell bei stürmischem Wetter. Nur 21 Menschen konnten gerettet werden. Die Insassen der anderen drei Boote, die ebenfalls am vergangenen Wochenende von der libyschen Küste aus in See stachen, hatten mehr Glück. Eines wurde nach einem Maschinenschaden von der libyschen Küstenwache aufgebracht, die beiden anderen schafften es nach Italien und Malta. 77 Tote wurden aus dem Wasser gefischt oder an den Strand gespült. Sie kamen aus Somalia, Nigeria, Eritrea, Algerien, Marokko, Palästina und Tunesien. Unter den Passagieren des aufgebrachten Bootes befanden sich auch Ägypter und Bangladescher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Libyen ist die derzeit wichtigste Transitroute nach Europa. Das UN-Flüchtlingswerk schätzt, dass 2008 mehr als 67 000 Menschen die gefährliche Reise in einem dieser Fischerboote unternommen haben. 37 000 davon erreichten Italien (2007 waren es 19 000), die anderen Griechenland oder Malta. Mehr als 1700 kamen beim Versuch, ihren Traum zu erfüllen, ums Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wenn man ein gutes Leben will, muss man eben etwas riskieren", sagt Jeffrey aus Nigeria, der vor vier Jahren sein Heimatland Richtung Europa verließ. "Dort findet man immer Arbeit, kann sich ein Auto leisten und eine Wohnung kaufen. Es geht einem einfach gut." Von einer Wirtschaftskrise will der junge Mann aus Schwarzafrika nichts hören. Er hat ein geregeltes Auskommen als Elektriker, sein kleines Haus und seine Familie zurückgelassen und es gegen die Ungewissheit der illegalen Immigration getauscht. Nach Jahren der Odyssee durch Mali, Algerien und Marokko ist er mit einer Schwimmweste für 500 Euro nach Ceuta, in die spanische Exklave an der Nordspitze Afrikas, geschwommen. Seit zehn Monaten sitzt er dort im Auffanglager und wartet auf einen Entscheid der Behörden, ob er bleiben darf oder deportiert wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre Lebensgrundlage setzte auch eine Reihe von indischen Bauern aus der Region Punjab aufs Spiel. Um die Reise von Indien über Afrika bis nach Ceuta zu finanzieren, haben sie ihr Land verkauft oder ihr Haus an die Bank verpfändet. "Umgerechnet 7000 Euro habe ich bekommen", erzählt einer von insgesamt 54 indischen Migranten, die seit einem Jahr auf dem Berg von Ceuta im Wald campen. Familienbesitz und Ersparnisse landeten in den Händen von Menschenschmugglern, die sie im Auto versteckt oder im Boot über die Grenze brachten. "15 000 Euro hat jeder von uns bezahlt", meint Gurpreet, der Sprecher der Gruppe, der selbst an der Universität Ökonomie studierte. Allen droht nun die Deportation zurück in ihr Heimatland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"In der Regel sind es nicht die Ärmsten der Armen", erklärt Rickard Sandell, der als Spezialist für Demografie am Real Instituto Elcano in Madrid forscht. "Sie haben Schulen, Universitäten besucht, verfügen über eine berufliche Ausbildung, und es gibt Ersparnisse, die den schweren Schritt der Immigration erst ermöglichen." Die Ärmsten könnten ja nie jemanden bezahlen, der sie nach Europa brächte. "Wahrscheinlich verfügen sie nicht einmal über die Information, wohin man immigrieren könnte. Spanien oder andere Länder Europas haben sie noch nie im Fernsehen gesehen, da dieses Gerät ein unerreichbarer Luxus ist."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeffrey aus Nigeria, die Bauern aus Punjab und etwa 2000 weitere Migranten aus aller Welt sitzen entweder in Ceuta oder in Marokko fest. Die Transitroute durch den Maghreb über die bei Tanger nur 14 Kilometer breite Meerenge von Gibraltar funktioniert nicht mehr. Vor zehn Jahren konnte man noch von der marokkanischen Küste aus mit "pateras", kleinen Schnellbooten, nach Spanien übersetzen. Heute ist das kaum mehr möglich. 2002 installierte Spanien in Algeciras das SIVE, eine 300 Millionen teure Hightechanlage zur Überwachung der Meerenge. Zudem erhielten die marokkanischen Behörden Zuschüsse der EU, um die Küste flächendeckender zu überwachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seitdem entwickelte sich Libyen zum Transitland und Sprungbrett nach Europa. Die 1770 Kilometer lange Überfahrt gilt als weit weniger gefährlich als von der Küste Senegals oder Mauretaniens auf die Kanarischen Inseln. Zudem ist die sozialistische libysche Volksrepublik ein Einwanderungsland, in dem fremde Nationalitäten nicht auffallen. Rund 1,2 Millionen Ausländer sollen im Staat von Muammar al-Gaddafi leben, von denen die wenigsten jedoch legalen Status haben. 500 000 bis 600 000 kommen allein aus dem benachbarten Ägypten. Die andere Hälfte stammt überwiegend aus den Ländern der Subsahara. Lange Jahre wurden die Immigranten ohne Papiere von den libyschen Behörden geduldet. Inzwischen aber hat sich die Situation für die afrikanischen Migranten geändert. Staatspräsident al-Gaddafi musste nun auch in Sachen illegaler Immigration mit der EU kooperieren, was er früher stets verweigert hatte. Von nun an deportierte das libysche Innenministerium. 2006 allein 64 330 Immigranten, was den Staat vier Millionen Euro gekostet haben soll. Bis heute existiert sogar der Plan einer Massendeportation aller Ausländer ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung. Aufgrund internationaler Proteste, darunter auch das UN-Flüchtlingswerk, wurde er bisher nicht ausgeführt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der libyschen Hafenstadt Swara, nahe der tunesischen Grenze, von wo aus die Boote nach Italien starten, werden regelmäßig Razzien durchgeführt. Dabei geht die Polizei wenig zimperlich vor. Die Regierung von Ghana beschwerte sich offiziell über die schlechte Behandlung ihrer etwa 10 000 Staatsangehörigen in Libyen. Sie würden unter unmenschlichen Bedingungen repatriiert. Man würde ihnen ihre Pässe abnehmen und ohne Gerichtsverfahren ins Gefängnis sperren. Den Migranten, die nach Europa wollen, scheint das egal zu sein. Die Willkür der libyschen Polizei schreckt sie nicht ab. Sie kommen weiterhin, um ihren großen Traum vom goldenen Europa zu erfüllen - auch wenn es sie das Leben kostet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Publiziert in der Welt 2.04.09&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-3820794297734233565?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/3820794297734233565/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=3820794297734233565' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/3820794297734233565'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/3820794297734233565'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/04/endstation-mittelmeer.html' title='Endstation Mittelmeer'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-1167566242354102078</id><published>2009-03-16T04:22:00.000-07:00</published><updated>2009-05-13T04:24:17.818-07:00</updated><title type='text'>Ein Kindersoldat will nach Europa</title><content type='html'>Die Geschichte des jungen Liberianers Eric, der wie viele andere Afrikaner in der spanischen Exklave Ceuta vom Asyl in der EU träumt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ceuta - Die Gegner fallen wie die Fliegen. Zuerst die da vorne erschießen, dann rechts alle niedermachen, bevor der Rest im Gebüsch erledigt wird. Kriegsspiele auf einem Parkplatz im Zentrum der spanischen Stadt Ceuta, von Eric, einem jungen Mann aus Liberia. Seine Waffe ein Regenschirm, mit dem er durch die parkenden Autos schleicht, auf die er aufpasst, um ein paar Cent von den Fahrern zu bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine etwas seltsame Situation, denn auf imaginäre Gegner zu schießen, passt wenig zu dem ausgewachsenen 19-Jährigen. Eher würde man von ihm erwarten, dass er aus Langeweile bei der Arbeit Verse vor sich hin rappt oder ein Buch liest. Nur bei Eric Christian Carr hat sich die Welt auf den Kopf gestellt. In der Zeit, in der andere Kinder mit Luftkugeln durch die Gegend ballern, trug er eine echte Waffe. "Eine AK-47, besser bekannt unter Kalaschnikow", sagt der Liberianer ein paar Tage später vor einem Teller Pommes mit Mayo in einer typisch spanischen Tapas-Bar. "Eine beliebte Waffe, weil sie von jedem leicht zu bedienen ist und so gut wie nie Ladehemmung hat. Man kann sich darauf verlassen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit zehn Jahren begann Erics unfreiwillige Karriere als Kindersoldat. Mit seinem Vater war er nach Beginn des zweiten liberianischen Bürgerkriegs (1999-2003) auf der Flucht ins Nachbarland Guinea, wo sie bereits während des ersten Kriegs (1989-1997) Unterschlupf gefunden hatten. An einem Checkpoint im Norden Liberias wurden Vater und Sohn angehalten. "Sie haben die Leute nach Stammeszugehörigkeit aussortiert", erinnert sich Eric. "In unserer Gruppe waren sechs Krahn-Mitglieder, darunter auch mein Vater. Vor meinen Augen wurden alle sofort erschossen." Damit verlor der damals Neunjährige auch den letzten Elternteil, nachdem seine Mutter bereits bei der Geburt gestorben war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit anderen Kindern wurde Eric auf Lkws verladen, sie bekamen ein Messer geschenkt und später ein Waffentraining im Busch. Von nun an galt es für die Rebellengruppe Lurd (Vereinigte Liberianer für Aussöhnung und Demokratie) zu kämpfen, die vorher den Namen Ulimo (Vereinigte Befreiungsbewegung von Liberia für Demokratie) hatte und für unzählige Grausamkeiten an Zivilisten bekannt war. Lurd kämpfte für die Absetzung Präsident Charles Taylors, der selbst durch Bürgerkrieg an die Macht gekommen war und dem heute wegen Kriegsverbrechen vor einem UN-Gericht in Sierra Leone der Prozess gemacht wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Lurd-Rebellen finanzierten sich durch Plünderungen und Diamanten, die gegen Waffen eingetauscht wurden. "Wir waren eine Gruppe von etwa 30 Leuten, die im Busch lebten, und hatten einfach alles", erzählt Eric schmunzelnd, als wäre das Ganze damals eine große Party gewesen. "Geld, Alkohol, Drogen und gut zu essen. Wir haben uns einfach genommen, was wir wollten." Sie zogen von Überfall zu Überfall, eine marodierende Bande, die nichts mit Politik zu tun hatte, von ihr nur missbraucht wurde. Die Hälfte der Truppe waren Kinder im gleichen Alter wie Eric, der Rest zwischen 15 und maximal 25. Darunter sein bester Freund Ibrahim, "der schon mit 22 oder 23 Jahren ein sehr tapferer Kerl war".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle Mitglieder der Bande glaubten, magische Kräfte zu besitzen, die sie unverwundbar machten. Drogen sorgten für Furchtlosigkeit. "Wir hatten Tabletten, die man mit ein bisschen Wasser auflöste und trank. Man fühlte sich rundherum stark und gut." Bei den Raubzügen töteten sie immer wieder Menschen, vergewaltigten und kidnappten Frauen. "Diejenigen, die sich weigerten, wurden erschossen, oder man schnitt ihnen die Brüste ab. Fand jemand aus der Gruppe an einem Mädchen Gefallen, hat er sie einfach mitgenommen. Sie kochte dann für uns und wurde ein Mitglied unserer Gemeinschaft", sagt Eric mit einem Ton, als sei es das Normalste der Welt, Sex- und Arbeitssklaven zu haben. Frauen zu besitzen gehörte in der Truppe offensichtlich zum guten Ton, eine Art Statussymbol eines erfolgreichen Kriegers. Selbst die Kindersoldaten wollten darauf nicht verzichten. "Wir Kleinen hatten auch unsere Frauen", berichtet Eric, "obwohl wir nicht das machen konnten, was die Großen taten. Wir fingerten eben an den Frauen herum und ließen sie sonst all das machen, was uns einfach in den Sinn kam."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihm sei nichts anderes übrig geblieben, erklärt er weiter. "Wer nicht mitmachte, den hat man sofort erschossen." Mit einem Gewehrlauf am Kopf würde jeder das tun, was man von ihm verlangte. Ob er jemand getötet habe, wisse er nicht. Er habe nur zur Selbstverteidigung geschossen, und das immer aus Entfernung, nie im Kampf Mann gegen Mann. "Was soll man schon tun, wenn die ATU angreift?" Eric meint damit die Antiterroreinheit, die aufseiten der Regierung von Präsident Charles Taylor kämpfte. Eine Einheit, die Gegner folterte, plünderte und ethnische Säuberungen vornahm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei einem der Angriffe von Regierungssoldaten im Jahr 2002 konnte Eric, zusammen mit seinem Freund Ibrahim, schließlich flüchten. "Sie erschossen viele von uns, und alles ging drunter und drüber." Eine gute Gelegenheit, sich aus dem Staub zu machen, denn "man konnte sonst nicht einfach davonlaufen. Das war schwierig und lebensgefährlich". Mit Ibrahim schaffte er es nach Jekepa, einer Grenzstadt zu Guinea. Dort ordneten sie sich in die Warteschlangen der Flüchtlinge ein, erhielten Essen und Kleidung von UN-Hilfsorganisationen. Bis 2005 besuchte Eric eine christliche Flüchtlingsschule in der Stadt Siguiri am Niger-Fluss, bevor er sich endgültig von Guinea auf den Weg zu einem besseres Leben nach Europa aufmachte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Jahre dauert seine Odyssee durch Mali, Algerien und Marokko bis er am 10. November 2007 in Ceuta ankommt, der spanischen Exklave im Norden von Marokko. Aus einer nahe gelegenen marokkanischen Kleinstadt geht es mitten in der Nacht durchs Meer in die spanische Hafenstadt auf marokkanischem Territorium. Da Eric nicht schwimmen kann, bindet man ihm eine Leine um den Bauch. "Ein Junge schwamm vor mir und zog mich mit meiner Schwimmweste durch das Wasser." Das Ganze kostete 300 Euro, eine Summe, die Eric in alter Kindersoldatenmanier erbeutet hatte. Zusammen mit Kollegen, erzählt er lapidar, habe man andere schwarzafrikanische Migranten in Marokko gekidnappt und für ihre Freilassung Lösegeld verlangt. Wer nicht bezahlen wollte, "bei dem wurde nachgeholfen".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun wohnt der 19-jährige Liberianer im Ceti (Zentrum für temporären Aufenthalt von Immigranten) von Ceuta und wartet darauf, dass seinem Antrag auf politisches Asyl in Spanien stattgegeben wird. "Ohne Eltern, ohne Familie, zudem ist mein Stamm nicht erwünscht, da kann mich niemand nach Liberia zurückschicken", behauptet der ehemalige Kindersoldat überzeugt. Ohne den festen Glauben an eine Zukunft würde er verrückt werden. Was er denn auf der iberischen Halbinsel tun möchte? "Ich bin ein ausgezeichneter Fußballspieler, der in der 2. Liga anfangen und dann in die erste wechseln könnte. Die andere Möglichkeit ist Hip-Hop, das kann ich auch sehr gut. Ich bin schon im lokalen Fernsehen von Ceuta aufgetreten", fügt er nicht ohne Stolz an. Wenn beides allerdings nicht klappen sollte, würde der Fan von Manchester United und Christiano Ronaldo auch jede andere erdenkliche Arbeit annehmen. "Ich kann alles machen. Ich weiß, wie man Geld macht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Publiziert am 16.03.09 in der Welt&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-1167566242354102078?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/1167566242354102078/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=1167566242354102078' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1167566242354102078'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1167566242354102078'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2009/03/ein-kindersoldat-will-nach-europa.html' title='Ein Kindersoldat will nach Europa'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-1147060379882805974</id><published>2008-09-11T06:36:00.000-07:00</published><updated>2008-09-13T06:46:36.361-07:00</updated><title type='text'>Blogger in Marokko muss zwei Jahre einsitzen</title><content type='html'>Mohamed Erraji hat sich den Ramadan anders vorgestellt. Statt den Fastenmonat im Kreis seiner Familie zu verbringen, wurde er verhaftet. Zwei Jahre muss der 32-Jährige jetzt ins Gefängnis. In einem Blog hatte er die Wohltätigkeitspolitik des marokkanischen Regenten aufs Korn genommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wegen eines Artikels im Internetmagazin „Hespress“ war der Journalist Mohamed Erraji in einem ersten Schnellverfahren zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet 430 Euro verurteilt worden. „Das Gerichtsverfahren dauerte nur zehn Minuten“, berichtete einer der Verwandten des verurteilten Bloggers. Reporter ohne Grenzen (ROG) nannte den Prozess „unfair“, einen „großen Rückschritt für das Königreich“ und forderte die sofortige Freilassung. „Die Behörden benutzen Mohamed Erraji als abschreckendes Beispiel, um andere Blogger davon abzuhalten, den König im Internet zu kritisieren.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Korrespondent von „Hespress“ in Agadir hatte in einem Webartikel die Wohltätigkeitspolitik des marokkanischen Regenten Mohammed VI. aufs Korn genommen. Insbesondere eine Praxis, die in Marokko unter dem Namen Grima bestens bekannt ist. Mit Bittgesuchen an den König kann man die üblichen hohen bürokratischen Hürden, zum Beispiel bei einer Firmenneugründung, umgehen. Dieses System von Bettelei sei gegen die Würde der Menschen und würde Faulheit fördern, so Mohamed Erraji. In entwickelten Ländern gäbe es das nicht, dort belohne man harte Arbeit und nicht Bettelei. „Wir sollten unseren Traum eines Marokkos der Gleichheit und der gleichen Möglichkeiten auf die Regentschaft von Mohammed VII. verschieben“, empfahl der Internetjournalist seinen Lesern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Vergleich zur Kritik anderer marokkanischer Publikationen, wie etwa der Wochenzeitung „TelQuel“, sind die Worte des Bloggers harmlos und passen sehr gut zum Niveau der populistischen „Hespress“, die es mit den Fakten manchmal nicht so genau nimmt. Die Verhaftung Mohamed Errajis basiert zwar auf dem marokkanischen Pressegesetz, das Kritik am Königshaus untersagt, ist jedoch eher dem Übereifer von Polizeivertretern denn einer systematischen Verfolgung von Bloggern zu verdanken. „Alte Schreibtischtäter“ aus der Zeit Hassans II., nannte ein marokkanischer Blog die wahren Schuldigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;30.000 Blogs in Marokko&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mohamed Erraji ist der zweite Blogger Marokkos, der bisher verurteilt wurde. Die Blogszene gilt ansonsten als Vorbild für andere arabische Länder. In Marokko werden rund 30.000 Blogs publiziert. Im Nachbarstaat Algerien sind es dagegen nur etwa 6000, in Tunesien kaum einmal 1000. „Eine Art Schule der Demokratie“, nennt der bekannte marokkanische Blogger Larbi al-Halili die unabhängigen Webseiten im Internet. „Sie übernehmen die Arbeit, die in den arabischen Medien oder auch nationalen Parlamenten nicht geleistet wird.“&lt;br /&gt;Schlagworte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verurteilung Mohamed Errajis dürfte für die Szene allerdings ein erneuter Warnschuss vor den Bug sein. Im Februar dieses Jahres war bereits Fouad Mourtada, ein 26-jährigen IT-Ingenieur, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte die Identität eines marokkanischen Prinzen auf der Internetseite Facebook fingiert. Am Ende begnadigte ihn aber Mohammed VI. Auch im Fall von Mohamed Erraji wird auf den marokkanischen Blogs bereits über ein neues Happy End durch königliche Hand spekuliert. Das Ende des heiligen Fastenmonats Ramadan mit dem Fest Eid al-Fitr wäre eine gute Gelegenheit für eine herrschaftliche Geste. An diesem Termin reduziert der König traditionell Gefängnisstrafen oder begnadigt Verurteilte. Mohamed Erraji hatte mit seiner Strafe von zwei Jahren ohnehin bereits Glück im Unglück. Die Mindeststrafe für Königsbeleidigung liegt bei sechs Monaten, maximal können drei Jahre fällig werden. Offensichtlich hatte der Richter bereits Zweifel am Verfahren, als er ein Jahr weniger als vorgeschrieben festsetzte. Damit bleibt für die zweite Verhandlung, in der erst das endgültige Urteil gefällt wird, alles offen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-1147060379882805974?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/1147060379882805974/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=1147060379882805974' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1147060379882805974'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1147060379882805974'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2008/09/blogger-in-marokko-muss-zwei-jahre.html' title='Blogger in Marokko muss zwei Jahre einsitzen'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-8551807972698883344</id><published>2008-09-08T06:52:00.000-07:00</published><updated>2008-09-13T06:55:04.479-07:00</updated><title type='text'>Rückzug aus Resignation</title><content type='html'>Ob beim Friseur oder im Basar, in Damaskus, Beirut oder Rabat - wo immer man nach Muammar al-Gaddafi fragt, wird der Finger unter die Nase gehalten und das Schnupfen eines Kokainsüchtigen simuliert. Was der Mann von der Straße dem libyschen Revolutionsführer unterstellt, würde seinen unausgeschlafenen Eindruck sowie seine Unberechenbarkeit erklären. Anfang August stoppte Gaddafi alle Öllieferungen an die Schweiz, nachdem dort einer seiner sechs Söhne wegen Misshandlung der eigenen Angestellten verhaftet worden war. Schweizer Firmen in Libyen, inklusive Nestlé, wurden geschlossen, zwei Schweizer Staatsbürger verhaftet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Muammar Gaddafi ist das alles business as usual, schließlich diktiert er die Rechtsstaatlichkeit. Politisch Andersdenkende werden verfolgt, unliebsame Presseberichte bestraft und unabhängige Nichtregierungsorganisationen nicht zugelassen. Punkte, die Seif al-Islam Gaddafi, der zweitgeborene und politisch engagierte Sohn des Revolutionsführers - im Gegensatz zu vielen anderen Libyern - ungestraft kritisierte. Vergangene Woche hielt er in Sebah, einer Wüstensiedlung im Süden des Landes, eine seiner kritischen live im Fernsehen übertragenen Reden. Seif al-Islam forderte bessere Lebensbedingungen für die Bevölkerung, den Aufbau der nicht existenten Zivilgesellschaft, eine rechtschaffene Justiz und eine freie Presse. Obwohl es wie eine Wahlkampfrede klang, verkündete der 36-Jährige im Anschluss seinen Rückzug aus der Politik. "Ich habe beschlossen, mich nicht länger in Staatsangelegenheiten einzumischen", sagte der Junior, mit dem der Westen als willkommenem Nachfolger Muammars liebäugelt. Schließlich führte Seif al-Islam sein Land aus der Totalisolation zurück in die internationale Staatengemeinschaft: Die Aufgabe des libyschen Massenvernichtungswaffenprogramms, das Schuldbekenntnis für den Anschlag auf das US-Flugzeug über dem schottischen Lockerbie 1988 und die Freilassung der sechs bulgarischen Ärzte, die wegen HIV-Infizierung von Kindern vor Gericht standen, sollen auf Initiative von Seif al-Islam zustande gekommen sein. "Ich habe mein Programm durchgesetzt, für mich gibt es keine großen Kämpfe mehr zu führen", erklärte er vor Tausenden jubelnden Menschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mahmud Bousiffi, Redakteur zweier Zeitungen im Besitz von Seif al-Islam, interpretierte die Aussagen seines Chefs als Zeichen der "Frustration". Die libysche Bürokratie verlangsame seine Reformen. "Er ist jung und hoffte, sehr schnell große Fortschritte zu machen", meint der Redakteur, sei dabei aber auf unerwartete bürokratische Hindernisse gestoßen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gaddafi junior hatte in einer Rede im August 2006 von Problemen mit "Mafia und Gaunern" gesprochen. Gemeint hatte er den Apparat der Staatsbeamten, die sich durch Korruption bereicherten und normale Libyer über das Vehikel der Presse und der Justiz tyrannisierten. "Das Volk wird gefangen gehalten und gequält im Namen des Volkes", sagte Seif al-Islam in dieser ebenfalls live übertragenen Rede. Es bestehe eine unheilige Ehe zwischen den Vollgefressenen im Staat und den Technokraten. Offensichtlich machte Seif al-Islam damals seinem Ärger Luft. Wenige Monate zuvor war sein liberaler Bündnispartner, Choukri Mohammed Ghanem, als Premierminister vom libyschen Kongress abgewählt worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vater Gaddafi hatte für die öffentliche Kritik nur wenig Verständnis. In einer Gegenfernsehansprache versuchte er, dem aufmüpfigen Sohn die Flügel zu stutzen, verteidigte die libysche Revolution von 1969 und ihre Werte. Mit der Revolution sei die Macht für das Volk gesichert worden, erklärte Gaddafi senior, und "wir werden niemandem erlauben, sie dem Volk zu stehlen". Eine deutliche Warnung an den Sohn, den, wenn auch dehnbareren Bogen, nicht zu überspannen. Erst jetzt zog Seif al-Islam offenbar die Konsequenzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit der Öffnung Libyens, die offiziell 2004 mit dem Besuch des ehemaligen britischen Premiers Tony Blair begann, war Seif al-Islam der verlässliche Verhandlungspartner des Westens. Er sicherte Milliarden Dollar Entwicklungshilfe aus den USA und Handelsabkommen mit Frankreich und Italien. Zudem wurden Konzessionen an internationale Ölkonzerne vergeben, die das größte Ölvorkommen des afrikanischen Kontinents ausbeuten. Nur deswegen kann Libyen heute täglich zwei Millionen Barrel fördern, 700 000 mehr als noch im Jahr 2003. Entwicklungen, die ohne das politische Engagement von Seif al-Islam Gaddafi nicht möglich gewesen wären. Die ihm verhasste "Mafia von Gaunern und Agenten" erfreut sich derweil über das stetige ökonomische Wachstum, ohne aber die Demokratie, Presse- und Meinungsfreiheit voranzubringen. In Libyen läuft es eben nicht anders als in Marokko oder der sozialistischen Volksrepublik Syrien. Ein seit Jahrzehnten gewachsenes System von Machteliten gibt seine lang erarbeiteten Privilegien nicht von heute auf morgen auf. Auch nicht für die Söhne der Diktatoren oder Könige.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-8551807972698883344?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/8551807972698883344/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=8551807972698883344' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8551807972698883344'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8551807972698883344'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2008/09/rckzug-aus-resignation.html' title='Rückzug aus Resignation'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-6402851793233394502</id><published>2008-08-22T06:59:00.000-07:00</published><updated>2008-09-13T07:00:22.949-07:00</updated><title type='text'>Anschlagsserie in Algerien - Al-Qaida im Maghreb wächst</title><content type='html'>Für Algerien entwickelt sich der Urlaubsmonat August zu einem Blutbad. Weniger als 24 Stunden nach dem Anschlag auf eine Polizeiakademie, bei dem 44 Rekruten starben, sprengten am Mittwoch erneut zwei Selbstmordattentäter ihre mit Sprengstoff beladenen Autos und töteten dabei elf Menschen. Die Anschläge kamen keineswegs überraschend. In den vergangenen drei Wochen hatte es bereits vier Überfälle auf Polizeistationen und Militärpatrouillen gegeben, bei denen mindestens 20 Menschen ums Leben kamen und 50 verletzt wurden. Hintergrund ist der Versuch der algerischen Behörden, der al-Qaida im Islamischen Maghreb (Aqim) den entscheidenden militärischen Schlag zu versetzen. 2007 hatte man 1100 Terroristen verhaftet oder getötet. Hauptaugenmerk gilt nun der Tizi-Ouzou-Provinz, einer östlich der Hauptstadt Algier gelegene Bergregion, die als Hauptrückzugsgebiet der Terrorgruppe gilt. Laut Regierungsangaben wurden dort in der ersten Augustwoche bei einer Überraschungsoperation der Armee zwölf Terroristen erschossen. Darunter auch einige Anführer. Die Aqim zahlte dies zuerst mit Hinterhalten auf Patrouillen und versteckten Straßenbomben heim und nun mit zwei kurz aufeinander folgenden, verheerenden Attentaten. Man will beweisen, dass man trotz aller personellen Verluste noch einsatzfähig ist. "Al-Qaida musste spektakuläre Aktionen durchführen", sagte der algerische Sicherheitsexperte Mouloud Morchedi, "gerade nachdem sie eine Niederlage erlitten haben." Mit dem Anschlag auf die Rekruten der Polizeiakademie außerhalb ihres Rückzugsgebietes würde die Organisation zeigen, sie könne noch jederzeit und überall zuschlagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Januar 2007 wurde die Aqim offiziell gegründet. Ein terroristischer Dachverband, dem islamistische Gruppen aus Tunesien (Islamistische Kampftruppe Tunesien), Libyen (Libysche Islamische Kampftruppe) und Marokko (Islamistische Gruppe Marokkanischer Kämpfer) beitraten. Hauptsächlich aktiv ist allerdings nur der algerische Ableger, der aus der Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) hervorging. Sie soll über 300 bis 400 Kämpfer und rund 200 aktive Unterstützer im ganzen Land verfügen. Führer der Organisation ist Abdelmalek Droukdal, ein diplomierter Mathematiker, der auch die Idee zum Anschluss an al-Qaida hatte. Im Herbst 2004 schickte er eine geheime Nachricht an Abu Mussab al-Sarkawi in den Irak. Der inzwischen getötete Chef von al-Qaida in Mesopotamien hatte gegen einen Zusammenschluss nichts einzuwenden und sicherte logistische und finanzielle Hilfe zu, die die algerischen Islamisten bitter nötig hatten. Nach dem Ende des algerischen Bürgerkriegs (1992-2002), bei dem rund 150 000 Menschen getötet worden waren, gab es kaum noch Verständnis für militante Organisationen. Zudem hatte die algerische Regierung rigoros alle Terrorgruppen bekämpft und eine Amnestie angeboten, die viele Radikale annahmen. Darunter auch der damalige GSPC-Führer Hassan Hattab, der vor zwei Tagen zum ersten Mal nach seiner Absage an den bewaffneten Kampf im September 2007 an die Öffentlichkeit ging. Er forderte die Mitglieder der Aqim auf, unverzüglich die Waffen niederzulegen und zu ihren Familien zurückzukehren. "Wir waren schon vor euch auf demselben Weg", sagte er, "das bringt absolut nichts". Hattab hatte die Führungsrolle innerhalb der Organisation 2003 aufgegeben, nachdem es Differenzen darüber gab, ob man unschuldige Zivilisten töten dürfe. Die Anschläge vom Dienstag und Mittwoch haben gezeigt, dass der neue Aqim-Chef keinerlei Rücksicht auf Zivilisten nimmt. Er kopiert die Terrorstrategie seiner Kollegen im Irak: Nach einer ersten Bombe lassen sie eine zweite hochgehen, um auch heraneilende Helfer zu treffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Aqim ist keine nationale Bewegung mehr, sie nimmt am internationalen Heiligen Krieg gegen alle Ungläubigen teil. "Jeder muss wissen", sagte Aqim-Chef Abdelmalek Droukdel zur "New York Times", "wir zögern nicht, jeden wann und wo auch immer auf diesem Planeten ins Visier zu nehmen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Bericht des US State Department zum globalen Terrorismus vom April 2008 zählt die Aqim zusammen mit den Islamisten im pakistanischen Grenzgebiet zu den zwei größten Bedrohungsrisiken. Besondere Sorgen macht die organisatorische Struktur der Aqim. "Es ist keine zentralisierte Bewegung", erklärte US-Verteidigungsminister Robert M. Gates, "und das macht sie noch gefährlicher."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bisher spielte die Aqim und ihre dezentral agierenden Partner in anderen Ländern Nordafrikas kaum eine Rolle. Doch seit einem Jahr gibt es Ausnahmen. In Mauretanien wurde im Februar ein Anschlag auf die israelische Botschaft verübt. Wenige Monate zuvor, Weihnachten 2007, wurden vier französische Touristen erschossen. Und in Tunesien entführte man österreichische Touristen. Die Hintermänner dieser Aktionen stammen aus den Ausbildungslagern der Aqim, die sich in entlegenen, nur schwer zugänglichen Gegenden der Sahara in Marokko, Tunesien und Algerien befinden. Auch der bergige Norden Malis soll ein Aufenthaltsort der Terroristen sein, da die zahlreichen Höhlen als Unterschlupf vor Spionagesatelliten dienen. Um einer weiteren Ausbreitung der Aqim vorzubeugen, stellte die US-Regierung 80 Millionen Dollar für eine aus zehn Ländern bestehende Transsahara-Anti-Terrorismus-Partnerschaft zur Verfügung. Am Horn von Afrika, in Dschibuti, ist eine 1500 Mann starke Anti-Terror-Task-Force stationiert, die bei ihren Manövern Terroristen aus Mauretanien durch Mali und den Niger bis in den Tschad jagt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-6402851793233394502?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/6402851793233394502/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=6402851793233394502' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/6402851793233394502'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/6402851793233394502'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2008/08/anschlagsserie-in-algerien-al-qaida-im.html' title='Anschlagsserie in Algerien - Al-Qaida im Maghreb wächst'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-8249862174567910367</id><published>2008-08-11T06:55:00.000-07:00</published><updated>2008-09-13T06:56:37.309-07:00</updated><title type='text'>Hisbollah rüstet zum nächsten Krieg gegen Israel</title><content type='html'>Die Bewohner Beiruts sind an israelische Militärjets gewöhnt. Zwischen Nacht und Morgengrauen durchbrechen sie immer wieder dicht über der libanesischen Hauptstadt die Schallmauer. Ein tiefer Donner ist dann zu hören, die Fensterscheiben vibrieren bedrohlich. Aufklärungsflüge über dem Libanon sind für Israel ein wichtiger Bestandteil seiner Militärstrategie. Die libanesische Regierung hält sie für einen Verstoß gegen internationales Recht, wie sie mehrfach bei den UN monierte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geht es nach der Hisbollah, der schiitischen Partei und Miliz im Libanon, soll es mit der uneingeschränkten Lufthoheit der israelischen Kampfjets bald vorbei sein. "Es ist notwendig, diesen Verstößen endlich ein Ende zu bereiten", hieß es in einer Erklärung der Organisation im Juli. Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah sprach von einer neuen "Verteidigungsstrategie". Es ist die deutliche Drohung, mithilfe moderner Radaranlagen und Luftabwehrraketen die verhassten israelischen Aufklärer in Zukunft abzuschießen. Die neuen Anlagen soll die Hisbollah laut israelischen und arabischen Medienberichten im Zentrallibanon, auf dem knapp 2700 Meter hohen Sannine und den umliegenden Bergen installieren. Unklar ist bisher nur, wie weit die Vorbereitungen der schiitische Guerilla gediehen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für das israelische Kabinett war das Anlass genug, um sich vergangene Woche darüber zu beraten. Ein Hisbollah-Luftabwehrsystem wäre eine "Störung der strategischen Balance", hieß es in einer gemeinsamen Verlautbarung der Kabinettsmitglieder. Israel werde keinen weiteren Waffenschmuggel an die Hisbollah dulden und für alle Ereignisse die libanesische Regierung verantwortlich machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Libanon formierte sich nach gewalttätigen Auseinadersetzungen im Mai eine neue Regierung der nationalen Einheit, an der auch die Hisbollah beteiligt ist. Das libanesische Kabinett unter dem alten und neuen Premierminister Fuad Siniora gestand nun der Hisbollah offiziell "das Recht zum Widerstand" gegen Israel zu. Die schiitische Miliz kann also ungehindert den Ausbau ihrer Verteidigungsanlagen betreiben, mit dem unmittelbar nach Ende des Libanonkriegs im Sommer 2006 begonnen worden war. Nördlich des Litani-Flusses, hinter der UN-Pufferzone zu Israel, wurden seither große Landflächen erworben. Wo es früher nur Wildnis gab, errichtete die Hisbollah neue Dörfer, siedelte Schiiten aus dem Süden an, baute Straßen sowie Wasser- und Elektrizitätsleitungen. Das gesamte Gebiet ist heute militärische Sperrzone. Hier befinden sich unterirdische Bunkersysteme und Abschussrampen für die Langstreckenraketen iranischer Bauart, die angeblich jedes Ziel in Israel erreichen können. Welche der Einrichtungen real oder nur Attrappen sind, kann das israelische Militär allein aus der Luft nicht feststellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während des Sommerkriegs 2006 wurden zahlreiche Hisbollah-Stellungen bombardiert, von denen die meisten, wie sich nachher herausstellte, fingiert oder verlassen waren. Israelische Soldaten fanden in Bunkern Aufklärungsfotos der eigenen Luftwaffe, mit Markierungen in hebräischer Sprache. Die Hisbollah wusste im Voraus, was bombardiert und wo Bodentruppen zum Einsatz kommen sollten. Die Guerillas saßen in ihren unterirdischen Bunkern mit Klimaanlage, Küche, Betten und warteten auf eine Möglichkeit, israelischen Kommandos, die sie mit versteckten Kameras beobachten konnten, in den Hinterhalt zu locken. Über militärische Geheimnisse informiert wird die Guerilla von israelischen Soldaten, meist im Austausch gegen Drogen. Erst im Frühjahr wurden zwei dieser Drogenschmugglerringe ausgehoben, an denen israelische Militärs beteiligt waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den Neuerungen der Hisbollah gehört auch eine Art "Fremdenlegion", in der Angehörige nicht schiitischer Glaubensgemeinschaften und sogar Kommunisten kämpfen dürfen. Vergleichbares gab es bereits während der israelischen Besetzung des Südlibanon zwischen 1982 und 2000, als die Libanesischen Widerstandsbrigaden Christen, Drusen und Sunniten vereinten. Zur Reaktivierung dieser Truppe dürften die positiven Erfahrungen aus dem Julikrieg 2006 beitragen. Damals beteiligten sich sunnitische sowie kommunistische Gruppen am Kampf gegen Israel. Darunter auch die sunnitisch-islamistischen Fajr-Truppen. "Die Israelis werden in Zukunft auf einen Widerstand stoßen, der sich aus allen Sekten und Konfessionen zusammensetzt", sagte Scheich Afif Naboulsi, ein der Hisbollah nahestehender schiitischer Geistlicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Laut israelischen Geheimdienstberichten soll die Terrororganisation heute über insgesamt 40 000 Raketen verfügen. "Zwei oder dreimal so viel wie noch 2006", glaubt Verteidigungsminister Ehud Barak.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darunter auch rund 1000 C-802-Raketen, die entlang der libanesischen Küste positioniert sein sollen und israelische Schiffe bedrohen können. Eine dieser Raketen, die sechs bis sieben Meter über der Wasseroberfläche fliegen, hatte während des Libanon-Kriegs ein israelisches Kriegsschiff vor der Küste Beiruts schwer beschädigt. Eingeschmuggelt werden diese Raketen wie auch alle anderen Waffen, so der israelische Vorwurf und begründete Verdacht, über das Nachbarland Syrien. Dort wurde am vergangenen Sonntag in der Hafenstadt Tartous auf mysteriöse Weise General Mohammed Suleiman ermordet, der die Waffenlieferungen an die Hisbollah organisierte. Ein Scharfschütze soll den General von einer Yacht aus vor seinem Haus in den Kopf getroffen haben. "Die israelische Regierung hat weder Kenntnisse von noch gibt sie einen Kommentar zu diesem Vorfall", sagte Mark Regev, Sprecher des Premierministers Ehud Olmert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mitte Juli war in Teheran bereits ein Lkw-Konvoi der iranischen Elitetruppe der Republikanischen Garden, angeblich mit Waffen für die Hisbollah beladen, in einem Vorort von Teheran unter ungeklärten Umständen explodiert - 15 Menschen wurden getötet. Einige Monate zuvor entgleiste ein Zug in der Nordtürkei durch eine ebenfalls mysteriöse Explosion. Der Zug war mit Militärausrüstung Richtung Syrien unterwegs.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-8249862174567910367?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/8249862174567910367/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=8249862174567910367' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8249862174567910367'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8249862174567910367'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2008/08/hisbollah-rstet-zum-nchsten-krieg-gegen.html' title='Hisbollah rüstet zum nächsten Krieg gegen Israel'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-2288102589596269280</id><published>2008-08-07T07:00:00.000-07:00</published><updated>2008-09-13T07:02:25.558-07:00</updated><title type='text'>Blumen statt Schläge für die Ehefrau</title><content type='html'>Türkische Fernsehserie bricht mit vielen Tabus konservativer islamischer Länder - und ist von Saudi-Arabien bis Marokko der absolute Quotenhit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Teuflisch und unmoralisch" nannte der Großmufti Saudi-Arabiens die türkische Fernsehserie "Nur" und forderte die TV-Stationen auf, ihren "Angriff auf Gott und seinen Propheten" unverzüglich einzustellen. In der palästinensischen Stadt Nablus warnte ein Parlamentarier und Prediger der radikal-islamischen Hamas vor der Serie, die gegen "Religion, Werte und Tradition" verstoße. Viel Gehör fand allerdings keiner der beiden Würdenträger. Zwischen drei und vier Millionen Saudi-Araber sehen jeden Abend die religiös verbotene Seifenoper über das Leben und die Liebe von Nur und ihrem Ehemann Mohannad. Im palästinensischen Gazastreifen und im Westjordanland sind die Straßen zur Sendezeit wie leer gefegt. Und sollte der Strom wieder einmal ausfallen, stellt man sich den Wecker, um die Wiederholung am frühen Morgen nicht zu verpassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber auch in anderen arabischen Ländern wie Syrien, Bahrain oder Marokko versammeln sich täglich die Großfamilien vor den Fernsehgeräten, um ihre Helden zu sehen. Ein Erfolg, der für den panarabischen Satellitenkanal MBC völlig überraschend kam. In der Türkei war "Nur" ein Flop und wurde nach der Ausstrahlung weniger Episoden abgesetzt. Da arabische TV-Serien unverschämt teuer seien, so MBC-Präsident Scheich Walid al-Ibrahim, habe man im Ausland nach billigen Varianten gesucht. Der Lückenbüßer, den man nicht mit klassischem Arabisch, sondern mit dem gesprochenen Dialekt der Region vertonte, wurde nun zum großen Geschäft des Senders mit Hauptsitz in Dubai.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überraschend sind die Reaktionen des konservativen, religiösen Establishments nicht. "Nur" präsentiert ein neues Rollenbild, das gerade in den Golfstaaten wenig Entsprechung im gesellschaftlichen Alltag findet. Zum ersten Mal wird nun eine muslimische Familie gezeigt, in der beide Ehepartner völlig gleichberechtigt sind. Der Ehemann (Mohannad) unterstützt seine Frau (Nur) bei ihrem beruflichen Werdegang als Modedesignerin, behandelt sie liebe- und verständnisvoll. Nach einem Streit bringt er ihr Blumen, überrascht sie mit Geschenken oder einer Reise mit romantischem Ambiente. Männliches Verhalten, wie man es bisher nur aus westlichen Filmproduktionen kannte. In arabischen Produktionen werden gewöhnlich Männer gezeigt, die ihre Ehefrauen oder auch Schwestern schlagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Unsere Gesellschaft ist solche Intimität und Liebe nicht gewohnt, deshalb wird diese Art von Beziehung als Sünde bezeichnet", sagt die Vizepräsidentin der Frauenunion von Bahrain, Fatima Rabea. Für viele weibliche Zuschauer wird der sanfte, gut aussehende Mohannad zu einem männlichen Wunschbild. Angeblich ließen sich schon einige saudi-arabische Ehemänner scheiden, die Mohannad-Fotos auf dem Handy ihrer Frau gefunden hatten. In der Tageszeitung "Saudi Gazette" wurde ein Cartoon abgedruckt, der einen Mann beim Schönheitschirurgen zeigt, der in Mohannad verwandelt werden möchte. Mütter wünschen sich Nur oder Mohannad als Vornamen ihrer Neugeborenen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Seifenoper werden auch noch andere Tabus konservativ-muslimischer Gesellschaften gebrochen. Mohannad hatte bereits vor der Heirat mit Nur Sex, aus dem ein Kind stammt, eine Cousine hatte eine Abtreibung, und zum Abendessen wird schon mal Alkohol getrunken. "Wir alle machen Dinge in unserem Leben, wie sie in der Serie gezeigt werden", sagt die syrische Schauspielerin Laura Abu Sa'ad, die der weiblichen Hauptfigur Nur ihre arabische Stimme gab. "Viele Mädchen werden schwanger und haben Abtreibungen, aber man spricht nicht darüber. Wenn man nun im TV sieht, was sonst unter den Tisch gekehrt wird, bedeutet das ein Aufatmen." Für Laura Abu Sa'ad ist der Erfolg der Serie ein Zeichen dafür, "dass die arabischen Muslime einem moderaten Islam und nicht den Extremisten folgen wollen".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Religion spielt in "Nur" eine Nebenrolle. Die Ehe von Nur und Mohannad ist zwar vom Großvater bestimmt, und man befolgt das muslimische Fastengebot im Monat Ramadan, aber keine der Hauptfiguren wird beim täglichen Gebet gezeigt. Frauen tragen auch kein religiöses Kopftuch oder eine andere Verschleierung. "Ich denke, diese Serie zeigt ein völlig unrealistisches Bild der Türkei", kritisiert Professor Khalid Amine von der marokkanischen Universität in Tetouan. "Als würde es dort keine islamistische Partei an der Regierung und keine Auseinandersetzung zwischen Religion und Säkularismus geben." Profiteur ist jedenfalls der türkische Tourismus: Kinder wollen die Schauplätze von "Die verlorenen Jahre", einer populären türkischen Serie für Jugendliche, sehen, die Eltern das Land von Nur und Mohannad. Darum mietete die türkische Produktionsfirma von "Nur" in Istanbul das fiktionale Zuhause von Mohannad und verwandelte die Villa in ein Museum für arabische Touristen. Allein aus Saudi-Arabien werden 100 000 Besucher erwartet, 70 000 mehr als im Vorjahr. "Der Anstieg saudi-arabischer Touristen ist ein Resultat der Seifenopern", sagt der türkische Botschafter in Saudi-Arabien. "Es gab früher nur zwei Flüge von Riad nach Istanbul, heute sind es vier, die alle vollkommen ausgebucht sind."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-2288102589596269280?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/2288102589596269280/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=2288102589596269280' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2288102589596269280'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2288102589596269280'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2008/08/blumen-statt-schlge-fr-die-ehefrau.html' title='Blumen statt Schläge für die Ehefrau'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-5714905202774394494</id><published>2008-08-03T06:57:00.000-07:00</published><updated>2008-09-13T06:58:49.052-07:00</updated><title type='text'>Wo Deutschlands Drogen herkommen</title><content type='html'>3000 Tonnen pro Jahr, 80 Prozent des europäischen Gesamtbedarfs, ein Geschäft von 20 Milliarden Euro: Marokko ist der größte Haschischexporteur der Welt. Ein Großteil wird im unzugänglichen Rif-Gebiet produziert. Das Königreich hat den Kampf gegen die Drogenbarone längst verloren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Hafenstadt Larache am Atlantik dauert die Fahrt ins Rif-Gebirge, dem Herzland des Kif, wie Marihuana in Marokko genannt wird, keine Stunde. Von Kilometer zu Kilometer häufen sich die tiefgrünen Pflanzungen der verbotenen Droge zwischen Bohnen- und Maisfeldern. Außer einzelnen, billigen Wellblechhäusern ist von Zivilisation bald keine Spur mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dieser malerischen Berggegend stammt der Großteil des Haschisch, das nach Europa exportiert wird. Rund 3000 Tonnen sind es pro Jahr – 80 Prozent des europäischen Gesamtbedarfs. Marokko ist damit größter Haschischexporteur der Welt. Auf modernen Schnellbooten, unter Fischladungen versteckt, oder mit Kleinflugzeugen wird das Kif zuerst nach Spanien, dann weiter nach Frankreich, Holland oder Deutschland transportiert. Ein Geschäft, dessen Wert auf bis zu 20 Milliarden Euro geschätzt wird. Das Kif ist das „Grüne Öl“ Marokkos.&lt;br /&gt;Weiterführende Links&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von den Gewinnen landet allerdings nur ein Bruchteil bei den Bauern. „Diejenigen, die damit das große Geld machen, fahren schwere Geländewagen mit verspiegelten Scheiben und kommen oft nicht aus Marokko“, berichtet Mohammed L., der mit seiner Frau und sieben Kindern in einer der Wellblechhütten lebt. Im Gegensatz zu vielen anderen Kleinbauern der Gegend hat er Elektrizität. Stolz zeigt er seinen Fernsehapparat und eine neue Satellitenschüssel. Wasser allerdings wird seit Jahren täglich mit Eseln aus dem 20 Minuten entfernt gelegenen Brunnen transportiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleich hinter dem Haus befindet sich die Kif-Plantage. Gut 3000 Quadratmeter, die in diesen Tagen reif zur Ernte sind. Vereinzelt liegen bereits abgeschnittene Pflanzenbündel zum Trocknen in der Sonne, die später zu Haschisch verarbeitet werden. „Fünf oder sechs Kilo sollen es mindestens werden“, sagt Mohammed und lächelt dabei hoffnungsfroh. Pro Kilo bekommt er zwischen 400 und 500 Euro. In Europa zahlt der Endverbraucher oft mehr als das Zwanzigfache.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mohammed und seine Familie könnten ohne die kleine Haschischproduktion nicht überleben. Die wenigen Olivenbäume, die Eier seiner Hühner und die Bienenstöcke dienen dem Eigenbedarf. Für seine fünf, sechs Kilo Haschisch muss Mohammed nur zwei, drei Tage arbeiten. Das getrocknete Marihuana wird über einem Sieb in Plastik eingewickelt und mit zwei Stöcken „ausgeschlagen“. Im Topf darunter sammelt sich der begehrte Stoff.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mohammed ist einer von rund einer Million Menschen in Marokko, die auf diese Art ihre Existenz sichern. „100 Kilo Marihuana ergeben ein bis zwei Kilo Haschisch“, erklärt er fachmännisch auf seinem Feld. „Da drüben ist es die doppelte Ausbeute“, fügt er resigniert hinzu und zeigt auf deutlich erkennbare Marihuanafelder auf der anderen Seite des Tals. „Dort sind die Böden besser, und außerdem gibt es Wasser“, erklärt der Familienvater.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da drüben, das ist die Region Chefchaouen und das dahinter liegende Ketama, wo Berberstämme seit dem 15.Jahrhundert Kif anbauen. Die Berber sind eine ethnische Minorität in Marokko mit eigener Sprache und Kultur. 1958, zwei Jahre nach der Unabhängigkeit Marokkos, rebellierten sie, worauf ihre Region bis zum Tode von Hassan II. 1999 gänzlich vernachlässigt wurde. Kif zu pflanzen, ist bis heute ein Zeichen berberischer Selbstständigkeit. Sämtliche Versuche der marokkanischen Regierung, den Anbau von Marihuana zu unterbinden, schlugen fehl. Ob Avocados oder Olivenbäume als Ersatz, kaum einer der Bauern ließ sich vom lukrativen Kif abbringen. „Die können machen, was sie wollen“, meint Mohammed L., der kein Berber ist, sondern nur ein Jibli, ein Mann der Berge. „Sie schlagen die Olivenbäume ab, um Flächen für Kif frei zu machen. Die Samen dazu stammen aus Pakistan oder Indien.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mohammed will mit der von der Mafia organisierten industriellen Produktion nichts zu tun haben. Er wäre schon mit etwas größeren Anbauflächen zufrieden. Aber das sei nicht mehr so einfach wie früher. „Sobald die Polizei meine Felder sieht, reißt sie die Pflanzen aus.“ Schmiergelder in der Höhe, die er bezahlen kann, würden nichts ändern. „Man will den Anbau kontrollieren und auf eine bestimmte Region beschränken, wenn man ihn schon nicht ganz ausmerzen kann“, meint Mohammed.&lt;br /&gt;Schlagworte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwischen 2003 und 2007 hatte das Uno-Büro für Drogen und Kriminalität einen Rückgang der Marihuanaproduktion in Marokko um 50 Prozent registriert. Die marokkanischen Behörden hatten auf Druck der USA und der Europäischen Union Maßnahmen gegen den Kif-Anbau getroffen. Bauern wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, Felder zerstört, Umpflanzungsprogramme durchgeführt. Bis 2008 wollte man den Kif-Anbau vollkommen ausrotten. Davon ist Marokko heute weit entfernt. Die Produktion von Kleinbauern wie Mohammed konnte zwar minimiert und manchmal auch ganz unterbunden werden. Zudem wurde eine Ausbreitung in bekannten Anbaugebieten verhindert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber im Gegenzug legte die Haschischmafia neue Marihuanakulturen in unzugänglicheren Gebieten an, intensivierte den Anbau mit Düngemitteln und neuem, leistungsfähigeren Saatgut. Nach wie vor kann man sich mit ausreichend Geld eine unbehelligte Ernte im Juli und August erkaufen. Das wird so bleiben, solange man den sozial schwachen Bauern keine ansprechenden Ersatzpflanzen zu Verfügung stellt und keine zusätzlichen Schulen, Wasser- und Elektrizitätsleitungen baut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da man offenbar die Produktion nicht verbannen kann, plädierte das renommierte marokkanische Wochenblatt „Tel Quel“ als Ausweg für eine Legalisierung des Kif und zeichnete ein Bild von sprudelnden Steuereinnahmen, Touristenströmen und dem Rückgang der Korruption. Nicht zu vergessen, dass auch die Marokkaner konsumieren. Ob unter Bauarbeitern, Intellektuellen oder LKW-Fahrern, Cannabis ist fester Bestandteil des marokkanischen Alltagslebens. Jedes Jahr werden, wie die Zeitung „Tel Quel“ errechnete, 1,1 Milliarden Joints geraucht. Das sind rund 60 Zigaretten pro Jahr für jeden Erwachsenen der 33-Millionen-Bevölkerung des Königreichs.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-5714905202774394494?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/5714905202774394494/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=5714905202774394494' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/5714905202774394494'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/5714905202774394494'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2008/08/wo-deutschlands-drogen-herkommen.html' title='Wo Deutschlands Drogen herkommen'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-5518946461621995406</id><published>2008-03-19T05:49:00.000-07:00</published><updated>2008-03-19T05:54:39.699-07:00</updated><title type='text'>Arabische Blogger haben es nicht leicht</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;„Warum Bloggen wir?“ fragte Fouad Al-Farhan im Dezember 2007 auf seiner Webseite über Saudi-Arabien. Die Antworten des Bloggers gefielen den Behörden offensichtlich nicht. Er wurde verhaftete und sitzt seitdem im Gefängnis. Fouad Al-Farhan hatte die Korruption in seinem Land kritisiert und war für politische Reformen eingetreten.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Mit seiner Verhaftung erreichten die saudischen Autoritäten allerdings das Gegenteil von dem, was sie wollten. Statt Al-Farhan und seine Kritik mundtot zu machen, kursieren seine Thesen nun weltweit im Internet. Selbst US-Präsident George W. Bush soll sich bei seinem Besuch im Januar in Saudi-Arabien mahnend nach dem Schicksal des Bloggers erkundigt haben. „Die Zeiten der absoluten Staatskontrolle der Medien sind vorbei“, sagt Larbi El Halili, der einen der erfolgreichsten Blogs in Marokko betreibt. „Niemand kann mehr die Fülle im Netz total kontrollieren und nach unliebsamen Inhalten filtern“. Mittlerweile könnten Blogs sogar viele Menschen mobilisieren, fügte er stolz hinzu. Trotz einer positiven Entwicklung, die Kritik an Staatsoberhäupter und der Religion des Islam bleiben weiterhin jedoch sensitive Themen, die in arabischen Ländern ins Gefängnis bringen können. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;In Tunesien wurde Zouhair Yahyaoui 2002 zu zwei Jahren verurteilt, weil er angeblich „falsche Informationen“ über Menschenrechtsverletzungen verbreitete. Unter dem Pseudonym &lt;span class="texte-11"&gt;Ettounsi hatte er auf seinem Blog über die Meinungsfreiheit in Tunesien geschrieben. Im Gefängnis soll &lt;/span&gt;Yahyaoui, nach Angaben von Reportern ohne Grenzen, gefoltert worden sein. Nach drei Hungerstreiks wurde er nach einem Jahr auf Bewährung entlassen. 2005 verstarb der erst 36-Jährige an einem Herzinfarkt. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;In Ägypten musste der 22-jährige Karim Amer 2007 für vier Jahre hinter Gittern, weil er den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und den Islam kritisiert haben soll. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;„In Marokko wurde bisher noch kein Blogger belangt“, erklärt Larbi El Halili. „Wir können relativ frei über alles sprechen, was im Vergleich zu anderen arabischen Ländern eine große Ausnahme ist“. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Die marokkanischen Behörden hätten einige Male „YouTube“ blockiert, aber nach kurzer Zeit wieder freigegeben. Zum größten Teil sei dies ein Verdienst der Blogger gewesen, die internationale Proteste starteten.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;„Eine kleine Revolution“, meint Larbi El Halili, dessen Webseite täglich etwa 3500 Besucher aufrufen. Seit dem Beginn im Jahr 2004 bekam El Halili 18.000 Antworten auf seine mehr als 450 Einträge. Dort wird über die marokkanische Verfassung diskutiert oder ob der König zu viel oder zu wenig Macht hat. „Natürlich muss man bei diesen Diskussionen aufpassen, dass man kein falsches Wort sagt“, erläutert El Halili. „Das Damokles-Schwert einer unberechenbaren Justiz schwebt über jeden Blogger“. Das zeigte der Fall von Fouad Mourtada, einem 26-jährigen IT-Ingenieur, der vor einigen Wochen die Identität eines marokkanischen Prinzen auf Facebook.com fingierte und dafür zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. „Es began mit einem Spaß und endete in einem Drama“, sagt El Halili nachdenklich. „Das war für die Bloggergemeinschaft ein Schuss vor den Bug, obwohl es uns nicht direkt betrifft“. Aber das harte Urteil zeige, wie weit die Justiz jederzeit gehen könne.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;In Marokko gibt es rund 30.000 Blogs, bei etwa vier Millionen registrierten Internetbenutzern. Relativ wenige im Vergleich zu Deutschland, wo es zwischen 600.000 und 1 Million Blogs geben soll. Im nordafrikanischen Nachbarland Algerien sind es nur knapp 6000. In Tunesien sollen es kaum einmal 1000 sein, was bei der starken staatlichen Kontrolle und mangelnder Toleranz kein Wunder ist. Zudem sind nur 1,6 Millionen Internetbenutzer registriert. Aber auch in Tunesien, wie in einigen anderen rigiden arabischen Ländern, lassen sich auf lange Sicht die Internet-Revolution und die einhergehende Demokratisierung von Information nicht aufhalten. Gerade in Ländern, wo Information vom Staat offiziell verordnet wird, haben Menschen ein Bedürfnis nach anderen Nachrichten und Meinungen. Blogs sind ein Weg, dieses Bedürfnis zu befriedigen. „Natürlich besitzen Blogs noch lange nicht die Macht, die sie haben könnten oder vielleicht auch haben sollten“, stellt El Halili fest. Für ihn sind Blogs „der Argot über öffentliche Fragen“. Blog-Diskussionen seien wichtiger als Gespräche in den Cafes von Casablanca oder Kairo und in den Foren der Tageszeitungen. „Sie sind eine Art Schule der Demokratie, die die Arbeit übernehmen, die in den arabischen Medien oder auch nationalen Parlamenten nicht geleistet wird“. Blogs seien ein kollektiver Volksgeheimdienst, Orte, wo kontroverse Diskussionen und Debatten über Politik und Religion stattfinden und zum kritischen Denken angeregten. Für den marokkanischen Blogger ist die Arbeit seines Kollegen Wael Abbas aus Ägypten nur der Anfang von dem, was einmal kommen soll. Der ägyptische Blogger veröffentlichte auf seinem Misr Digital, Bilder von Ausschreitungen der Polizei. Zuerst versuchte ihn die Behörden einzuschüchtern, denunzierten ihn als kriminell und homosexuell, später halfen seine Videodokumentationen dennoch die betreffenden Polizisten zu überführen. Zwei Beamte wurden wegen Folter angeklagt und zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Der 33-jährige Wael Abbas erhielt dafür im November 2007 den „Knight International Journalism Award“ des internationalen Zentrums für Journalisten in Washington. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-5518946461621995406?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/5518946461621995406/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=5518946461621995406' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/5518946461621995406'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/5518946461621995406'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2008/03/arabische-blogger-haben-es-nicht-leicht.html' title='Arabische Blogger haben es nicht leicht'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-6969451059347174697</id><published>2008-02-20T05:43:00.000-08:00</published><updated>2008-03-19T05:49:17.127-07:00</updated><title type='text'>Geschützt, verdrängt, geduldet</title><content type='html'>&lt;span style="font-size:130%;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Jüdisches Leben in islamischen Ländern – eine gefährdete Tradition&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;                                                                                                  &lt;!-- begin: Toolbox ... --&gt;   &lt;div id="popup-zoomSendArticle" class="popup" title="Popup-Fenster"&gt;&lt;div id="zoomSendArticle" class="inner-popup"&gt;&lt;div id="zoomSendArticle-body" class="body"&gt;&lt;div class="inner-body shell sendarticle"&gt;&lt;div class="shadowing"&gt;&lt;div id="formSendArticle"&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;&lt;img class="top borderline-dotted-form" src="http://www.nzz.ch/static-images/pixel.gif" alt="." /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;Der durch den Nahostkonflikt genährte Antizionismus in der arabischen Welt lässt beinahe vergessen, dass auch in muslimischen Ländern jüdische Gemeinschaften leben. Allerdings hat die Abwanderung aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund von politischem Druck fast überall zu einem starken Rückgang der jüdischen Bevölkerung geführt.&lt;/span&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt; &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;       &lt;/div&gt;       &lt;!-- end Popup-Form: send article --&gt;               &lt;script type="text/javascript"&gt;           enabledDisableCookiesErrorsMsg("cookiesDisabledErrorMsg");       &lt;/script&gt;                                                    &lt;p style="margin: 0px;"&gt;         &lt;/p&gt;&lt;p&gt; Im jüdischen Kasino von Tanger scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Gut gekleidete Damen und Herren sitzen an mit grünem Filz belegten Tischen und spielen Karten. Mehrere Kronleuchter geben dem grossen Saal eine exklusive Atmosphäre. Wem nicht nach Kartenspiel zumute ist, der sitzt an der Bar und lässt sich einen Apéritif oder auch nur ein Bier servieren. Eine Abendgesellschaft im Klub, wie sie vor 50 oder 60 Jahren noch zum guten Lebensstil gehörte. «Früher war es hier jeden Abend voll», erzählt eine Dame im kurzärmligen rosa Seidenkleid. «Heute sind es noch wenige Alte, die regelmässig kommen.» Man sei eben nur mehr eine kleine Gemeinschaft von etwa 150, erklärt die Dame und fügt betonend «Hebräer» hinzu. Als Jude will hier niemand bezeichnet werden, das habe einen negativen Beigeschmack. &lt;/p&gt;                                                                                                   &lt;div class="advXertXoriXals" title="Vermarktungsplatz"&gt;                   Exodus aus Spanien&lt;/div&gt;                                                                          &lt;p&gt; In der marokkanischen Hafenstadt lebten einst bis zu 40 000 Hebräer, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Unabhängigkeit Marokkos 1956 langsam, aber stetig abwanderten. Es gab keine gut bezahlten Arbeitsstellen mehr, und das vormals dominant westliche Ambiente der Stadt verschwand zusehends. Der überwiegende Teil der Auswanderer ging nach Kanada, in die USA oder nach Südamerika. «Nur gerade die Ärmsten zog es nach Israel», erinnert sich Rachel Pimienta beim Gespräch im Restaurant Casa España. «Damals hiess das noch Palästina», fügt die 75-Jährige erklärend an, deren Nachname Pimienta (zu Deutsch «Pfeffer») auf die spanische Inquisition am Ende des 15. Jahrhunderts zurückgeht. Nach der Vertreibung der letzten Araber aus al-Andalus unter den Katholischen Königen, Isabella I. von Kastilien (1451–1504) und Ferdinand II. von Aragonien (1452–1516), wurde die jüdische Bevölkerung gezwungen, zum Christentum zu konvertieren. Um Verwechslungen mit katholischen Spaniern zu vermeiden, gab man Juden unübliche, prägnante Namen. Die Zwangskonversionen, die mit Folterungen und Mord einhergingen, verursachten 1492 einen Massenexodus. Zwischen 200 000 und 300 000 Juden verliessen Spanien Richtung Nordafrika, andere flohen in die Türkei oder nach Griechenland. &lt;/p&gt;&lt;p&gt; In Marokko genossen die Sephardim, wie die Flüchtlinge in Anlehnung an die hebräische Bezeichnung für die Iberische Halbinsel genannt wurden, den Status der Dhimmi, der Schutzbefohlenen. Man lebte unbehelligt in jüdischen Vierteln, den sogenannten Mellahs. Diskriminierungen oder Ausschreitungen hatten Seltenheitswert. «Bis heute lebt es sich gut in Marokko», bestätigt Rachel Pimienta. Antisemitismus habe sie nie erfahren, und Angst vor radikalen Islamisten, die erneut tödliche Anschläge wie 2003 in Casablanca gegen jüdische und spanische Einrichtungen begehen könnten, habe sie nicht. So etwas könne doch überall passieren. «Ausserdem leben wir unter dem Schutz des Königs», fügt die ehemalige Fahrlehrerin an. &lt;/p&gt;&lt;p&gt; Nach den Bombenattentaten in Casablanca hatte Mohammed VI. seine historische Pflicht bekräftigt, die Rechte der Juden seines Landes zu schützen. Verständlicherweise, muss man sagen, denn jüdische Mitbürger arbeiten als Ratgeber des Königs, sind Minister, hohe Militärs, Mitglieder des Parlaments, Richter und Botschafter. In Casablanca lebt die grösste jüdische Gemeinde mit mehr als 3000 Mitgliedern, die 10 Schulen unterhalten. In ganz Marokko sind etwa 30 Synagogen in Betrieb. &lt;/p&gt;&lt;h4&gt;Marokko – die Ausnahme&lt;/h4&gt;&lt;p&gt; Das nordafrikanische Königreich ist eine positive Ausnahme unter muslimischen Ländern, was die Integration und den staatlichen Schutz der jüdischen Bevölkerung betrifft. Im Nachbarland Algerien nahm die Regierung 1962 den Juden ihre ökonomischen Rechte, worauf 120 000 nach Frankreich emigrierten. Weitere Abwanderungen folgten im algerischen Bürgerkrieg, nachdem 1994 die Bewaffnete Islamische Gruppe (GIA) Anschläge gegen Juden angekündigt hatte. In Tunesien sind von den einst 40 000 tunesischen Juden nur mehr etwa 1300 übrig. Trotz staatlicher Protektion ereigneten sich immer wieder gewalttätige Übergriffe von Muslimen, die ihren Zorn über die Politik Israels an den heimischen Juden ausliessen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt; In Syrien spielte der Nahostkonflikt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Die Juden wurden in den 1960er und 1970er Jahren als politisches Risiko angesehen, deshalb überwacht und ständig kontrolliert. 1990 liess der damalige Präsident Hafez Asad nur auf Druck der USA 1200 Juden ausreisen, die in der Arabischen Republik nicht mehr leben wollten und konnten. Dabei ist auch die Geschichte Syriens seit Jahrhunderten mit jüdischer Kultur verbunden. Ende des 19. Jahrhunderts lebten dort rund 50 000 Juden, davon 10 000 in Aleppo. Heute sind in der im Norden Syriens gelegenen Stadt gerade noch 50 übrig. Im benachbarten Libanon wurde das jüdische Leben ebenfalls ein Opfer des politischen Konflikts mit Israel. Wo in den 1950er Jahren rund 7000 Juden wohnten, gibt es heute so gut wie keine mehr, und die wenigen wollen nicht als Juden erkannt werden. Die Synagoge im Zentrum Beiruts rottet vor sich hin, niemand wagt sie zu restaurieren, geschweige denn wieder in Betrieb zu nehmen. &lt;/p&gt;&lt;h4&gt;Alte Wurzeln in Iran&lt;/h4&gt;&lt;p&gt; Das Zuhause der grössten jüdischen Gemeinschaft (25 000) im Mittleren Osten ausserhalb Israels bleibt heute Iran – nach den antisemitischen Äusserungen von Präsident Mahmud Ahmadinejad würden dies wohl die wenigsten erwarten. Seit 3000 Jahren sind Juden in Iran ansässig. Heute unterhalten sie Synagogen, koschere Schlachtereien, Schulen und ein eigenes Krankenhaus in Teheran. Es ist eines von vier jüdischen Krankenhäusern weltweit und wird ausschliesslich von der jüdischen Diaspora finanziert: eine Besonderheit in Iran, wo lokale Hilfsorganisationen Probleme mit ausländischen Geldern haben, die sie in den Verdacht der Spionage bringen können. Patienten und Belegschaft des Hospitals sind überwiegend Muslime. Nur der Direktor, Ciamak Morsathegh, ist jüdischer Herkunft. «Antisemitismus ist kein östliches Phänomen», sagte er in einem Interview, «genauso wenig ein islamisches oder iranisches – Antisemitismus ist ein europäisches Phänomen.» Selbst in den schlechtesten Tagen in Iran hätten die Juden nie so gelitten wie in Europa. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;     &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-6969451059347174697?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/6969451059347174697/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=6969451059347174697' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/6969451059347174697'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/6969451059347174697'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2008/03/geschtzt-verdrngt-geduldet.html' title='Geschützt, verdrängt, geduldet'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-4607991637733614487</id><published>2008-02-19T05:34:00.000-08:00</published><updated>2008-03-19T05:42:57.692-07:00</updated><title type='text'>Frühgeschichte des Islam und Prophet Mohammed</title><content type='html'>&lt;p style="font-weight: bold;" class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Interview mit Prof. Karl-Heinz Ohlig von der Uni Saarland&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Eines Ihrer Bücher zur frühen Geschichte des Islam trägt den Titel „Die Dunklen Anfänge“. Was ist denn dunkel an der Entstehung des Islam, die man in jedem bekannten Lexikon detailliert nachlesen kann? &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Schon Ignaz Goldziher, einer der „Väter“ der Islamwissenschaft hat in einem Vortrag im Jahr 1900 an der Sorbonne davon gesprochen, dass diese Anfänge recht ungeklärt sind. Tatsächlich bietet der Koran keinerlei biographisches Material zu Mohammed. Nur vier Mal kommt dieser Begriff vor, und nur an einer Stelle ist mit Sicherheit damit ein arabischer Prophet gemeint – wahrscheinlich eine recht späte Versgruppe. Mekka wir nur einmal, ohne irgendeinen Zusammenhang, erwähnt, Medina („Stadt“) dreimal, wobei unklar ist, ob nicht einfach „Stadt“ zu verstehen oder ob das spätere Medina („Stadt [des Propheten]“) gemeint ist. Auch sonst gibt es keine Hinweise auf die Arabische Halbinsel. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:12;"&gt;So sind alle „Informationen“ zu den Anfängen des Islam erst späteren Texten entnommen: „Biographien“, die im 9. und 10. Jh. aufgeschrieben wurden. Aus einem dieser Texte, den „Annalen“ des at-Tabari (10. Jh.) stammen auch die Schilderungen der weiteren Geschichte. So fehlen für die ersten zwei Jahrhunderte zeitgenössische Texte, auf die man sich stützen könnte.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Die Geschichte des Islam wurde also 150 bis 200 Jahre nach dem Tod von Propheten Mohammed (632 n. Chr.) aufgeschrieben. Warum wurde erst so spät mit der Niederschrift einer islamischen Geschichte begonnen? &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Wahrscheinlich konnte man erst ein Leben Mohammeds und weitere Abläufe beschreiben, nachdem sich diese Vorstellungen über die Anfänge herausgebildet hatten, ansatzweise nicht vor der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts, und sich der Islam als eigenständige Religion des arabischen Reichs ausgebildet hatte. In Analogie zum Vorgehen des Pentateuch, der die Anfänge der Jahwereligion in die Mosezeit verlegt, hat man nun einen großartigen und kohärenten Anfangsmythos entworfen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Können die Aufzeichnungen nach einer Zeitspanne von ein, zwei Jahrhunderten noch akkurat sein? Ist die islamische Literatur des 9. und 10. Jahrhunderts nicht notgedrungen ein Sammelsurium von Halbwahrheiten, das man nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten vielleicht sogar als eine Fälschung bezeichnen müsste? &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Diesen Entwurf als Fälschung zu bezeichnen, ist – ebenso wie bei den Büchern Mose oder der Romulus-Remus-Erzählung – falsch, weil dabei die literarischen Gattungen nicht berücksichtigt werden. Religiös-politische Gründungsmythen sind keine Geschichtsschreibung, und wollen dies auch nicht sein.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Aber sind es nicht genau diese „religiös-politische Gründungsmythen“, die heute unter vielen Muslimen für real gehalten werden? Selbst in der Fachliteratur zur Islamgeschichte wird die tradierte Version nicht in Frage gestellt.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Gründungsmythen haben die Funktion, durch Rückgriff auf eingängige narrative Traditionen Identität zu stiften. In vorkritischen Gesellschaften werden sie selbstverständlich für real gehalten. Davon unabhängig aber fragt historisches Denken nach den tatsächlichen Abläufen. Dies ist auch in der Islmwissenschaft in Gang gekommen, wenn auch reichlich spät. So vertritt z.B. die in Amerika lehrende Islamwissenschaftlerin Patricia Crone die These, die Anfänge des Islam seien nicht auf der Arabischen Halbinsel zu suchen. Die Gestalt Mohammed hält sie aber für historisch, seltsamerweise nicht auf Grund muslimischer, sondern christlicher Texte. Bei letzteren erweisen sich allerdings die sehr seltenen Erwähnungen eines Mohammed als Jahrhunderte spätere Interpolationen von Abschreibern in ältere Texte, die von ihm nichts wussten.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Welche Rolle spielen die Hadithe, die überlieferte Lebensgeschichte und Aussprüche des Propheten Mohammeds? Sie wurden ebenfalls über ein Jahrhundert lang mündlich von Erzähler zu Erzähler weiter vermittelt, schließlich gesammelt und niedergeschrieben. Wie zuverlässig sind die Überliefererketten? &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Die Hadithe und ihre Sammlung im 9. Jh. wurden notwendig, weil neue Probleme und Fragen auftauchten, für die im koranischen Material kein Bezug zu finden war. Durch sie konnten neue Rechtsfragen, Gemeindesituationen usw. mit Bezug auf Mohammed beantwortet werden. Diesem, seit dem 19. Jh. schon als weithin legendarisch beurteilten Material sollte ein hohe Autorität durch die Vorschaltung von Überliefererketten, die die Berichte als Überlieferung seit Mohammed kennzeichnen wollen, zugewidmet werden, die als theologische Legitimationsformeln, nicht als historische Information zu verstehen sind.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:14;"&gt;F: Aber in der Realität ist das doch, wie auch im Fall des Gründungsmythos, anders. Hadithe werden als historische Information verstanden&lt;/span&gt;&lt;span lang="DE"&gt;. &lt;/span&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:14;"&gt;In einigen muslimischen Ländern sind sie die Basis der Rechtsprechung. Taugen sie als Basis für Richtersprüche? &lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Hadithe sind Basis für die Rechtsprechung neben anderen Quellen: dem Koran, der Übereinstimmung in der Rechtstradition oder dem freien Ermessen des Richters. Ob sie als Basis „taugen“, entzieht sich meiner Kenntnis. Historische Informationen aber bieten sie prinzipiell nur für das, was man in den Kontexten ihrer Entstehung dachte, nicht für Worte Mohammeds.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Sie haben in den letzten drei Jahren zwei Bücher zur neusten Forschung über die Entstehungsgeschichte des Islam herausgebracht. Laut Ihrer These war der Islam zu Anfang nicht als eigenständige Religion gedacht. Welche Beweise haben Sie und Ihre Forscherkollegen dafür gefunden?&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Laut Zeugnis der christlichen Literatur unter arabischer Herrschaft im 7. und 8. Jh., aber auch der arabischen Münzprägungen und der Inschriften, z.B. im Felsendom in Jerusalem, vertraten die neuen Herrscher ein syrisch-persisches Christentum, das die Beschlüsse des Konzils von Nizäa nicht anerkannte: Jesus ist für sie Gesandter, Prophet, Knecht Gottes, aber nicht physischer Sohn Gottes, und Gott ist unitarisch einer, ohne „Beigesellung“. Deswegen ordnet sie der Kirchenvater Johannes von Damaskus, gest. um 750, unter die christlichen Häretiker ein, weil sie seinem griechischen Verständnis von Christentum nicht entsprachen. Vor dem 9. Jh. ist von einer neuen, eigenständigen Religion der Araber nicht die Rede.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Das heißt, der Islam wurde erst später zu einer eigenständigen Religion gemacht? &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Diese Formulierung klingt ein wenig nach Willkür oder bewusster Aktion. Es ist vielmehr so, dass Religionen oft entstehen, indem sie bei religiösen Vorstellungen der Tradition, aus der sie kommen, eine neue Gewichtung des Ererbten vornehmen, dieses anders interpretieren und in spezifischer Weise verfestigen und systematisieren.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Spielte die Politik der damaligen Zeit nicht auch eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Islam als eigenständige Religion?&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:12;"&gt;A: Der Islam wurde die Staatsreligion des mächtigen arabischen Großreichs im 9. Jh., das damit seinen Anspruch auf „universale“ Geltung und Herrschaft untermauern konnte.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Das arabische Großreich machte eine verbindende neue Religion nötig, als Fundament einer neuen Welt quasi, um sich vom Rest abzusetzen, Differenz zu schaffen? Ein Imperium braucht auch eine spirituelle Quelle? Eine Religion und Botschaft, die es auch zu verbreiten gilt?&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Dies scheint, in Konkurrenz zum Byzantinischen Reich, eine plausible Erklärung zu sein.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Warum wurde in der gängigen Forschung bisher selten über diese Faktoren und Zusammenhänge nachgedacht und meist von einer unverrückbaren islamischen Geschichte ausgegangen? Warum hat man nicht, wie beim Christentum, kritisch hinterfragt?&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: In der muslimischen Theologie sind Fragestellungen dieser Art verboten; sie hat bisher noch keine Aufklärung durchlaufen. Die westliche Islamwissenschaft beschäftigt sich weithin mit Philologie, ohne die in der Geschichtswissenschaft etablierten Methoden anzuwenden. Ebenso wenig untersuchen sie den religionsgeschichtlich und christlich-theologisch äußerst differenzierten kulturellen Raum des Vorderen Orients, so dass die Wurzeln und Motive aus diesen Traditionen nicht erkannt werden. Aber es gibt dennoch auf der ganzen Welt eine Reihe von Islamwissenschaftlern, die kritische und weiterführende Beiträge und Untersuchungen publiziert haben, die insgesamt gänzlich neue Perspektiven aufscheinen lassen. Weil es gegen zeitgenössische Quellen und historische Belege keine Argumente gibt, werden sich die traditionellen Auffassungen auf Dauer nicht halten können.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:14;"&gt;F: Welche Fehler wurden von der nicht-kritischen Forschung gemacht, beziehungsweise, was hat man unterlassen?&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Man hat vergessen, dass historische Abläufe nur dann beschreibbar sind, wenn sie historisch-kritisch anhand von zeitgenössischen Quellen verifiziert werden können. Es gibt nicht wenige Epochen, über die kaum Zeugnisse erhalten sind. Das gilt für die Entstehungsphasen vieler Religionen, z.B. für den Buddhismus, den Zoroastrismus, die jüdische Religion, und auch im Christentum gibt es Fragen zum historischen Jesus. Die Anfänge des Islam werden in der sehr viel späteren Literatur detailliert entfaltet, und es mag durchaus sein, dass auch historische Traditionen in sie eingegangen sind. Aufs Ganze gesehen aber dokumentiert sie nicht die Anfänge, sondern das Denken des 9. und 10 Jh.s über die Anfänge. Die westlichen Islamwissenschaft hätte alle Möglichkeiten kritischer Untersuchungen gehabt. Aber sie hat sie nicht ausreichend wahrgenommen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Rudi Paret, ein bekannter Philologe und Islamwissenschaftler, sagte einmal, dass der Koran nicht anzuzweifeln sei. Teilen Sie diese Auffassung?&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Rudi Paret hielt den Koran in allen seinen Sätzen für authentisch, d.h. auf Mohammed zurückgehend. Diese These ist durch keinerlei Quellen gestützt, also ein bloße Behauptung. Er meint auch, wie viele andere, die Sammlung der Sprüche Mohammeds sei unter dem dritten Kalifen Osman, wenig mehr als zwanzig Jahre nach dem Tod des Propheten, abgeschlossen worden.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Das stimmt also nicht, dass es nur eine einzige Version des Korans gab? Welche Beweise gibt es dafür? &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Die noch erhaltenen Fragmente von Koranhandschriften, die ältesten wohl alle aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts, zeigen ein anderes Bild: Es gab andere Surenfolgen, Textkomplexe fehlen noch usw. Der Koran war erst im Entstehen, die erste Ganzschrift lässt sich auf das Jahr 870 datieren. Vor allem aber sind die ältesten Handschriften „defektiv“ geschrieben: Sie kennen, wie alle semitischen Schriften, keine Vokalzeichen, anders als in anderen semitischen Buchstabenschriften sind aber auch die Konsonanten mehrdeutig. Diese werden auch in der heutigen arabischen Schrift in ihrer Bedeutung erst klar durch die sog. diakritischen (unterscheidenden) Zeichen: ein bis drei Punkte über einem mehrdeutigen Buchstabenzeichen, die den gemeinten Konsonanten exakt festlegen. In den alten Koranhandschriften aber sind die Konsonanten unbestimmt: ein Zeichen kann für zwei bis fünf Konsonanten stehen, so dass diese Texte ohne weitere Erklärung nicht lesbar sind. Das ist der Grund, warum sie im Lauf der Zeit – bis zum Ende des 9. Jahrhunderts – voll ausgeschrieben wurden (Plene-Schreibung). Hierbei sind den Abschreibern naturgemäß Interpretationsfehler unterlaufen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:14;"&gt;F: Mit den „Interpretationsfehlern“ beziehen Sie sich auf die Arbeiten von Christoph Luxenberg. Er hat den Koran mithilfe von Syro-Aram&lt;/span&gt;&lt;span lang="DE"&gt;ä&lt;/span&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:14;"&gt;isch, der lingua franca zurzeit von Prophet Mohammed, neu gelesen und plötzlich die zahlreichen dunklen, bisher unverständlichen Passagen im Koran entschlüsselt.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Christoph Luxenberg hat nachgewiesen, dass der Koran in einem aramäisch-arabischen Sprachumfeld geschrieben wurde, so dass nicht wenige Passagen erst ihren Sinn enthüllen, wenn sie als mit arabischen Buchstaben geschriebene aramäische Texte gelesen werden. In einer neuen Untersuchung hat er darüber hinaus anhand von Abschreibefehlern aufgezeigt, dass die Schreiber des Koran syrische Textvorlagen benutzt haben, der Koran also eine syro-aramäische und somit christliche Vorgeschichte hat. Dies entspricht auch dem Befund der arabischen Münzprägungen, die zeigen, dass die koranische Bewegung ihre Ursprünge weit östlich von Mesopotamien, also im syrisch-persischen Raum hat.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Warum findet erst jetzt eine kritische Auseinandersetzung mit der islamischen Historie statt? Sicherlich, es gab Ausnahmen, aber die wurden stets von der scientific community abgetan.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:12;"&gt;A: Seit dem 19. Jh. hat die europäische, vor allem die deutsche Islamwissenschaft, die oft von jüdischen Gelehrten betrieben wurde, bedeutende Leistungen erbracht. Die Zeit des Nationalsozialismus brachte eine schlimme Zäsur. Heute kommt es darauf an, an die früheren wissenschaftlichen Traditionen anzuknüpfen, zugleich aber das Spektrum der Forschung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit von Islmwissenschaftlern mit Semitisten, Indogermanisten, Theologen, Religionswissenschaftlern, Numismatikern oder – für Spanien – Hispanisten zu vertiefen. Nur auf diese Weise können die komplexen Entstehungsbedingungen des Islam sachgerecht erfasst werden. Ein wichtiges Postulat wäre, wie in den Bibelwissenschaften selbstverständlich, die Erstellung einer kritischen Koranedition anhand der frühen Handschriften, damit die Koranexegese sich nicht weiterhin ausschließlich auf den Kairiner Text von 1925 stützen müsste, von dem einfach – fälschlich – behauptet wird, er entspreche dem von Osman festgelegten Text.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:12;"&gt;Mittlerweile gibt es aber eine große internationale Forschergruppe aus einer ganzen Reihe von Disziplinen, die diese Fragen aufgreift und die Quellen kritisch untersucht. Diese wissenschaftliche Entwicklung lässt sich nicht mehr aufhalten.&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: Herr Professor Ohlig, Sie haben auch versucht, historisch-kritisch über die Figur Propheten Mohammeds zu forschen. Hat es ihn tatsächlich gegeben? &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Nachweisen lässt sich, dass die frühesten Münzprägungen mit dem Motto MHMT im Osten Mesopotamiens um 660 auftauchten, ihren Weg nach Westen nahmen und dort bilinguale Münzen geprägt wurden, in deren Mitte MHMT und am Rand in arabischer Schrift &lt;i style=""&gt;muhammad&lt;/i&gt; steht. Diese Münzen tragen eine christliche Ikonographie, z.B. immer wieder Kreuze, so dass &lt;i style=""&gt;muhammad &lt;/i&gt;offensichtlich, wie im&lt;i style=""&gt; Sanctus &lt;/i&gt;der Messe („hochgelobt sei, der da kommt ...“)&lt;i style=""&gt; &lt;/i&gt;als ein Prädikat Jesu verstanden wurde; muhammad heißt der Gelobte, Gepriesene oder der zu Lobende, zu Preisende. Dies entspricht auch dem Text der Inschrift im Felsendom, wo der Titel muhammad auf den Messias, Jesus, Sohn der Maria und Knecht Gottes bezogen ist, ebenso auf die Polemik des Johannes Damascenus gegen diese für ihn häretische Aussage. Später scheint sich dieses christologische Prädikat von seinem Bezugspunkt gelöst zu haben, so dass es auf den im Koran häufig angesprochenen, namenlosen Propheten bezogen und somit in der Gestalt eines arabischen Propheten historisiert werden konnte. Diese Historisierung ist ebenfalls, die früheste Quelle, von Johannes von Damaskus bezeugt, der von dem Pseudopropheten Mamed spricht. Erst danach konnten die reichhaltigen Erzählungen von diesem Mohammed die historischen Defizite auffüllen.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;F: Nach ihren Erläuterungen bleibt nur ein Schluss, dass Mohammed als historische Figur, wie sie heute bekannt ist, nicht existierte. Und er wurde erst im 9. und 10. Jahrhundert zu dem, was er ist?&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;A: Es ist durchaus möglich – wenn auch bisher nicht historisch erweisbar -, dass es am Anfang oder auch an einer anderen Stelle in der Geschichte der koranischen Bewegung einen wichtigen Prediger gegeben hat. Nach dem Zeugnis der arabischen Münzen oder z.B. der Inschrift im Felsendom aber muss angenommen werden, dass der Begriff muhammad, der Gelobte oder zu Lobende, ursprünglich ein christologischer Würdename war.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"  style="font-size:12;"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;span lang="DE"&gt;F: In Ihrem Buch „Der Frühe Islam“ schreiben Sie, dass Sie diese Religion nicht beschädigen wollen. Viele Muslime sehen das sicherlich anders, sie werden ihre Forschung eher als Angriff empfinden. Was können Sie ihnen entgegenhalten?&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;A: Die Aufklärung wurde seit dem 18. Jh. von vielen Christen – von manchen bis heute – als Angriff und Destruktion ihrer Religion empfunden und angesehen. In Wirklichkeit aber hat sie es dem Christentum ermöglicht, in der Moderne zu bestehen und auch für moderne Menschen lebbar zu sein. Diese Schritte hat der Islam noch vor sich, aber sie sind auch für ihn unausweichlich, wenn er eine Zukunft nicht nur in ghettohaft abgeschlossenen Gesellschaften haben will.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;F: Gerade heute sieht es nicht so aus, als würde es viel Bereitschaft für eine Aufklärung in muslimischen Ländern geben. Warum hat dort noch keine Aufklärung stattgefunden? &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;A: Vom 9. bis zum 11. Jh., mit einer Nachblüte in Spanien, sind in den islamischen Gesellschaften bedeutende kulturelle Entwicklungen festzustellen, in Philosophie, Medizin, Mystik, „Natuwissenschft“ usw. Danach begann eine Phase der Regression. Unter der Vorherrschaft traditionell-rechtlichen Denkens konnten diese Ansätze nicht fortgeführt werden. Die Konfrontation mit der europäisch-christlichen Welt seit den Zeiten von Kolonisation und Imperialismus hat eine Rezeption des aufgeklärten Denkens schwierig gemacht, weil sie mit dem Makel des Unislamischen einherging und –geht. In den islamischen Gesellschaften fehlt auch ein wichtiges Element der europäischen Aufklärung: ein Bürgertum. Aufklärung scheint zwar in der globalisierten Welt unausweichlich, aber sie wird anders verlaufen als in Europa, dort aber, im Euro-Islam, wohl ihren Anfang nehmen. Aber auch in der islamischen Staatenwelt wird sie, mit zunehmender Alphabetisierung auch der Frauen, durch die Zwänge des Wirtschaftens und die mediale Präsenz der ganzen Welt und den Zugang zu allem verfügbaren Wissen, das Denken verändern. Über die zu erwartenden Zeitperspektiven kann man nur spekulieren.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;F: Strenggläubige Christen sind von Ihren Forschungsergebnissen sicherlich hoch erfreut. Sie können nun behaupten, das Christentum ist die eigentlich richtige, wahre Religion. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoBodyText"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;A: Bei historischen Untersuchungen geht es nicht um die religiöse Wahrheitsfrage. Zudem gibt es keine Religion, die vom Himmel gefallen ist. Alle sind aus Vorgängerreligionen entstanden, so z.B&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Taoismus und Konfuzianismus aus der chinesischen Reichsreligion, Hinduismus und Buddhismus aus der vedischen Religion, die jüdische Religion setzt die ganze kulturelle und religiöse Tradition des Alten Orients voraus, das Christentum die jüdische Mutterreligion, der Islam das syrische Christentum. Im Ergebnis sind somit alle Religionen vielfältig bedingt und vereinigen in sich synkretistisch viele traditionelle Motive, Erzähltraditionen, Kultbräuche, ethische Auffassungen, Institutionen usf.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-4607991637733614487?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/4607991637733614487/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=4607991637733614487' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/4607991637733614487'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/4607991637733614487'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2008/03/frhgeschichte-des-islam-und-prophet.html' title='Frühgeschichte des Islam und Prophet Mohammed'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-269385451787226586</id><published>2007-12-29T05:05:00.000-08:00</published><updated>2007-12-29T05:07:14.455-08:00</updated><title type='text'>Weingenuss – ein Privileg der Seligen?</title><content type='html'>Gemäss dem Koran und dem islamischen Recht ist Muslimen der Genuss von Alkohol verboten. Die Mehrzahl hält sich an diese Vorschrift – aber sogar in glaubensstrengen Ländern wie Iran oder Saudiarabien blüht der Schwarzhandel mit Spirituosen.                                         &lt;p style="margin: 0px;"&gt;         &lt;/p&gt;&lt;p&gt; Dem Bürgermeister der marokkanischen Stadt Meknes war nicht ganz wohl bei der Sache. Er stand zwischen Weinfässern, die mit Kerzenleuchtern dekoriert waren, und die Kellner servierten zu Häppchen Alkohol. Für Boubker Beloukra, Mitglied der islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD), eine arge Geduldsprobe. Er hätte das «Festival der Reben», das ausgerechnet am Tag des Freitagsgebets und am alljährlichen Gedenktag der Rückkehr König Mohammeds V. aus dem Exil stattfand, am liebsten abgesagt. Aber der Bürgermeister musste sich fügen. Das Reben-Festival ist Teil einer Werbekampagne der regionalen Tourismusbehörden, um mehr ausländische Besucher in die Gegend zu bringen und den marokkanischen Wein populärer zu machen. In Meknes und Umgebung wachsen 70 Prozent aller Rebstöcke Marokkos. Auf insgesamt 12 000 Hektaren produziert das Königreich 400 000 Hektoliter oder 33 Millionen Flaschen jährlich. Etwa 20 Prozent davon werden ins Ausland exportiert. &lt;/p&gt;                                                                                          &lt;p&gt; Marokko ist als Weinproduzent unter arabischen Ländern kein Einzelfall. In Algerien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Tunesien und bald auch in Syrien wird ebenfalls Wein angebaut. Zusammen beläuft sich die Produktion auf 1,3 Millionen Hektoliter oder 146 Millionen Flaschen jährlich. &lt;/p&gt;&lt;h4&gt;Paradies- oder Teufelstrank?&lt;/h4&gt;&lt;p&gt; Für islamistische Parteien wie die ägyptischen Muslimbrüder oder die PJD in Marokko steht die Weinindustrie im Widerspruch zu den Prinzipien des Islam. «Alkohol ist für Muslime verboten», bestätigt ausgerechnet der Verkäufer in einem Spirituosengeschäft in Tanger, in dem von Bier über Wein bis zu Whisky und Wodka alles zu haben ist. «Gläubige Muslime trinken keinen Alkohol», fügt er, vermeintlich erklärend, mit einem breiten Schmunzeln hinzu, bevor er einem Kunden mehrere Dosen Bier einpackt. In dem kleinen Laden im Zentrum der marokkanischen Hafenstadt geht nur ein Bruchteil der 50 Millionen Liter Alkohol über die Theke, die laut einer Statistik der unabhängigen marokkanischen Wochenzeitung «TelQuel» jährlich im Königreich Mohammeds VI. getrunken werden. Offiziell warten auf Betrunkene, die in Bars, Restaurants, Diskotheken oder auf der Strasse aufgegriffen werden, bis zu sechs Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von 150 bis 500 Dirham, was 22 bis 75 Franken entspricht. &lt;/p&gt;&lt;p&gt; Im Koran gibt es keinen Vers, der den Gläubigen den Genuss von Alkohol ausdrücklich verbietet. Gott lässt neben dem Getreide, den Ölbäumen, den Dattelpalmen auch Weinstöcke wachsen (Sure 16:10-11). Von den Früchten der Dattelpalmen und den Beeren einen Rauschtrank zu machen, ist ein Zeichen für Verstand (Sure 16:67), im Paradies warten Ströme von Wasser, Milch, Honig und Wein (Sure 47:15). Allerdings ist Alkohol, wenn man betrunken ist, hinderlich beim Gebet (Sure 4:43). Und in Sure 5:90-91 wird Wein als das Werk Satans bezeichnet, der nur Feindschaft und Hass aufkommen lässt. &lt;/p&gt;&lt;p&gt; So negativ Alkohol im Koran teilweise auch dargestellt wird, wirklich verboten (harâm) wird er dort nicht, wie dies bei Aas, Blut und Schweinefleisch der Fall ist (Sure 5:3). Dennoch hat sich im Laufe der Zeit bei der Mehrheit der islamischen Rechtsgelehrten die ablehnende Haltung in Bezug auf den Alkohol durchgesetzt. Nach islamischem Recht (Scharia) wird Alkoholkonsum nun als Sünde betrachtet, obwohl es auch eine andere Auslegung geben könnte. Darauf berufen sich all jene Muslime, die nach Feierabend auf ein Bier oder auch mehrere nicht verzichten wollen. Gerne wird auch auf die persische und arabische Dichtungstradition verwiesen, die von einem toleranten Islam in vergangenen Zeiten berichtet und den Weingenuss preist. In der persischen Lyrik ist Hafis der wohl berühmteste Vertreter dieser Dichtung, unter arabischsprachigen Autoren war der ebenfalls in Persien geborene Abu Nuwas (750–819) ebenso berühmt wie berüchtigt. Er zeigte sich gleichermassen von Wein und Knaben begeistert: «Für junge Knaben liess ich die Mädchen zurück / Und alter Wein vertreibt den Gedanken von klarem Wasser aus meinem Kopf.» &lt;/p&gt;&lt;p&gt; Zur religiösen Begründung des Alkoholverbots dienen die Hadithe, die von Zeitzeugen mündlich überlieferten Aussprüche des Propheten Mohammed. Sie wurden rund 150 Jahre nach dem Tod Mohammeds (570–632) zusammengetragen und aufgeschrieben; zu den bekanntesten Hadith-Sammlungen zählt diejenige von al-Bukhari. Einer dieser Hadithe erzählt von Umar ibn al-Chattab, einem Weggefährten des Propheten und späteren Kalifen, der Wein geschenkt bekam und nicht wusste, was er damit tun sollte. «Aber wenn es verboten ist, ihn zu trinken, zu verkaufen und zu verschenken, was mache ich damit?» Der Prophet antwortete: «Geh nach draussen und zerschlage die Flaschen auf einem Stein.» &lt;/p&gt;&lt;h4&gt;Trinken trotz Verbot&lt;/h4&gt;&lt;p&gt; Für den Verkauf und Konsum von Alkohol gibt es keine einheitliche rechtliche Regelung. In einigen islamischen Ländern ist Alkohol offiziell nur Touristen vorbehalten, in anderen wiederum der Allgemeinheit zugänglich. Per Gesetz verboten ist Alkohol in Saudiarabien, Kuwait, Iran, im Sudan oder auch in Libyen. Getrunken wird aber trotzdem, selbst in Saudiarabien, das strenge Strafen für Vertrieb und Konsum von Alkohol vorsieht. Reiche Saudis können sich problemlos teure Spirituosen beschaffen. Eine besondere Vorliebe sollen sie für jordanischen Wein haben. Es vergeht fast kein Tag, an dem die saudische Polizei nicht eine illegale Alkoholdestillation aushebt. Die sechs Millionen Billig-Gastarbeiter aus dem asiatischen Raum – Philippinen, Indien, Sri Lanka, Bangladesh und Pakistan – brauen sich ihren eigenen Fusel und verkaufen ihn weiter. Selbst im theokratischen Iran muss man auf seinen Whisky oder Wodka nicht verzichten: Jugendliche verdingen sich als illegale Alkoholkuriere. &lt;/p&gt;&lt;p&gt; Problematisch wird es in muslimischen Ländern an religiösen Feiertagen wie dem Geburtstag des Propheten, dem grossen Opferfest und natürlich im heiligen Fastenmonat Ramadan. In dieser Zeit gilt der Genuss von Alkohol als besonders schändlich und sündhaft. In Marokko, Syrien oder Tunesien sind vor dem Beginn der Feiertage die Bars voll, die Geschäfte, die Alkohol verkaufen, machen in diesen Tagen Rekordumsätze. Vor Tagen der Abstinenz will man noch einmal richtig geniessen. Natürlich trinkt nicht jeder Muslim Alkohol. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist für Marokko 1,0, für Saudiarabien 0,6 oder für Pakistan 0,3 Liter reinen Alkohol pro Person und Jahr aus. Die Dunkelziffer liegt jedoch weitaus höher. Alkoholkonsumenten kommen aus besser verdienenden Kreisen, gleichzeitig aber auch aus den untersten Schichten, für die Alkohol ein Mittel des Vergessens ist. &lt;/p&gt;&lt;p&gt; Für die meisten Muslime bleibt Alkohol etwas Negatives. So waren junge Studenten, die ins Goethe-Zentrum von Tanger kamen, um deutsche Fernsehprogramme zu sehen, allesamt über die Alkoholwerbung entsetzt, in der Bier als gesund und vitaminhaltig angepriesen wurde. Völlig ungläubig schüttelten sie den Kopf, als wollte man sie mit einer präparierten Videokassette auf den Arm nehmen. Erst als jemand einige Male den Kanal wechselte, waren sie von der Authentizität der Bilder überzeugt. Aber noch lange nicht von der positiven Auswirkung von Bier auf den menschlichen Organismus. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;     &lt;/p&gt;                              Aus: NZZ vom 27.12.2007&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-269385451787226586?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/269385451787226586/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=269385451787226586' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/269385451787226586'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/269385451787226586'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2007/12/weingenuss-ein-privileg-der-seligen.html' title='Weingenuss – ein Privileg der Seligen?'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-8224452019900015311</id><published>2007-12-21T18:36:00.000-08:00</published><updated>2007-12-21T06:50:02.148-08:00</updated><title type='text'>Nirgend Zuhause: Leben in Marokko</title><content type='html'>&lt;p&gt;Seit acht Jahren wohne ich in der marokkanischen Hafenstadt Tanger, unterbrochen von zwei Jahren in Beirut, der Hauptstadt des Libanons. Für viele lebe ich in der Höhle des Löwen, geht man von gängigen Vorurteilen über den Islam aus, der gewalttätig, diktatorisch, unmenschlich und was weiß ich noch alles sein soll. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;In meiner näheren Umgebung gibt es drei Moscheen, deren Muezzins fünfmal am Tag, selbstverständlich auch frühmorgens, zum Gebet rufen. Vielleicht sollte ich mich über den nächtlichen Lärm einmal beschweren oder auch über ein zu hohes Minarett, wie es in Deutschland bei Moscheenneubauten gemacht wird. Aber ich bin, ehrlich gesagt, noch nie auf den Gedanken gekommen. Ich fühlte mich von den Menschenansammlungen beim Freitagsgebet weder gestört noch eingeschüchtert. Im Gegenteil, die Moscheenbesucher, frisch herausgeputzt und in Festtagskleidung, machen stets einen gelassenen, zufriedenen Eindruck. Nach dem Gebet gehen sie nach Hause zum Mittagessen mit der Familie, nicht anders als Christen nach dem Gottesdienstbesuch am Sonntagmorgen. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;Auch von Islamisten fühle ich mich nicht bedroht, obwohl es rein rechnerisch in einer fast zu 100 Prozent muslimischen Gesellschaft wesentlich mehr Radikale geben müsste als in Deutschland, wo nur 3,9 Prozent der Bevölkerung Muslime sind. Außer zwei Begegnungen, die man als religiös feindlich einstufen könnte, passierte mir innerhalb von knapp zehn Jahren nichts. Ein Taxifahrer wollte unter keinen Umständen das Fahrgeld aus meiner Hand nehmen, um sich nicht mit einem Ungläubigen zu beschmutzen. Ich musste die Münzen kurzerhand auf dem Sitz liegen lassen. Das zweite Mal wurde ich auf der Straße von einem bärtigen Herrn ganz in Weiß als dekadenter Westler beschimpft. Beides letztlich keine besonders einschneidenden Vorfälle. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;In all den Jahren verlangte niemand von mir, ich müsse Arabisch lernen, die Kultur des Landes oder den Islam studieren. Niemanden kümmert es, wo ich wohne. Keiner wirft mir Ghettobildung oder mangelnde Integration vor, weil ich mich öfter mit Christen als mit Muslimen treffe. Niemand fordert mich auf, zum Islam zu konvertieren. Die Polizei behandelt mich zuvorkommend, auch meine nichtchristlichen Arbeitgeber und Kollegen tun das. Ich kann so viel Alkohol trinken, wie ich will, tanzen gehen bis in den frühen Morgen und bekomme die neuesten Kinofilme auf DVD, noch bevor sie in europäischen Kinos anlaufen. Meine Frau liegt am Strand im Bikini, muss kein Kopftuch tragen oder andere Kleidungsvorschriften beachten, sei es privat oder in der Arbeit. Jeder will unser Kind in den Arm nehmen oder auf die Wange küssen, weil es so ungewöhnlich blond, nett und freundlich sei. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;&lt;b&gt;Niemand sagt: Schon wieder ein Christ oder Ausländer mehr!&lt;/b&gt;&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Die Aufenthaltsgenehmigung ist in Marokko oder dem Libanon relativ leicht zu erhalten, Kultur- oder Sprachtests gibt es nicht, noch muss ich meinen Integrationswillen sonst irgendwie beweisen. Das Einwanderungsverfahren ist wesentlich unkomplizierter als die Prozeduren, die man bei uns zu durchlaufen hat. Man fühlt sich als Ausländer oder Fremder willkommen und akzeptiert. Mit Integration hat dies nichts zu tun. Dazu müsste ich schon zum Islam konvertieren und eine marokkanische Frau heiraten. Aber wer will das schon? Ich auf keinen Fall. Islam und Integration sind nicht meine Kragenweite. Ich bin froh, dass man mich in Marokko in Ruhe lässt und keinerlei Ansprüche an mich stellt.&lt;br /&gt;   &lt;br /&gt;Das gibt dem Leben einen Grad von Ungezwungenheit. Ich stehe außerhalb der marokkanischen Gesellschaft, ihrer Kultur und Religion, gleichzeitig auch weit entfernt von meiner eigenen, deutschen oder europäischen. Ich habe gelernt, dies als Luxus zu empfinden: zwischen allen Stühlen, ohne Referenzrahmen, nirgends dazuzugehören. Meine Identität könnte man als ein Konglomerat verschiedenster Ingredienzien beschreiben, die aus vielen Ländern stammen. Zu den Momenten, in denen ich mich am wohlsten in Tanger fühle, gehören die Mittagessen am Sonntagnachmittag auf unserer Terrasse. Die Gäste kommen in der Regel aus fünf, sechs oder mehr Ländern: Spanien, Deutschland, Marokko, den USA, Frankreich, Kolumbien, Belgien, Kuba, Algerien oder Nicaragua. Ein erfrischendes Gemisch aus Sprachen, Ansichten und Kulturen. Es wird viel gegessen und getrunken, mit vollem Bauch bis in den Abend hinein Salsa getanzt. Heimat, das Fremde, Ausländer, Einheimische, mein Land und dein Land erscheinen dabei als abstruse Begriffe. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;Es sind auch die kleinen Dinge des Lebens, deren Verschwinden in Deutschland so oft beklagt wird, die das Leben in Marokko angenehmer machen. In meiner Nachbarschaft gibt es keine Anonymität. Wenn ich nur ein, zwei Tage weg bin, erkundigt man sich, ob alles in Ordnung sei. Beim Lebensmittelhändler kann ich einkaufen, selbst wenn ich kein Geld habe. Sollte ich Hilfe bei Arbeiten im Haus benötigen, gibt es mehr als einen Freiwilligen. Dem Polizisten, der mich anhält, weil ich bei Rot über die Ampel fuhr, kann ich plausibel machen, warum ich in Eile war, und bezahle deshalb keine Strafe. Man wird nicht schief angesehen, wenn wir mit unserem Kind auch noch spät abends im Café oder Restaurant sitzen. Mit sentimentalem Romantizismus hat das nichts zu tun, der Alltag wird wesentlich erträglicher. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;&lt;b&gt;Der Reiz des Außergewöhnlichen verschwindet&lt;/b&gt;&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Leben und Arbeiten in anderen Ländern über einen längeren Zeitraum ist etwas völlig anderes, als im Urlaub durch die Welt zu reisen, auf der Suche nach Exotik, nach dem Anderen, der Differenz zum Eigenen. Wer im Ausland lebt, für den verschwindet das Fremde sehr schnell. Je öfter und länger man woanders bleibt, desto resistenter wird man gegen exotische Verzauberungen. Man könnte es als eine Art Abstumpfungsprozess beschreiben. Die touristische Erwartungshaltung ist weg. Nichts hat den Reiz des Neuen mehr. Das Fremde ist Bestandteil des täglichen Lebens. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;Ich muss mir immer wieder in Erinnerung rufen, wie schön beispielsweise der Weg von meinem Haus zur Hauptstraße ist, wo ich dann auf ein Taxi in die Stadt warte. Ich zwinge mich manchmal förmlich zum Blick auf die Meerenge von Gibraltar, die spanische Küste und die auf dem dunklen Wasser sich scheinbar im Zeitlupentempo bewegenden Schiffe. Dasselbe im Zentrum von Tanger am Platz der Kanonen, von dem man den Hafen und die Bucht der Stadt sieht. Momente der Vergewisserung, wo man lebt und wie schön es ist.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Wenn man sich nicht vorsieht, erzeugt Alltag Vergessen und zermürbt die Aufmerksamkeit für die Umgebung und die Menschen. In Deutschland ebenso sehr wie in Marokko oder anderswo. Verzauberungen, exotisch oder nicht, funktionieren bei mir nicht mehr selbstverständlich wie noch vor zehn Jahren. Die Aufenthalte in Marokko und dem Libanon, Reisen nach Syrien oder Katar veränderten den Blickwinkel und die Einstellung. Man erkennt den Relativismus von Kulturen, Lebensstilen, Religionen und Meinungen. Größere Toleranz ist ein Resultat davon. Gleichzeitig verschwindet jedoch das Besondere, Außergewöhnliche. Alles ist irgendwie gleich, ohne aber langweilig oder eintönig zu sein. Der Reiz besteht darin, Momente, Situationen zu erleben oder Menschen zu treffen, die einem zusagen. Man gewöhnt sich, alles so zu nehmen, wie es eben ist oder kommt. Überraschend ist selten etwas, höchstens interessant oder uninteressant. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;Man könnte es als eine stoische Haltung bezeichnen, die für einige seltsam, ja komisch klingen mag. Fremd ist dadurch nichts mehr. Furcht vor dem Anderen und Unbekannten, Argwohn oder Hass dagegen, Liebe oder Faszination dafür treten weit in den Hintergrund. Als Beispiel hier vielleicht meine Fahrt ins libanesische Bekaa-Tal, die eigentlich als gemütlicher Sonntagsfotoausflug geplant war. Stattdessen landeten der Fotograf und ich im exterritorialen Gebiet der Mafia, genauer gesagt bei einem Glas Tee in der Küche eines Drogenbarons, der erst vor Kurzem von seiner Mutter und einigen Helfern gewaltsam aus dem Polizeigewahrsam befreit worden war. Bei unserer Fahrt ins Blaue, abseits der Hauptstraße, hatte unser Fahrer auf den unmarkierten Feldwegen völlig die Orientierung verloren. Wir waren in ein Terrain vorgedrungen, in dem man besser nichts zu suchen hat. Als Verdächtige eskortierte man uns in ein Dorf zu einem fünfstöckigen Haus, das zur Festung ausgebaut war. Im Untergeschoss befand sich die Garage, in der wir von einer schwer bewaffneten Wachmannschaft empfangen wurden. Die Männer trugen schutzsichere Westen, an denen mehrere Handgranaten hingen. Dazu Sturmgewehre, die sie entsicherten, als wir die Wagentüren öffneten. Wenig später mussten wir im obersten Stockwerk dem Chef Rede und Antwort stehen, wer wir seien und wohin wir wollten. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;Nervosität oder andere Gefühlsausbrüche sind in dieser Situation unangebracht. Man kann sowieso nichts ändern. Man belässt es einfach dabei, wo man hineingeschlittert ist. Anstatt sich selbst emotional zu verzetteln, behält man einen klaren Kopf.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Eine Lektion, die sehr nützlich für den privaten und beruflichen Bereich ist. Nichts ist fremd, solange man es nicht dazu macht. Für mich eine sehr positive Sichtweise, die mir viel Ärger und Unmut erspart. In Marokko wird einem das fast täglich bewusst. Ob der Maler die falsche Wand mit der falschen Farbe bemalt, der Mechaniker einen Teil des Autos repariert, der gar nicht kaputt war, meine Schüler im Amerikanischen Sprachzentrum in Tanger Vorträge über Koranpassagen halten, die es nicht gibt, oder mir mein Nachbar das Glaubensbekenntnis zum Islam vorspricht, auf dass ich es wiederhole. Man zerbricht sich nicht mehr den Kopf darüber, warum die Menschen in dieser Kultur dieses und jenes machen oder auch nicht. Eigene Meinung hin oder her, man lässt es auf sich beruhen. Ein Pragmatismus, mit dem es sich besser lebt. Auf alle Fälle in Marokko.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Aus: www.culture-counts.de&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-8224452019900015311?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/8224452019900015311/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=8224452019900015311' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8224452019900015311'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/8224452019900015311'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2007/10/leben-in-marokko.html' title='Nirgend Zuhause: Leben in Marokko'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-1147197597681069777</id><published>2007-12-12T18:28:00.000-08:00</published><updated>2007-12-12T18:29:26.081-08:00</updated><title type='text'>Al Qaeda in Algerien</title><content type='html'>Es war nur eine Frage der Zeit, bis Al Qaeda im islamischen Maghreb wieder zuschlägt. Nach dem Selbstmordattentat vergangenenSeptember auf Präsident Abdelaziz Bouteflika, bei dem 22 Menschen ums Leben kamen, hatte die Organisation übers Internet mehrfach neue große Bombenattentate angekündigt. Dabei stand das Königreich Marokko ganz oben auf der Liste. Aber dort scheint es ungleich schwerer zu sein, Terrorpläne in die Tat umzusetzen. Es mangelt am Personal mit professioneller Ausbildung. Fast jeden Monat verhaften die marokkanischen Behörden Mitglieder einer Al Qaeda-Zelle. Viele davon kommen aus dem Ausland und versuchen über die Grenze zu Mauretanien einzureisen. Ingesamt wurden in den letzten vier Jahren über 50 Attentate auf Ziele im In- und Ausland vereitelt. Trotzdem gab es im März 2007 Anschlagsversuche in Casablanca und wenig später in Meknes, die allesamt scheiterten. Aber das war „die Handschrift von marokkanischen Amateuren“, wie der Kommunikationsminister Nabil Benabdallah urteilte. In Algerien dagegen sollen zwischen 600 bis 800 erfahrene Kämpfer der Salafistischen Gruppe für Verkündigung und Kampf (GSPC) für Attentate bereitstehen. Die GSPC gab im Januar 2007 offiziell ihren Anschluss an Al Qaeda im islamischen Maghreb bekannt. Ein neuer terroristischer Dachverband, dem auch militante islamistische Gruppen aus Tunesien (Islamistische Kampftruppe Tunesien GICT), Libyen (Libysche Islamische Kampftruppe GICL) und Marokko (Islamistische Gruppe Marokkanischer Kämpfer GICM) beitraten. Führer der Organisation soll eine gewisser Ahmed Haroun sein, der Abdelmalek Droukdel gewaltsam von der Chefposition vertrieben haben soll, der die Attentate im April 2007 in Algier (33 Tote) plante. In entlegenen, nur schwer zugänglichen Gegenden der Sahara werden verschiedene Ausbildungslager vermutet. Gerade der bergige Norden von Mali, mit zahlreichen Höhlen als Unterschlupf vor Spionagesatteliten, soll ein sicherer Aufenthaltsort sein. Nicht umsonst hat die US-Armee in Afrika eine „Anti-Terror-Task-Force“ eingerichtet. Die Basis der 1500 Mann starken Truppe liegt am Horn von Afrika, in Dschibuti. Bei regelmäßigen Manövern jagt man Terroristengruppen von Mauretanien aus, durch Mali und Niger bis in den Tschad. Gleichzeitig arbeiten die USA mit den Regierungen von Marokko, Algerien und Tunesien in einer Trans-Sahara-Partnerschaft, um eine Ausbreitung des Terrorismus zu verhindern.&lt;pre&gt;&lt;span style="font-size: 14pt; font-family: &amp;quot;Times New Roman&amp;quot;;" lang="DE"&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/span&gt;&lt;/pre&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-1147197597681069777?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/1147197597681069777/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=1147197597681069777' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1147197597681069777'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1147197597681069777'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2007/12/al-qaeda-in-algerien.html' title='Al Qaeda in Algerien'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-2265982908658067514</id><published>2007-11-28T08:53:00.001-08:00</published><updated>2007-11-28T08:53:54.009-08:00</updated><title type='text'>Tanger ohne EXPO 2012</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;In Tanger gab es lange Gesichter, als das Abstimmungsergebnis des zweiten Wahlgangs aus dem Palais des Congres in Paris bekannt wurde. In der marokkanischen Hafenstadt hatte man sich auf ein großes Fest eingestellt. Enttäuscht saßen die Menschen in den Cafes vor den Fernsehern und die Taxifahrer hatten schlechte Laune. Tanger bekam nur 63 Stimmen der insgesamt 140 Mitgliedsländer des Internationalen Büros für Ausstellungen (BIE). Yeosu, der Konkurrent aus Südkorea, erreichte dagegen 77 und wird von Mai bis August 2012 die drei Monate dauernde Weltausstellung ausrichten. Die polnische Stadt Wroclaw war bereits in der ersten Runde mit nur 13 Stimmen ausgeschieden.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Das Thema der südkoreanischen Stadt lautet „Der lebende Ozean und die Küste: Vielfalt der Ressourcen und nachhaltige Aktivitäten“. Ein Umweltthema, über das in den letzten Monaten in Zusammenhang der Erderwärmung weltweit diskutiert wurde. „Die Expo 2012 in Yeosu wird Lösungen für die Probleme des Klimawandels und den Anstieg des Meeresspiegels finden“, erklärte der südkoreanische Premierminister Han Duck-soo. Die momentane Aktualität der Problematik gab sicherlich nicht den Ausschlag für die Wahl Südkoreas. In den letzten Wochen und Monaten tourten Vertreter der Expo aus Yeosu durch die Mitgliedsländer der BIE, um sie von der Bewerbung Südkoreas zu überzeugen. Dafür gab es „nationale Unterstützung auf allen Ebenen“, wie der Premier Han Duck-soo versicherte, der zur entscheidenden Wahl nach Paris mit einer 50-köpfigen Entourage angereist war, um quasi in letzter Minute noch Lobbyismus zu betreiben. Zu dieser Überzeugungsarbeit gehören großzügige Geschenke, Reisen, verschiedenste Projektförderungen oder Vergünstigungen bei Handelsabkommen. Das wirtschaftliche Potential Südkoreas ist bekannt und dem der Expo-Mitbewerber Marokko und Polen weitaus überlegen. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Für das asiatische Land und die Stadt Yeosu rentieren sich die Investitionen im Vorfeld der Expo, sollten sie auch in die Millionen gehen. Rund 90.000 neue Arbeitsplätze werden von der Weltausstellung erwartet, dazu acht Millionen Besucher und ein Gewinn für die Ökonomie von über einer Milliarde Euros. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Einen finanziellen Input, den man in Marokko und Tanger auch gerne gesehen hätte. Mit dem Thema „Wege der Kulturen“ dachte man den Nerv der Zeit zu treffen: Für eine bessere Verständigung zwischen dem Westen und dem Orient. Die Expo 2012 hätte gut zur wirtschaftlichen Neustrukturierung gepasst, die im nordafrikanischen Staat gerade vollzogen wird. Die legendäre Hafenstadt Tanger ist das Zentrum dieser Neugestaltung, die auf Tourismus und Industrie ausgerichtet ist. In der Nähe Tangers wurde im Juli einer der größten Containerhafen am Mittelmeer eröffnet. Der Renault-Nissan-Konzern baut eine Autofabrik, die jährlich 400.000 Wagen produzieren soll. An der Atlantikküste entstehen neue Luxus-Wohnkomplexe, zu einem Preis von je 400 Millionen Euro. Im nächsten Jahr soll mit dem Bau des Gibraltartunnels begonnen werden, der laut Plan 2025 in Betrieb geht und Afrika mit Europa verbindet. Im Schnellzug dauert dann die Fahrt von der südspanischen Stadt Sevilla in die marokkanische Hafenstadt eineinhalb Stunden. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Die Bewohner Tanger sehen die Expo-Niederlage in Paris mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Die finanziellen Vorzüge wären willkommen gewesen, nur die Preissteigerungen von Immobilien und Lebenshaltungskosten bei gleich bleibenden Gehältern sah man mit großer Skepsis, ja mit Furcht.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-2265982908658067514?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/2265982908658067514/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=2265982908658067514' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2265982908658067514'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2265982908658067514'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2007/11/tanger-ohne-expo-2012.html' title='Tanger ohne EXPO 2012'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-2786435823514950423</id><published>2007-11-25T04:37:00.000-08:00</published><updated>2007-11-25T04:41:45.386-08:00</updated><title type='text'>Libanon weiter ohne Präsident/ Parteien rüsten militärisch auf</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Am vergangenen Freitag konnten sich Regierung und Opposition im Libanon erneut auf keinen Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten einigen. Die Pattsituation zwischen Regierung und Opposition scheint unüberwindlich. 18.000 Soldaten der libanesischen Armee sind in Beirut stationiert, um gewalttätige Konfrontationen zu verhindern. Sowohl Regierung- und Oppositionsgruppen haben in den vergangenen Monaten militärisch aufgerüstet und Übungen durchgeführt.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Am Freitag um Mitternacht musste Emile Lahoud seine Sachen packen und nach neun Amtsjahren den Präsidentenpalast in Beirut räumen. Erfolgreich kann man seine Regierungsperiode nicht unbedingt nennen: vier seiner Militärs sitzen wegen einer angebliche Beteiligung am Attentat auf Rafik Hariri im Gefängnis. Insgesamt wurden 12 politische Anschläge begangen, von denen bisher keiner aufgeklärt ist. Das Land befindet sich in einer gefährlich gespannten politischen Situation, in der kein Nachfolgepräsident gewählt werden kann. Weder die Regierungskoalition unter Premierminister Fuad Siniora, noch das Oppositionsbündnis der christlichen Freien Patriotischen Front mit Michel Aoun und der schiitischen Hisbollah sind zu einem Kompromisskandidaten für das Präsidentschaftsamt bereit.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Der 71-jährige Lahoud übergab den Oberbefehl an die libanesische Armee weiter. „Außergewöhnliche Umstände und die Interessen des Landes“, hätten den Ex-Präsidenten dazu veranlasst. Die momentane Situation berge ein großes Risiko und könne zur Erklärung des Ausnahmezustands führen, sagte Rafik Shalala, der Sprecher Lahouds. Premierminister Siniora nannte den Schritt Lahouds als „verfassungswidrig“.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;In den vergangenen Tagen und Wochen hatten internationale hochrangige Vermittler vergeblich versucht, die Regierung und Opposition zu einer Lösung zu bewegen. Darunter der UN- Generalsekretär Ban Ki-moon oder zuletzt auch der französischen Außenminister Bernard Kouchner. Der UNO-Chef Ban Ki-moon zeigte sich sehr besorgt über die fragile politische Lage im Libanon und rief alle Parteien auf, friedlich und demokratisch eine Lösung zu finden. Aber die ist noch lange nicht in Sicht. Die Regierungskoalition will unter keinen Umständen der Opposition ein Mitsprache-, geschweige denn ein Vetorecht im Kabinett geben. Nach fast einem Jahr von Protesten, Sit-ins, Demonstrationen und einem Zeltlager vor dem Palast des Premierministers Siniora möchte die Opposition nicht einfach klein beigeben. Sie fordert nach wie vor eine nationale Einheitsregierung und das Amt des Präsidenten, der laut Verfassung ein Christ sein muss. Seine Wahl wurde auf den 30. November verschoben. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;          &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;In Beirut sind große Plakate angebracht worden, die einen finster drein blickenden Mann zeigen, der ein Maschinengewehr in der Hand hält. Darunter steht in Arabisch, als Anspielung auf den libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990): „Bevor es sich wiederholt“. FOTO gibt’s hier:&lt;br /&gt;Tatsächlich war der Libanon seit Ende des Bürgerkriegs 1990 noch nie so nahe an der Schwelle zu gewalttätigen Auseinadersetzungen wie heute.  &lt;span style=""&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Alle an der politischen Krise beteiligten Gruppen und Parteien haben sich bereits darauf eingestellt, dass es zu keiner „friedlichen und demokratischen Lösung“ kommt, wie es der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon gefordert hat.&lt;br /&gt;Im Libanon wird auf allen Seiten, wie im Jahr vor dem libanesischen Bürgerkrieg, wieder militärisch aufgerüstet. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Zwei Mitglieder der christlichen Freien Patriotischen Front von Ex-General Michel Aoun wurden im Oktober dieses Jahres verhaftet, weil sie andere Mitglieder militärisch ausgebildet hätten. Die libanesischen Sicherheitsbehörden veröffentlichten ein Foto von einem Christen, der eine Kalaschnikow in der Hand hielt. Die Partei Aouns erwiderte, „die Mitglieder wollten nur Spaß haben mit echten Waffen, aber niemand habe ein militärisches Training absolviert“.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Auch Saad Hariri, der Sohn des ermordeten libanesischen Ex-Premierministers Rafik Hariri, dementierte, er habe eine eigene Miliz ins Leben gerufen. Dabei wurden Anhänger von Saad Hariri und seiner Zukunftsbewegung im April dieses Jahres beobachtet, wie sie im damals umkämpften Palästinenserlager Nahr-el-Bared auf Al-Qaeda –Leute schossen. Die Hariri-Miliz soll 4500 Kämpfer umfassen und den Namen „Arabische Libanon Bewegung“ tragen. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Auch die Drusen unter Walid Jumblatt, dem Vorsitzenden der „Progressiven Sozialistischen Partei“, hielten im Januar 2007 militärische Übungen in den Chouf-Berger ab. Jumblatt gab sogar zu, dass Waffen gekauft wurden, aber von militärischem Training wollte er jedoch nichts wissen. „ Ich habe die Dörfer besucht“, sagte der Drusenführer, „und den Leuten gesagt, es sei unsinnig zu kämpfen. Gegen Hisbollah können wir nicht gewinnen, die sind einfach zu stark“. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Neben der Neubewaffnung und dem Training werden alte Strukturen reorganisiert. In christlichen und drusischen Dörfern in den Bergen werden Kommandanten ernannt, Einsatzzellen gegründet und Kommunikationsstrukturen ausgebaut. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;      &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Auch Hisbollah soll sich für einen möglichen neuen Bürgerkrieg rüsten. Seit dem Ende des 34-Tagekriegs mit Israel 2006 erfolgte eine intensive Rekrutierungswelle von neuen Soldaten. Sie sollen aber nicht an der Front eingesetzt werden, wo nur erfahrene und gut ausgebildete Guerillas kämpfen, sondern in den Städten und Dörfern hinter den Linien. Hisbollah soll ebenfalls eine große Anzahl kleinerer Waffen gekauft und an diese Reservisten weitergegeben haben, die nur im Strassen- und Nahkampf zu gebrauchen sind. Die Regierungskoalition unter Premierminister Fuad Siniora beschuldigte Hisbollah, Waffen an andere Gruppen der Opposition weitergeben zu haben.&lt;br /&gt;Bei der erhöhten Nachfrage sind die Preise für Waffen auf dem Schwarzmarkt im Libanon deutlich gestiegen. Noch vor einem Jahr kostete eine AK-47 etwa 500 Dollar. Heute muss man dafür bereits 900 Dollar bezahlen. Eine nagelneue französische Famas kostet 3.700 Dollar.&lt;br /&gt;Besonders auffallend sind allerdings Pistolen der Marke Glock, die wie aus dem Nichts plötzlich bei den Schwarzmarkthändlern zu haben ist. Für 1000 Dollar kann man eine dieser Qualitätswaffen erwerben. &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Es ist zu vermuten, dass die Glock-Pistolen sowie andere Waffen im Libanon, aus dem Irak stammen. Das US-Militär hat dort rund 190.000 Gewehre und Pistolen ‚verloren’.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Man hatte versäumt die Nummern der Waffen und die Namen der neuen Besitzer zu registrieren. Zu den verlorenen Gütern gehörten auch 125.000 Glock-Pistolen. Dass die Pistolen im Libanon landen, wäre wirklich keine Überraschung. Seit der US-Invasion bestehen Verbindungen zum Irak. Noch vor drei Jahren konnte man sich eine Fahrkarte für den Bus in den Irak kaufen, um dort gegen die USA zu kämpfen, versicherte mir ein Mann grinsend in Beirut, der natürlich seine Namen nicht preisgeben wollte. „Nachdem dies an die Öffentlichkeit kam, geht alles im Geheimen ab“, meinte der Informant. Eine ganze Reihe von Selbstmordattentätern, die im Irak starben, kam aus den libanesischen Städten Tripoli und Sidon. Einige der militanten palästinensischen Gruppen in den Flüchtlingslagern des Libanon unterhalten gute Beziehungen zu Al-Qaeda im Irak.&lt;br /&gt;Es wäre wirklich kein Wunder, wenn die neu geschaffenen Milizen der Regierungs- und Oppositionsparteien mit Waffen aus US-Beständen auf einander schießen würden. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-2786435823514950423?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/2786435823514950423/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=2786435823514950423' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2786435823514950423'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/2786435823514950423'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2007/11/libanon-weiter-ohne-prsident-parteien.html' title='Libanon weiter ohne Präsident/ Parteien rüsten militärisch auf'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-1674082936396896259</id><published>2007-11-22T04:19:00.000-08:00</published><updated>2007-11-22T06:18:13.766-08:00</updated><title type='text'>Marokko im Aufbruch</title><content type='html'>&lt;span lang="DE"&gt;&lt;/span&gt;Vom Platz der Kanonen im Zentrum Tangers hat man einen wunderbaren Blick auf die Meerenge von Gibraltar: Die ein- und auslaufenden Fähren im Hafen, die großen Containerschiffe, die sich wie im Zeitlupentempo auf dem dunkelblauen Meer vorwärts bewegen und natürlich auch auf die spanische Küste gegenüber, an der bei klarem Wetter die Stadt Tarifa zum Greifen nahe erscheint. „Ein Ausblick wie eine Qual“, hatte mir vor Jahren Mohammed Choukri, der 2003 verstorbene marokkanische Schriftsteller gesagt. Er meinte damit die jungen Marokkaner, die oft stundenlang sehnsüchtig auf das nur 14 Kilometer entfernte Spanien starrten, überzeugt, dass es dort für sie einen sicheren Arbeitsplatz mit gutem Einkommen, ein teueres Auto und eine geräumige Wohnung gäbe. Damals waren die Berufs- und Lebensaussichten für die meisten jungen Menschen in Marokko im wahrsten Sinne des Wortes trostlos.&lt;br /&gt;Selbst für Universitätsabgänger, die nur im Ausnahmefall eine ihrer Qualifikation angemessene Anstellung bekamen. „Was sollen wir hier“, erklärten die Studenten am Goethe-Zentrum in Tanger resigniert, die 2000 oder 2001 dort Deutsch lernten. „Kein Job, keinen Zukunft, keine Familie, nichts“. Der Däfetismus und die Versuchung waren groß, es den etwa 3 Millionen Landsleuten gleich zu tun, die in Europa, in den USA oder Kanada leben.   Heute, nur wenige Jahre danach, sieht alles etwas anders aus. Emigration ist für junge Marokkaner zwar noch immer eine Option, aber nicht mehr die dringendste. Mittlerweile beginnt man auch an eine Zukunft in Marokko zu glauben. „Wir warten erst einmal ab, wie sich das hier weiterentwickelt“, sagte Mounir, ein Ingenieurstudent an der Universität in Tanger. „Es hat sich ja viel zum Positiven verändert. Nach Spanien oder Frankreich kann man immer noch gehen“. Ein Sinneswandel, den früher niemand in Marokko für möglich gehalten hätte. Lieber heute als morgen weg, hieß ansonsten die Devise.      Überzeugungsarbeit leisteten ausgerechnet die marokkanischen Behörden und Institutionen, die gewöhnlich einen schlechten Ruf haben: Korrupt, faul und desinteressiert an den Belangen der Buerger. Die Stadt Tanger wurde innerhalb nur eines Jahres (für marokkanische Verhältnisse eine unglaublich kurze Zeit) völlig neu renoviert und Tourismus kompatibel gemacht. Man legte neue Parks und Plätze an, Häuser wurden gestrichen, Strassen neu gepflastert und in Fußgängerzonen umgewandelt. Wer Tanger aus alten Tagen kennt, wird es heute kaum noch wieder erkennen. Die Einwohner sind sichtlich zufrieden mit den Veränderungen, selbst wenn die Neugestaltung auf die Bewerbung der Hafenstadt für die Expo 2012 zurückzuführen sein sollte. Soviel staatliche Aufmerksamkeit gab es seit Jahrzehnten nicht mehr. Stadtsanierungen finden im Übrigen auch in anderen marokkanischen Städten, wie Nador und Oujda im Nordosten oder auch in Safi, etwa 300 Kilometer südlich von Casablanca, statt.  Die Entscheidung über die Vergabe der Expo fällt Anfang Dezember, wobei fraglich ist, ob sich Tanger tatsächlich gegen die Konkurrenten aus Polen (Wroclaw) und Südkorea (Yeosu) durchsetzt. „Die Expo ist nicht nur eine Chance für Tanger“, sagt Yussef, der einen Bazar in der Altstadt besitzt, „sondern für ganz Marokko. So können wir beweisen, dass wir modern sind und nicht hinterm Mond leben, wie viele in Europa glauben“. Sein Bruder Raschid nickt dazu mehrfach zustimmend. Es gäbe allerdings einen negativen Nebeneffekt. „Selbst wir Marokkaner“, beschweren sich beide, „können uns direkt in Tanger keine Wohnung, geschweige denn ein Haus noch leisten“. Die Immobilienpreise sind tatsächlich ins Unermessliche gestiegen. Vor fünf Jahren konnte man eine 150 Quadratmeter große Wohnung noch für 50.000 Euro kaufen. Heute muss man dafür das Dreifache bezahlen. Bei den Grundstückspreisen ist die Situation nicht anders. Was früher 20 bis 30 Euro kostete, kann, je nach Lage, von 400 bis 1000 Euro pro Quadratmeter kosten. Summen, die für den marokkanischen Normalverbraucher unerschwinglich sind. Dass die Preissteigerungen im Immobilienbereich auf die normalen Lebenshaltungskosten übergreifen, ist die große Sorge. „Wenn Wasser, Strom, die Mieten und die Lebensmittel teuerer werden“, sagte Abdillah, der Besitzer eines Lebensmittelladens gegenüber meinem Haus in Tanger, „das können sich die Menschen kaum leisten“. Er zeigt mir sein Buch, in dem er sorgfältig unter dem Familiennamen die Beträge aufgelistet hat, die man ihm schuldet. „Die Leute leben eh schon auf Kredit, den sie jeweils am Monatsende bezahlen, wenn das Gehalt kommt“. Was nicht immer geschehen würde, fügte er mit ernstem Gesicht hinzu.  Hoffnung auf wirtschaftliche Verbesserung geben die Großprojekte in der Umgebung von Tanger. Im Gebiet der Atlantikküste und entlang des Mittelmeers entstehen neue Tourismuskomplexe für den gehobenen Standard. 600 Millionen Dollar soll alleine eine Luxuswohnanlage, mit Golfplatz, Swimmingpool, Einkaufszentrum kosten. Eines von rund 15 Großprojekten, die die Reichen und Schönen dieser Welt, an die Nordspitze Afrikas bringen sollen. Mohammed VI. hat versprochen, aus Tanger ein zweites Marbella zu machen. Investitionen kommen aus Spanien, Frankreich und vor allen Dingen den Vereinigten Arabischen Emiraten, die auch am 1,5 Milliarden teueren neuen Mittelmeerhafen, Tanger-Med, beteiligt sind. Im Juli 2007 wurde ein Teil des neuen Containerhafens bereits in Betrieb genommen. 2008 soll er ganz fertig sein, durch den dann jährlich 8,5 Millionen Container, sieben Millionen Passagiere und 700.000 Lkws geschleust werden sollen. Eingebettet ist Tanger-Med in ein 500 Quadratkilometer großes Industriegebiet, mit Freihandelszone und Duty Free Supermärkten. Der Konzern Renault-Nissan hat dort bereits mit dem Bau einer der größten Autofabriken im Mittelmeerraum begonnen. 400.000 Wagen sollen pro Jahr von 6000 Arbeitern produziert werden. Das Industriegebiet ist mit Autobahnzubringern und Bahnstrecken an Casablanca, Rabat, aber auch Marrakesch angeschlossen.   Insgesamt sollen durch den Hafen und die Industriezone 140.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Wohnen sollen die neuen Arbeitskräfte im nur wenige Kilometer von Tanger-Med entfernt liegenden Ksar Shgir. Heute ein Dorf mit vielleicht 2000 Einwohnern. „Spätestens in zehn Jahren“, sagte Mohamed Hafnaoui von der Hafenverwaltung TMSA begeistert, „werden dort bis zu 800.000 Menschen leben“.   Grund zur Euphorie gäbe es wirklich nicht, meinte ein Beamter der Regionsverwaltung Tanger, der seinen Namen nicht genannt haben wollte. „Natürlich gibt es mehr Arbeitsplätze, aber die Gehälter bleiben auf niedrigem Niveau. Wie üblich werden nur einige Wenige großen Profit machen und die Mehrheit bekommen letztlich nur Almosen“.   Ganz ähnlich sieht es Mohammed Laroussi, ein Anwalt, der auf die Abwicklung von Immobilienverkäufen spezialisiert ist. „Was soll man dazu schon sagen, die ganze Sache ist weder besonders gut, noch besonders schlecht“. Es würde mehr Geld in Umlauf kommen, aber der Großteil bliebe bei den Unternehmern und Investoren. „Zu denjenigen, die es nötig haben, kommt nichts oder nur sehr wenig“, fügte der Mittfünfziger ernüchternd hinzu.  Wirtschaftliche Prosperität ist das wichtigste für marokkanische Familien, von denen viele finanziell von Monat zu Monat, mache nur von Woche zu Woche planen können. Ziele sind eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus, ein Auto und eine gute Ausbildung der Kinder, um ihnen eine positive Zukunft zu sichern. Für Politik interessiert sich kaum jemand. Nicht umsonst lag die Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen im September dieses Jahres bei nur 37 Prozent. So niedrig, wie nie zuvor in der Geschichte Marokkos. Etwas, das kaum jemand erwartet hatte. Dabei waren die Parlamentswahlen die zweiten freien Wahlen unter der Regentschaft Mohammed VI., die unter seinem Vater Hassan II. stets manipuliert worden waren. Das Vertrauen in die politischen Parteien ist gering. Nicht einmal in die islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD), deren als sicher prognostizierter Wahlsieg nicht eintraf und sich mit 10.9 Prozent der Stimmen und 46 von insgesamt 325 Sitzen im Parlament zufrieden geben musste.   Seit seiner Thronbesteigung 1999, nach dem Tod Hassans II., versuchte Mohammed VI. die Schatten der Diktatur seines Vaters zu vertreiben. Er entließ politische Gefangene und bat, teilweise persönlich, die politischen Exilanten nach Marokko zurückzukehren. 2004 trat ein neues Familienrecht in Kraft, das Frauen generell den Männern gleichstellte, ihnen die gleichen Rechte bei der Scheidung zusprach und ihnen Reisefreiheit gab, für die früher die Zustimmung des Ehemanns oder eines Vormunds nötig war. Außer Tunesien hat sonst kein arabischer Staat ein derartig progressives Familienrecht. Im gleichen Jahr setzte Mohammed VI. eine Versöhnungskommission ein, die im Stile von Südafrikas Wahrheitskommission die Menschenrechtsverletzungen in den „bleiernen Jahre“ unter Hassan II. untersuchen sollte. Legale Kompetenzen hatte diese Kommission nicht, ihr Zweck war Wiedergutmachungszahlungen an die Opfer zu bestimmen. Die Sitzungen dieser Kommission, die 22.000 Fälle von Mord, Folter und Vermissten untersuchte, wurden live im marokkanischen Fernsehen übertragen. Zurzeit wartet man auf eine Initiative des Königs, als erstes arabisches Land offiziell die Todesstrafe abzuschaffen. Seit 1999 gab es zum ersten Mal auch so etwas wie Meinungs- und Pressefreiheit. In Cafes und Bars wird heute jedes Thema diskutiert. Sicherheitsbeamter, die mitstenographieren gibt es nicht mehr. In Zeitungen und Magazinen kann man Geschichten über Homosexualität, Terrorismus und den König lesen, ohne dass eine Ausgabe wie früher sofort verboten und eingestampft wird. Trotzdem wurden Journalisten immer wieder verhaftet, zu Gefängnis oder Geldstrafen verurteilt. Sie hatten über ‚Staatsgeheimnisse’, die Finanzen des Königs geschrieben oder wie im Falle eines Karikaturisten, Mohammed VI als Witzfigur gezeichnet. Überreaktionen eines bürokratischen  Exekutivapparats, in dem teilweise noch Anhänger Hassan II. sitzen. An einigen Verfahren gegen Journalisten kann man sehen, dass das rigide Vorgehen von ganz Oben nicht erwünscht ist. In der zweiten Instanz, die obligatorisch für ein marokkanisches Gerichtsverfahren ist, wurden die Gefängnisstrafen aus der Erstinstanz, zu Geldstrafen reduziert. Ein Ding der Unmöglichkeit unter Hassan II. Natürlich beleiben die Behinderungen der Presse inakzeptabel. „Trotz allem muss man Marokko eines der liberalsten der arabischen Länder bezeichnen“, sagte Abdelhay Moudden, ehemaliges Mitglied der Versöhnungskommission und Professor für Politikwissenschaft an der Mohammed V. Universität in Rabat. „Wenn wir uns Marokkaner gut fühlen wollen, dann denken wir an den Vergleich mit anderen Staaten“, fügte er schmunzelnd an.       Die Mehrheit der marokkanischen Bevölkerung hat, wie schon gesagt, ganz andere Sorgen. Sie hoffen und warten auf die positiven Auswirkungen der neuen marokkanischen Wirtschaftspolitik, die Staatsbetriebe, wie die Wasser- und Elektrizitätswerke, privatisierte und neue Wirtschaftszweige für ausländische Investoren öffnete. Am 1. Januar 2006 trat das Freihandelsabkommen mit den USA in Kraft. 2010 soll eine Freihandelskooperation (Euro-Mediterran-Vereinigung) mit der EU starten. Bis 2010 will Marokko die Zahl von bisher jährlich sechs Millionen Touristen auf 10 Millionen steigern. Mit all diesen Maßnahmen will man neue Arbeitsplätze schaffen. Jedes Jahr drängen etwa 400.000 junge Menschen auf den Arbeitsmarkt. Im Gegensatz zu den Europäischen Ländern kämpft Marokko (und andere arabische Staaten) mit einer immer jünger werdenden Bevölkerung. Laut Mustapha Mansouri, dem Minister für Arbeit, schafft Marokko in diesem Jahr 300.000 neue Arbeitsplätze. Immer noch 100.000 unter dem Soll, aber Zahlen, die sich sehen lassen können.   Wichtigste Handelspartner Marokkos ist an erster Stelle Frankreich, gefolgt von Spanien. Als der spanische König Juan Carlos Anfang November Ceuta und Melilla, die beiden spanischen Exklaven auf marokkanischem Territorium besuchte, zog Marokko aus Protest seinen Botschafter aus Madrid ab. Diplomatisches Geplänkel muss man sagen, denn die Beziehungen zu Spanien sind so gut wie nie zuvor. Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt 2004 war Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero nach Marokko gereist, um das unterkühlte Verhältnis, für das sein Vorgänger Jose Maria Aznar verantwortlich war, zu beenden. Die vorher arbeitslosen spanische Fischerflotten durften ab sofort wieder vor der marokkanischen Küste fischen, im Gegenzug unterstützt Spanien den Anspruch Marokkos auf die Westsahara. Knapp 200 spanische Firmen haben sich im Laufe von 2007 in Marokko niedergelassen, darunter Industrie- wie Tourismusbetriebe.   Im vergangenen Oktober kam der französische Präsident Nicholas Sarkozy mit einer 70-köpfigen Delegation zum Staatsbesuch nach Marokko.      Insgesamt wurden 15 Verträge im Wert von 2 Milliarden Euros abgeschlossen. Eine Milliarde davon geht alleine in den Bau einer TGV-Schnellzugverbindung von Tanger nach Marrakesch. Für 200 Millionen Euro kauft Marokko zusätzlich 20 Lokomotiven von Frankreich und baut ein konventionelles Kraftwerk in der nordöstlich gelegnen Stadt Oujda, unweit der Grenze zu Algerien. „Energiequellen der Zukunft sollten nicht alleine eine Domäne der entwickelteren Länder sein, solange internationale Konventionen respektiert werden“, sagte Sarkozy vor dem marokkanischen Parlament in der Hauptstadt Rabat. Manch einer der Abgeordneten wird wohl gedacht haben, wie einfach es doch sein kann, Nuklearenergie zu bekommen - wenn man eben nicht der Iran ist. Im Falle von Marokko, das selbst immer wieder das Ziel von Anschlägen militanter Islamisten ist, muss sich der Westen über Solidarität keine Gedanken machen. Die USA unterhalten im Maghreb-Staat Militärbasen und aufwendige Horchstationen. Angeblich wurden auch nach Marokko, wie in anderen arabischen Ländern, US-Terrorgefangene zu Verhören eingeflogen.  Die Verträge über die TGV-Bahnverbindung Tanger-Casablanca- Marrakesch sind auch ein Grundstein der Infrastruktur, die zum zukünftigen Tunnel unter der Meerenge von Gibraltar gehört. Nach Jahrzehnte langen Plänen haben sich Marokko und Spanien 2006 endgültig entschlossen, den Gibraltartunnel zu bauen. 2025 soll er eröffnet werden und die beiden Mittelmeerländer in Afrika und Europa verbinden. Dann kann ein spanischer Ingenieur in seiner Heimatstadt Sevilla leben und in Tanger arbeiten. Die Fahrt zwischen beiden Städten im Schnellzug dauert voraussichtlich nur eineinhalb Stunden. 90 Minuten später soll man von Tanger aus Casablanca erreichen und wiederum eine gute Stunde danach ist man in Marrakesch. Bereits 2013 soll die erste Teilstrecke zwischen Tanger und Kenitra eröffnet werden. Diese erste Schnellzugverbindung verkürzt die fünf Stunden Fahrtdauer von Tanger nach Casablanca auf zwei Stunden. Hundertprozentig sicher ist der Bau des Tunnels noch nicht. Es kommt auf die Studie der Schweizer Ingenieurfirma Lombardi an, die den Meeresboden untersucht und 2008 fertig sein soll. Der Eisenbahntunnel mit zwei Gleisen wirft weitaus größere Probleme auf, als der Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien. Das Mittelmeer ist mit 900 Metern weitaus tiefer und zudem der Meeresgrund weicher. Die kürzeste Verbindung (14 Kilometer) zwischen den Kontinenten Afrika und Europa kam deshalb nicht in Frage. Nun plant man den Tunnel mit einer Länge von 28 Kilometern in 200 Metern Tiefe zwischen Kap Malabta, am Rande von Tanger, und Punta Paloma, ganz in der Nähe Gibraltars. Wie man die großen Druckverhältnisse unter Wasser meistert, weiß man noch nicht genau. Man will die Fahrröhre 90 Meter tief in den Meeresboden einlegen. „Alles eine Frage des Geldes“, meint Mohamed Hafnaoui von der Hafengesellschaft Tanger-Med. „Alles ist möglich“, fügt er optimistisch mit einem Schmunzeln an. Ein offizieller Kostenplan wurde bisher noch nicht aufgestellt, aber es werden zwischen 6,5 Milliarden und 13 Milliarden Investitionen notwendig. Mohamed Hafnaoui ist überzeugt, dass der Tunnel schwarze Zahlen schreiben und kein Pleiteunternehmen wird, wie es die unterirdische Verbindung zwischen Frankreich und Großbritannien ist. Schließlich ginge es hier um das Nadelöhr zwischen Afrika und Europa, erklärt Hafnaoui weiter. „Das hat doch ganz andere Dimensionen“.  Bis zur geplanten Eröffnung 2025 ist es allerdings noch ein langer Weg. Derartige gigantische Projekte verzögern sich gewöhnlich um Jahre und die Kosten gehen in unvorstellbare Höhen. „Ach, das kennt man doch“, sagen die beiden Brüder in ihrem Bazar in der Altstadt von Tanger. „Als ich noch klein war“, meint Youssef, „wurde schon vom Tunnel nach Spanien gesprochen und heute tun sie es immer noch“. Das würde doch nie etwas werden. „Außerdem brauchen wir den Tunnel doch gar nicht“, wendet sein Bruder Raschid ein. „Wir haben den neuen Hafen, bekommen mehr Tourismus und vielleicht auch die Expo 2012, so Gott will. Es geht doch überall aufwärts“.&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;a&gt;&lt;/a&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-1674082936396896259?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/1674082936396896259/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=1674082936396896259' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1674082936396896259'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/1674082936396896259'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2007/11/hackensberger-blog-marokko-im-aufbruch.html' title='Marokko im Aufbruch'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-7491408848493837066</id><published>2007-11-21T18:20:00.000-08:00</published><updated>2007-11-28T18:31:43.342-08:00</updated><title type='text'>Christoph Luxenberg - Interview/ English</title><content type='html'>The Virgins and the Grapes: the Christian Origins of the Koran&lt;br /&gt;         A German scholar of ancient languages takes a new look at the sacred&lt;br /&gt;         book of Islam. He maintains that it was created by Syro-Aramaic&lt;br /&gt;         speaking Christians, in order to evangelize the Arabs. And he&lt;br /&gt;         translates it in a new way  by Sandro Magister                            &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     That Aramaic was the lingua franca of a vast area&lt;br /&gt;                     of the ancient Middle East is a notion that is by now&lt;br /&gt;                     amply noted by a vast public, thanks to Mel Gibson’s&lt;br /&gt;                     film “The Passion of the Christ,” which everyone watches&lt;br /&gt;                     in that language.&lt;br /&gt;                     But that Syro-Aramaic was also the root of the Koran,&lt;br /&gt;                     and of the Koran of a primitive Christian system, is a&lt;br /&gt;                     more specialized notion, an almost clandestine one. And&lt;br /&gt;                     it’s more than a little dangerous. The author of the&lt;br /&gt;                     most important book on the subject – a German professor&lt;br /&gt;                     of ancient Semitic and Arabic languages – preferred, out&lt;br /&gt;                     of prudence, to write under the pseudonym of Christoph&lt;br /&gt;                     Luxenberg. A few years ago, one of his colleagues at the&lt;br /&gt;                     University of Nablus in Palestine, Suliman Bashear, was&lt;br /&gt;                     thrown out of the window by his scandalized Muslim&lt;br /&gt;                     students.&lt;br /&gt;                     In the Europe of the 16th and 17th centuries, mangled by&lt;br /&gt;                     the wars of religion, scholars of the Bible also used to&lt;br /&gt;                     keep a safe distance with pseudonyms. But if, now, the&lt;br /&gt;                     ones doing so are the scholars of the Koran, this is a&lt;br /&gt;                     sign that, for the Muslim holy book as well, the era of&lt;br /&gt;                     historical, linguistic, and philological re-readings has&lt;br /&gt;                     begun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     This is a promising beginning for many reasons.&lt;br /&gt;                     Gerd-Rüdiger Puin, a professor at Saarland University in&lt;br /&gt;                     Germany and another Koran scholar on the philological&lt;br /&gt;                     level, maintains that this type of approach to Islam’s&lt;br /&gt;                     holy book can help to defeat its fundamentalist and&lt;br /&gt;                     Manichean readings, and to bring into a better light its&lt;br /&gt;                     ties with Judaism and Christianity.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     The book by “Christoph Luxenberg” came out in 2000 in&lt;br /&gt;                     Germany with the title “Die Syro-Aramäische Lesart des&lt;br /&gt;                     Koran” (“A Syro-Aramaic Reading of the Koran”),&lt;br /&gt;                     published in Berlin by Das Arabische Buch. It is out of&lt;br /&gt;                     print, and there are no translations in other languages.&lt;br /&gt;                     But a new, updated edition (again in German) is about to&lt;br /&gt;                     arrive in bookstores.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Here follows an interview from Alfred Hackensberger with&lt;br /&gt;the author, published in Germany in the newspaper&lt;br /&gt;“Süddeutsche Zeitung” and in&lt;br /&gt;                     Italy in “L’espresso,” no. 11, March 12-18, 2004:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Q. – Professor, why did you think it useful to conduct&lt;br /&gt;                     this re-reading of the Koran?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “Because, in the Koran, there are many obscure&lt;br /&gt;                     points that, from the beginning, even the Arab&lt;br /&gt;                     commentators were not able to explain. Of these passages&lt;br /&gt;                     it is said that only God can comprehend them. Western&lt;br /&gt;                     research on the Koran, which has been conducted in a&lt;br /&gt;                     systematic manner only since about the middle of the&lt;br /&gt;                     19th century, has always taken as its base the&lt;br /&gt;                     commentaries of the Arab scholars. But these have never&lt;br /&gt;                     gone beyond the etymological explanation of some terms&lt;br /&gt;                     of foreign origin.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – What makes your method different?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “I began from the idea that the language of the&lt;br /&gt;                     Koran must be studied from an historical-linguistic&lt;br /&gt;                     point of view. When the Koran was composed, Arabic did&lt;br /&gt;                     not exist as a written language; thus it seemed evident&lt;br /&gt;                     to me that it was necessary to take into consideration,&lt;br /&gt;                     above all, Aramaic, which at the time, between the 4th&lt;br /&gt;                     and 7th centuries, was not only the language of written&lt;br /&gt;                     communication, but also the lingua franca of that area&lt;br /&gt;                     of Western Asia.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – Tell us how you proceeded.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “At first I conducted a ‘synchronous’ reading. In&lt;br /&gt;                     other words, I kept in mind both Arabic and Aramaic.&lt;br /&gt;                     Thanks to this procedure, I was able to discover the&lt;br /&gt;                     extent of the previously unsuspected influence of&lt;br /&gt;                     Aramaic upon the language of the Koran: in point of&lt;br /&gt;                     fact, much of what now passes under the name of&lt;br /&gt;                     ‘classical Arabic’ is of Aramaic derivation.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – What do you say, then, about the idea, accepted&lt;br /&gt;                     until now, that the Koran was the first book written in&lt;br /&gt;                     Arabic?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “According to Islamic tradition, the Koran dates&lt;br /&gt;                     back to the 7th century, while the first examples of&lt;br /&gt;                     Arabic literature in the full sense of the phrase are&lt;br /&gt;                     found only two centuries later, at the time of the&lt;br /&gt;                     ‘Biography of the Prophet’; that is, of the life of&lt;br /&gt;                     Mohammed as written by Ibn Hisham, who died in 828. We&lt;br /&gt;                     may thus establish that post-Koranic Arabic literature&lt;br /&gt;                     developed by degrees, in the period following the work&lt;br /&gt;                     of al-Khalil bin Ahmad, who died in 786, the founder of&lt;br /&gt;                     Arabic lexicography (kitab al-ayn), and of Sibawwayh,&lt;br /&gt;                     who died in 796, to whom the grammar of classical Arabic&lt;br /&gt;                     is due. Now, if we assume that the composition of the&lt;br /&gt;                     Koran was brought to an end in the year of the Prophet&lt;br /&gt;                     Mohammed’s death, in 632, we find before us an interval&lt;br /&gt;                     of 150 years, during which there is no trace of Arabic&lt;br /&gt;                     literature worthy of note.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – So at the time of Mohammed Arabic did not have&lt;br /&gt;                     precise rules, and was not used for written&lt;br /&gt;                     communication. Then how did the Koran come to be&lt;br /&gt;written?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “At that time, there were no Arab schools – except,&lt;br /&gt;                     perhaps, for the Christian centers of al-Anbar and&lt;br /&gt;                     al-Hira, in southern Mesopotamia, or what is now Iraq.&lt;br /&gt;                     The Arabs of that region had been Christianized and&lt;br /&gt;                     instructed by Syrian Christians. Their liturgical&lt;br /&gt;                     language was Syro-Aramaic. And this was the vehicle of&lt;br /&gt;                     their culture, and more generally the language of&lt;br /&gt;                     written communication.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – What is the relationship between this language of&lt;br /&gt;                     culture and the origin of the Koran?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “Beginning in the third century, the Syrian&lt;br /&gt;                     Christians did not limit themselves to bringing their&lt;br /&gt;                     evangelical mission to nearby countries, like Armenia or&lt;br /&gt;                     Persia. They pressed on toward distant territories, all&lt;br /&gt;                     the way to the borders of China and the western coast of&lt;br /&gt;                     India, in addition to the entire Arabian peninsula all&lt;br /&gt;                     the way to Yemen and Ethiopia. It is thus rather&lt;br /&gt;                     probable that, in order to proclaim the Christian&lt;br /&gt;                     message to the Arabic peoples, they would have used&lt;br /&gt;                     (among others) the language of the Bedouins, or Arabic.&lt;br /&gt;                     In order to spread the Gospel, they necessarily made use&lt;br /&gt;                     of a mishmash of languages. But in an era in which&lt;br /&gt;                     Arabic was just an assembly of dialects and had no&lt;br /&gt;                     written form, the missionaries had no choice but to&lt;br /&gt;                     resort to their own literary language and their own&lt;br /&gt;                     culture; that is, to Syro-Aramaic. The result was that&lt;br /&gt;                     the language of the Koran was born as a written Arabic&lt;br /&gt;                     language, but one of Arab-Aramaic derivation.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – Do you mean that anyone who does not keep the&lt;br /&gt;                     Syro-Aramaic language in mind cannot translate and&lt;br /&gt;                     interpret the Koran correctly?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “Yes. Anyone who wants to make a thorough study of&lt;br /&gt;                     the Koran must have a background in the Syro-Aramaic&lt;br /&gt;                     grammar and literature of that period, the 7th century.&lt;br /&gt;                     Only thus can he identify the original meaning of Arabic&lt;br /&gt;                     expressions whose semantic interpretation can be&lt;br /&gt;                     established definitively only by retranslating them into&lt;br /&gt;                     Syro-Aramaic.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – Let’s come to the misunderstandings. One of the&lt;br /&gt;                     most glaring errors you cite is that of the virgins&lt;br /&gt;                     promised, in the Islamic paradise, to the suicide&lt;br /&gt;                     bombers.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “We begin from the term ‘huri,’ for which the&lt;br /&gt;                     Arabic commentators could not find any meaning other&lt;br /&gt;                     than those heavenly virgins. But if one keeps in mind&lt;br /&gt;                     the derivations from Syro-Aramaic, that expression&lt;br /&gt;                     indicated ‘white grapes,’ which is one of the symbolic&lt;br /&gt;                     elements of the Christian paradise, recalled in the Last&lt;br /&gt;                     Supper of Jesus. There’s another Koranic expression,&lt;br /&gt;                     falsely interpreted as ‘the children’ or ‘the youths’ of&lt;br /&gt;                     paradise: in Aramaic: it designates the fruit of the&lt;br /&gt;                     vine, which in the Koran is compared to pearls. As for&lt;br /&gt;                     the symbols of paradise, these interpretive errors are&lt;br /&gt;                     probably connected to the male monopoly in Koranic&lt;br /&gt;                     commentary and interpretation.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – By the way, what do you think about the Islamic&lt;br /&gt;                     veil?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “There is a passage in Sura 24, verse 31, which in&lt;br /&gt;                     Arabic reads, ‘That they should beat their khumurs&lt;br /&gt;                     against their bags.’ It is an incomprehensible phrase,&lt;br /&gt;                     for which the following interpretation has been sought:&lt;br /&gt;                     ‘That they should extend their kerchiefs from their&lt;br /&gt;                     heads to their breasts.’ But if this passage is read in&lt;br /&gt;                     the light of Syro-Aramaic, it simply means: ‘They should&lt;br /&gt;                     fasten their belts around their waists.’”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – Does this mean the veil is really a chastity belt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “Not exactly. It is true that, in the Christian&lt;br /&gt;                     tradition, the belt is associated with chastity: Mary is&lt;br /&gt;                     depicted with a belt fastened around her waist. But in&lt;br /&gt;                     the gospel account of the Last Supper, Christ also ties&lt;br /&gt;                     an apron around his waist before washing the Apostles’&lt;br /&gt;                     feet. There are clearly many parallels with the&lt;br /&gt;                     Christian faith.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – You have discovered that Sura 97 of the Koran&lt;br /&gt;                     mentions the Nativity. And in your translation of the&lt;br /&gt;                     famous Sura of Mary, her “birthgiving” is “made&lt;br /&gt;                     legitimate by the Lord.” Moreover, the text contains the&lt;br /&gt;                     invitation to come to the sacred liturgy, to the Mass.&lt;br /&gt;                     Would the Koran, then, be nothing other than an Arabic&lt;br /&gt;                     version of the Christian Bible?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “In its origin, the Koran is a Syro-Aramaic&lt;br /&gt;                     liturgical book, with hymns and extracts from Scriptures&lt;br /&gt;                     which might have been used in sacred Christian services.&lt;br /&gt;                     In the second place, one may see in the Koran the&lt;br /&gt;                     beginning of a preaching directed toward transmitting&lt;br /&gt;                     the belief in the Sacred Scriptures to the pagans of&lt;br /&gt;                     Mecca, in the Arabic language. Its socio-political&lt;br /&gt;                     sections, which are not especially related to the&lt;br /&gt;                     original Koran, were added later in Medina. At its&lt;br /&gt;                     beginning, the Koran was not conceived as the foundation&lt;br /&gt;                     of a new religion. It presupposes belief in the&lt;br /&gt;                     Scriptures, and thus functioned merely as an inroad into&lt;br /&gt;                     Arabic society.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – To many Muslim believers, for whom the Koran is the&lt;br /&gt;                     holy book and the only truth, your conclusions could&lt;br /&gt;                     seem blasphemous. What reactions have you noticed up&lt;br /&gt;                     until now?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “In Pakistan, the sale of the edition of ‘Newsweek’&lt;br /&gt;                     that contained an article on my book was banned.&lt;br /&gt;                     Otherwise, I must say that, in my encounters with&lt;br /&gt;                     Muslims, I have not noticed any hostile attitudes. On&lt;br /&gt;                     the contrary, they have appreciated the commitment of a&lt;br /&gt;                     non-Muslim to studies aimed at an objective&lt;br /&gt;                     comprehension of their sacred text. My work could be&lt;br /&gt;                     judged as blasphemous only by those who decide to cling&lt;br /&gt;                     to errors in the interpretation of the word of God. But&lt;br /&gt;                     in the Koran it is written, ‘No one can bring to the&lt;br /&gt;                     right way those whom God induces to error.’”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – Aren’t you afraid of a fatwa, a death sentence like&lt;br /&gt;                     the one pronounced against Salman Rushdie?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “I am not a Muslim, so I don’t run that risk.&lt;br /&gt;                     Besides, I haven’t offended against the Koran”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     Q. – But you still preferred to use a pseudonym.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;                     A. – “I did that on the advice of Muslim friends who&lt;br /&gt;                     were afraid that some enthusiastic fundamentalist would&lt;br /&gt;                     act of his own initiative, without waiting for a fatwa.”&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-7491408848493837066?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/7491408848493837066/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=7491408848493837066' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7491408848493837066'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7491408848493837066'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2007/11/cristoph-luxenberg-interview.html' title='Christoph Luxenberg - Interview/ English'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7487008281285576297.post-7577572110946320665</id><published>2007-11-20T18:15:00.000-08:00</published><updated>2007-11-28T18:31:07.494-08:00</updated><title type='text'>Nadia Yassine - Interview / English</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;b&gt;&lt;span lang="DE"&gt;Nadia Yassine is the leader of "Justice and Spirituality", Morocco's biggest Islamist organization. She belongs to a new generation of Islamists: western-educated but not westernized. Alfred Hackensberger interviewed her&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="imagetext"&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;span class="unsichtbar"&gt;&lt;span style=";font-family:&amp;quot;;font-size:12;"  lang="DE" &gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="imageblock"&gt;&lt;span style=";font-family:&amp;quot;;font-size:12;"  lang="DE" &gt;&lt;a href="javascript:popup('/image.php?url=http://www.qantara.de/uploads/476/1864/source_4486ccd2b131d_Nadja_Yassine.jpg',%20'ImageWindow',%20'toolbar=no,menubar=no,location=no,scrollbars=no,resizable=no,width=261,height=295');"&gt;&lt;span style="text-decoration: none;"&gt;&lt;!--[endif]--&gt;&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;i&gt;&lt;span lang="DE"&gt;The new Moroccan family code, the "Modawwana," has been praised as an historic step towards equal rights for women in the Arab world. Are you in favor or against it?&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;span lang="DE"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; We were already out on the streets six years ago calling for changes to the "Modawwana," as it has long been clear to us that women must enjoy a better role in society. There are many women in our movement running projects and institutions. Take me, for example. I am the spokeswoman for our movement. We support changes, but the necessary ideas don't have to be imported from the imperialist West.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Do you regard the new law as good or bad?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; Of course, it is good and important. There is no doubt about it. I will try to make our position clear in another way. If the "Makhzen" (the governing elite in Morocco) had not been sure that we supported the new law, they wouldn't have pushed it through. We gave them clear signals of our approval. Yet, the law does not go far enough and also ignores the realities of life in Morocco today. I'll give you an example. In the countryside, there are many unregistered marriages. People there younger than 18 continue to marry, although this is forbidden under the new law.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;What should be done differently?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; It is all fine and good when you tell women that they are now free. But what about unemployment, which makes it impossible for women to be independent? Economic changes are not the only thing we need. There has to be a restructuring of all sectors of society. Only then can we truly achieve something positive.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Then you want to totally change everything. It sounds like an impossible undertaking.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; It's not as impossible as it might seem. The system is blocked by the current constitution.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;You mean the system of constitutional monarchy?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; Yes, as soon as this is changed, there will be economic and social progress. You can't solve individual problems without looking at the whole picture, which includes women, the economy, and education. It is all one system. Movement can only come about through a change in the constitution.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;So you get rid of the monarchy, you come to power, and all the problems are then solved?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; No, it is not as easy as that. We do not want to take over power. It is a much too heavy burden to carry alone. We have to work together with all political parties and all of the other forces in society. We need each other and only together can we solve the difficult problems of our country. And this can only take place through democracy, free elections, a multi-party system, the division of powers, and an independent judiciary. The people of Morocco have a right to democracy. But first, all forces in society must work together to change the constitution.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Many don't believe you.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; I know that quite well. They'd prefer to hear that we want to set up an Iranian republic and force all women to wear headscarves.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Then you wouldn't shut down all the nightclubs and bars?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; No, bans don't work. Prohibiting alcohol won't work. You only have to turn to the USA to see that the prohibition of alcohol only brought problems. You can never achieve anything through compulsion. In contrast, you can achieve much more with democracy and education. It is better to convince people that it is in their interest not to drink alcohol and visit nightclubs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And when education doesn't deliver the desired effects?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; We'd have to see first, but I also don't think that it would be so tragic. I simply want a just society in which people are the main concern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Do you have a paradigm? Perhaps back to the past, to the society at the time of the Prophet Mohammed?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; The society at the time of the Prophet comes very close to how I image things. But I also find the Swiss model very interesting. It would be difficult, however, because we don't have a culture of democracy here in Morocco. We have to first develop one. And this we can only achieve together with all of the other groups in society.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Many refer to what is currently going on between East and West as the "clash of civilizations," while others call it a North-South conflict. Is it a matter of politics or religion?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; Of course it is all about politics. What takes place in the Muslim world is directly related to American imperialism, which has no interest in our religion, but in our resources, our oil. It most certainly has nothing to do with a clash of cultures, differing ideologies, belief or non-belief. We are living through a new phase of colonialism, which nowadays is referred to as the search for new markets. Oil is a curse for many countries with a majority Muslim population. This is an anti-imperialist struggle against neo-colonialism. It doesn’t matter if one is Muslim or Christian – this is a universal problem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Imperialism and colonialism are catchwords. In concrete terms, what is it that you find so reprehensible about the politics of the West?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; I think that imperialism is based on the desire for economic supremacy and on a materialist philosophy – a vulgar Darwinism that believes only the strongest must prevail. We want to build bridges between the North and South on the basis of civil society. Today, poverty is no longer only a phenomenon of the South. There is also poverty in the North. If things continue according to the law of the jungle, then we will end up with a future marked by a universal struggle between rich and poor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Is there an Islamic economic model – an alternative concept to capitalism that could make the world a better place for all mankind?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Yassine:&lt;/b&gt; I think that Islam is more all-encompassing than any other ideology. Islam is a way of being. For us, as Sufis, Islam is a spiritual state that has nothing in common with the currently prevailing capitalism. At its very beginning, Islam ruled with sense of justice over a simple merchant capitalist society. It was an economic order that cannot be compared in the slightest to today's wild liberalism, which has created a system with the hyper-rich on one side and masses of poor on the other. We are not completely against capitalism. Islam, however, can provide it with a human and just dimension.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7487008281285576297-7577572110946320665?l=hackensberger.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hackensberger.blogspot.com/feeds/7577572110946320665/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7487008281285576297&amp;postID=7577572110946320665' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7577572110946320665'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7487008281285576297/posts/default/7577572110946320665'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hackensberger.blogspot.com/2007/11/nadia-yassine-interview.html' title='Nadia Yassine - Interview / English'/><author><name>hackensberger@gmail.com</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
